Welches Dreibein ist nicht einerlei

Wolf-Dieter Roth, 7. August 2007 15:07 Uhr, 2 Kommentare Kommentare

Stative kennt man. Sie helfen gegen verwackelte Bilder, sind aus Aluminium, haben drei Beine mit Verstrebungen, einen Fluid-Neigekopf und sind für Video- und Fotokameras gleichermaßen geeignet. Richtig? Nein, falsch!

Billig-Stativ

Ein einfaches Universalstativ mit Griff - zum Tragen oder zum Wegwerfen? (Bild: W.D. Roth)

Billige Universalstative für Foto und Video machen wenig Freude, denn Foto- und Videokameras haben unterschiedliche Ansprüche an ein Stativ.

2d Neigekopf

Einfacher 2D-Universalneigekopf (Bild: W.D. Roth)

Der erwähnte Fluid-Neigekopf ist beispielsweise etwas für eine Videokamera, bei der man hin und wieder (nicht ständig, sonst wird den Zuschauern schwindlig!) einen sanften, ruckfreien Schwenk über eine Landschaft oder ein Theaterensemble machen möchte. Man spricht auch von einem 2D-Neigekopf, da in zwei Dimensionen (Schwenk horizontal und vertikal) eingestellt werden kann.

Zierliche Verstrebungen machen ein Stativ nicht wirklich stabiler… (Bild: W.D.Roth)

In der Fotografie kommt so ein Schwenk dagegen nur beim Sonderfall “Panoramaaufnahme” vor - und selbst dafür ist der Videokopf nicht das Richtige. Ein spezieller Panoramakopf hält dagegen den Drehpunkt im Brennpunkt der Optik, die Bilder passen besser aneinander.

Die “Videonase” rechts neben der Montageschraube soll gegen ein Verdrehen der Kamera beim Schwenk helfen. An einer Fotokamera fehlt jedoch die Vertiefung, in der sie einrasten kann (Bild: W.D.Roth)

Bei astronomischen Aufnahmen ist es ebenso von Interesse, die Kamera den davonwandernden Sternen nachführen zu können - hier sind Neigeköpfe in ihrem Element.

Eine Mittelsäule, die nur dann nicht sofort wieder nach unten rutscht, wenn man die Kurbel an ihr verklemmt, ist keine sinnvolle Lösung… (Bild: W.D.Roth)

Geht es jedoch darum, die Kamera möglichst schnell auf ein Objekt einzustellen, auch wenn das Stativ dummerweise gerade auf unebenem Grund steht, dann sind die Neigeköpfe ärgerlich: Der Horizont wird garantiert schief, es muß ein Bein etwas eingeschoben werden, dann noch eins…und schon ist das Motiv gewandert und die Einstellerei geht von vorne los!

Hmmmm…diese Konstruktion soll eine einige Kilogramm schwere DSLR samt Telezoom in Hochkanteinstellung tragen…? (Bild: W.D.Roth)

Zudem sind hin und wieder auch Fotografien im Hochkantformat notwendig, was zwar viele Neigeköpfe erlauben, nur sind sie spätestens dann instabil und die Kameraeinstellung rutscht insbesondere mit langen Linsen immer weiter Richtung Boden ab…für das Gewicht einer ordentlichen Spiegelreflexausrüstung sind die Billigstative schlichtweg nicht gebaut!

“Ääährlich Chef…ich habe die Kamera vor einer Minute extra noch ganz genau horizontal eingestellt!!!”: Wegrutschen einer DSLR an Universalstativ in Hochkantstellung (Bild: W.D.Roth)

Wie sieht denn dann ein richtiges Fotostativ aus? Dazu demnächst mehr. Es sei jedoch schon verraten: Für 20 Euro bekommt man es nicht, es muss jedoch auch nicht mehr als 150 Euro kosten. Und das ist allemal billiger als eine mit dem Billigstativ abgestürzte DSLR!

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2 Kommentare zu diesem Artikel

  1. MM

    schrieb am 7. August 2007 um 15:29 Uhr (#)

    ein gutes foto-stativ kostet minimal um die 300-400SFr. dies wurde mir klar als ich im frühjahr eines gekauft habe. auch ein gewisses gewicht muss ein stativ haben damit es taugt. dort muss man einen kompromiss eingehen wenn man eines zum rumreisen will!

  2. marco

    schrieb am 7. August 2007 um 15:55 Uhr (#)

    da muss ich (eingeschränkt) widersprechen - ich stand im vergangenen auch vor der wahl und bin bei nem walimex-manfrotto-nachbau gelandet, das in kombination mit nem guten neiger/kugelkopf/revolvergriff von manfrotto macht sinn und belastet den geldbeutel nicht über maßen. kostenfaktor ist hier eher der kopf, stativ gibt es in der bucht für ca 60 euro.


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