Wie Stephen Shore verstanden werden will

Uli Eberhardt, 13. August 2007 09:04 Uhr, 0 Kommentare Kommentare

Wir haben die Quelle gefunden: Stephen Shores Äußerungen über die Qualität der Fotos bei Flickr stammen aus einem Interview, das er der Chef-Kuratorin der Henry Art Gallery in Seattle gegeben hatte. Die Galerie der University of Washington zeigte Ende 2006 eine Ausstellung mit Shores Bildern. Siehe das Posting auf fokussiert.com vom 9. August.

Shore At Henry
Die Henry Art Gallery führt Interviews mit den ausstellenden Künstlern und veröffentlicht diese Gespräche als “Artcasts”. So auch das Gespräch mit Shore, das es hier als mp3-Datei im Original zu hören gibt.

Stephen möchte seine Äußerungen in dem folgenden Zusammenhang sehen und meinte, eine generalisierende Außerung über eine so unterschiedllche Fotosammlung wie Flickr sei nicht fair. O-Ton Interview:

“There has to be on the web a treasure trove of brilliant untutored pictures. I’d seen the photographs that were made at the time of the London Underground bombing by people with cell phones in the Underground cars. And they have an energy to them, and an immediacy, that was pretty extraordinary. They weren’t structurally fine pictures, but, you know, this is a new world. This is people in a subway car that has just been bombed – they flip out their phones and start taking pictures. This is pretty amazing.

So I thought, okay, I’m going to find a lot of great stuff and I went onto Flickr and it was just thousands of pieces of shit. I couldn’t believe it. It is just all conventional. It’s all clichés. It is one visual convention after another. Just this week a friend of mine sent me some pictures he’s been collecting on eBay. And they were fabulous. It is just stuff for sale. The difference is that on eBay the people are not trying to make art. They are just trying to show something. ‘This is what this bottle looked like. It is not silhouetted. I’m not going to do it at sunset. I’m just going to take a picture.’ That is the motive of most photographers – ‘This is something I find interesting in the world and I’m going to make it clear.”

Was er damit ausdrücken wollte: Er interessiert sich sehr für Bilder, die die Menschen auf der Straße machen – ganz aus der Situation heraus und ohne primären Kunstanspruch. Da spüre er eine außerordentliche Energie und Unmittelbarkeit. Bei eBay hat er solche Bilder gefunden – sogar fabelhafte, bei Flickr nicht.

Was aber macht interessante, spannende, energiegeladene, gute Bilder aus?
Die Diskussion ist so alt wie die Kunst selbst.

Wir wollen sie auf fokussiert.com neu starten. Und zwar an Hand Eurer Bilder – demnächst mehr an dieser Stelle.

Stephen Shore bei Henry Art

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