“Gefühle sehe ich nur im Schwarz-Weiss”

Juri Gottschall, 19. September 2007 08:32 Uhr, 0 Kommentare Kommentare

Eine umfangreiche Ausstellung mit frühen Arbeiten des großen Fotokünstlers Henri-Cartier Bresson wird erstmalig in Deutschland gezeigt.


© Henri Cartier-Bresson / Magnum Photos

Henri Cartier-Bresson ist uns allen als Großmeister des Fotojournalismus und Mitbegründer der legendären Fotoagentur Magnum bekannt, die er im Jahre 1947 zusammen mit Robert Capa, David Seymour, George Rodger und William Vandivert gründete. Doch bereits in den Jahren davor war sein fotografisches Werk außergewöhnlich und beeindruckend.

Jedes einzelne Foto vermag uns zu vereinnahmen, lässt Geschichten und Bilder in unserem Kopf entstehen, auch ohne die genauen Zusammenhänge seiner Entstehung zu kennen. Selbst Alltagsszenen und das oft thematisierte Leben auf der Straße entführen uns unmittelbar in eine Zeit, die längst vergangen ist.

Es sind Meisterwerke der Fotokunst, die es auf einmalige Art und Weise bewerkstelligen, den Blick zu komprimieren und in ihrer Dramatik und Spannung immer den einen, richtigen Moment festzuhalten. Grade heute, wo wir von Fotografien jeder Richtung gradezu bombardiert werden, zeigt uns die Klarheit und der streng konzipierte Bildaufbau seiner Bilder, warum der richtige Moment wichtiger ist als das ganze Drumherum.


© Henri Cartier-Bresson / Magnum Photos

“Wieso haben Sie in genau diesem Moment ausgelöst?” wurde Cartier-Bresson von einem Maler gefragt, als er ihn portraitierte. Die Antwort ist so einfach wie genial zugleich und scheint sein ganzes Schaffen auf den Punkt zu bringen: “Warum haben Sie grade hier gelb gemalt?”

Bereits im Jahre 1987 hat Peter Galassi das Frühwerk Cartier-Bressons der Jahre 1926-1934 in einer umfangreichen Ausstellung samt Katalog der breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Nun endlich erscheint, 20 Jahre später, eine Neuauflage, und die Ausstellung ist erstmalig in Deutschland zu sehen.

Die Auswahl und Präsentation der soeben in München eröffneten Schau hat Weltniveau. Eine Vielzahl der frühen Fotografien ist hier in einem großzügigen Rahmen ausgestellt, man kann sich gar nicht satt sehen, und es ist eine Freude, all die bekannten und auch weniger bekannten Werke einmal im Original zu sehen.

Begleitet wird die Ausstellung von einem Filmbeitrag der Neuen Zürcher Zeitung über Cartier-Bresson, der einem in vielen Interviews einen umfangreichen Einblick in das Leben eines der größten Fotografen unserer und vergangener Zeit gibt.

Henri-Cartier Bresson “The Early Work”
19. September 2007 – 27. Januar 2008

Foyer der Versicherungskammer Bayern
Maximilianstr. 53 80530 München Täglich 9-19 Uhr

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