Murphys Law ausgetrickst

Uli Eberhardt, 29. August 2007 07:58 Uhr, 0 Kommentare Kommentare

Kennt ihr Murphys Gesetz? Wenn ein Fehler passieren kann, dann passiert er auch. Zum Beispiel verpasste Gelegenheiten für gute Fotos. Nichtsdestotrotz veröffentlicht Michael David Murphy diese in seinem Katalog “Unphotographable “.

Murphy

Michael David Murphy – No Flash Corner>

Bilder kann Michael David Murphy – er heisst tatsächlich so – bei Unphotographable natürlich keine zeigen. Denn die hat er ja aus den verschiedensten Gründen nicht machen können. Stattdessen beschreibt der Fotograf aus Atlanta, Georgia, die Situationen, aus denen vielleicht gute Bilder geworden wären.

Zum Beispiel am 26. April dieses Jahres:

Dieses Foto habe ich nicht gemacht: Eine Frau in ihrem Auto, die mit der rechten Hand gestikulierte, in ihr Molbiltelefon sprach, das sie mit der linken Hand gegen ihr linkes Ohr presste, während sie gleichzeitig mit zwei Fingern eine Tüte mit Eiskrem festhielt. Und dieses schmolz an diesem unerwartet warmen Frühlingsnachmittag und tropfte auf ihr Haar und das Telefon….

Auslöser für die Entstehung der Website mit den “Fotos aus Texten” war Murphys Reise nach Äthiopien 2004. Dort konnte er, in einer muslimisch geprägten Region, aus kulturellen Gründen und Rücksichtnahme kaum fotografieren. Anstelle all der Bilder, die Murphy nicht fotografieren konnte, setzte er Wörter ein. Laut Murphy ist “Unphotographable” sein Katalog der Fehler und Irrtümer.

Verpasste Gelegenheiten. Einfache Fehler. Die vergessene Kamera oder der fehlende Mut, auf den Auslöser zu drücken. Nie gemachte Fotos, die dennoch nicht vergessen werden sollen.

Schaut euch aber auch Murphys Fotos an – die genutzten Gelegenheiten sozusagen. Street Photography aus den USA.

Unphotographable

Michael David Murphys Fotos

Dieser Text ist mir was wert:

Weiterempfehlen

Mehr lesen

Bus-Schnappschuss: Lomographische Spannung

7.6.2010, 1 KommentareBus-Schnappschuss:
Lomographische Spannung

Schnappschüsse weisen bisweilen eine kaum erklärbare Ästhetik auf. Eine Analyse lohnt sich.

Verstörendes Selbstporträt: Verständlichkeit ist keine Nebensache

7.4.2010, 1 KommentareVerstörendes Selbstporträt:
Verständlichkeit ist keine Nebensache

Um ein Foto verständlich zu machen, braucht es ein minimales Maß an inhaltlicher Klarheit und Stimmigkeit.

Swiss Press Photo 2009: Ist das die neue Bildsprache  im Zeitalter des Bürgerjournalismus?

26.11.2009, 3 KommentareSwiss Press Photo 2009:
Ist das die neue Bildsprache im Zeitalter des Bürgerjournalismus?

Der Schweizer Pressefoto-Preis soll zeigen, dass sich die Bildsprache im Internet-Zeitalter weiter entwickelt. Das gelingt 2009 nur teilweise.

Pingbacks

Pingbacks anzeigen...

Diesen Artikel kommentieren

Wir sind sehr an einer offenen Diskussion interessiert, behalten uns aber vor, beleidigende Kommentare sowie solche, die offensichtlich zwecks Suchmaschinenoptimierung abgegeben werden, zu editieren oder zu löschen. Mehr dazu in unseren Kommentarregeln.