Wieviele Megapixel sind genug?

Zwölf Megapixel auf dem Bildsensor der digitalen Kamera sind besser als sechs, richtig? – Ja und nein. Eine Initiative von Fachleuten propagiert: Sechs Megapixel sind für Kompaktkameras mit kleineren Chips genug. Mit gutem Grund.

6Mpixellogol

Das Rennen der Kamerahersteller um Kunden und Verkaufszahlen erinnert ein bisschen an das Märchen vom Fischer und seiner Frau: Sie kriegt nie genug – und am Ende bleibt gar nichts mehr.

Die Pixelzahlen steigen in jeder neuen Modellgeneration. Mit der G9 ist Canon und Samsung mit der NV20 bereits bei zwölf Megapixeln gelandet. Es gilt unwidersprochen die Maxime: Je mehr Pixel, desto besser. Das kann, muss aber nicht stimmen – bei den meisten Kompaktkameras ist es sogar genau umgekehrt.

Der Haken an der Geschichte: Der Sensor wächst nicht mit. Im Gegenteil – in den letzten Jahren ist er bei den meisten Kompakten flächenmässig geschrumpft. Das ermöglicht aufgrund des Crop-Faktors höhere Brennweiten und Superzooms. Zugleich aber müssen bei steigender Pixelzahl die einzelnen Bildpunkte immer kleiner werden, damit sie noch drauf passen. Das wiederum bringt eine sinkende technische Bildqualität.

“Genug mit dem Pixelwahn” – sagten sich die Mitarbeiter der Firma Image Engineering in Frechen bei Köln. Das ist ein unabhängiges Testlabor für digitale Kameras, das unter anderem die Tests für die Zeitschriften Color Foto und c’t durchführt.

Seit einiger Zeit beobachten wir, dass die Bildqualität der digitalen Kameras schlechter wird anstatt besser

schreiben die Fachleute. Grund:

Die Bildsensoren in der Kamera werden in immer mehr und damit kleinere Pixel aufgeteilt.

Nun haben sie kürzlich die Aktion “6Megapixel!” ins Leben gerufen. Credo: Der beste Kompromiss für eine Kompaktkamera ist ein Sensor mit 6 Millionen Pixeln, oder besser: eine Pixelgröße von mehr als drei Mikrometern.

Der Grund, warum wir sie (die Aktion) ins Leben gerufen haben, ist die Spirale, in der wir uns derzeit befinden und aus der wir ausbrechen müssen. Die meisten Menschen haben gehört, dass viele Pixel eine gute Kamera ausmachen und kaufen deshalb die Kameras mit den meisten Pixeln. Die Hersteller produzieren also Kameras mit immer mehr Pixeln, damit sie sich gut verkaufen. Was auf der Strecke bleibt, ist die Qualität der Bilder.

Auf der Webseite werden die technischen Hintergründe von vielen und zu vielen Pixeln auf unterschiedlich großen Chips anschaulich erklärt. Berechnungen zeigen, wieviele Pixel für die jeweiligen Pixelgrößen gut sind.

Für digitale Spiegelreflexkameras gelte diese Betrachtung so nicht, schreiben die Leute von Image Engineering dort auch, weil der Sensor dieser Kameras und damit jedes Pixel sehr viel größer ist. Dadurch werden die Kameras lichtempfindlicher und zeigen geringeres Rauschen. Die hochwertigen Objektive liefern die notwendige Auflösung und die Kameras sind auf große Datenmengen ausgelegt.

fokussiert.com unterstützt diese Initiative. Welchen Sinn sollte es machen, hunderte Euro für eine “Neue” auszugeben, wenn die Bildqualität schlechter ist als bei der “Alten”?

An den Kompaktkameras gäbe es für die Hersteller viele andere Dinge zu verbessern – die Objektive zum Beispiel. Von der ästhetischen Bildqualität reden wir an dieser Stelle erst gar nicht.

6Megapixel!
Image Engineering

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