Wieviele Megapixel sind genug?
Von Uli Eberhardt am 25. September 2007 um 09:13 Uhr Kommentare (8)
Kategorien: Allgemein, Kompakt, Nachrichten
Zwölf Megapixel auf dem Bildsensor der digitalen Kamera sind besser als sechs, richtig? - Ja und nein. Eine Initiative von Fachleuten propagiert: Sechs Megapixel sind für Kompaktkameras mit kleineren Chips genug. Mit gutem Grund.
Das Rennen der Kamerahersteller um Kunden und Verkaufszahlen erinnert ein bisschen an das Märchen vom Fischer und seiner Frau: Sie kriegt nie genug - und am Ende bleibt gar nichts mehr.
Die Pixelzahlen steigen in jeder neuen Modellgeneration. Mit der G9 ist Canon und Samsung mit der NV20 bereits bei zwölf Megapixeln gelandet. Es gilt unwidersprochen die Maxime: Je mehr Pixel, desto besser. Das kann, muss aber nicht stimmen - bei den meisten Kompaktkameras ist es sogar genau umgekehrt.
Der Haken an der Geschichte: Der Sensor wächst nicht mit. Im Gegenteil - in den letzten Jahren ist er bei den meisten Kompakten flächenmässig geschrumpft. Das ermöglicht aufgrund des Crop-Faktors höhere Brennweiten und Superzooms. Zugleich aber müssen bei steigender Pixelzahl die einzelnen Bildpunkte immer kleiner werden, damit sie noch drauf passen. Das wiederum bringt eine sinkende technische Bildqualität.
“Genug mit dem Pixelwahn” – sagten sich die Mitarbeiter der Firma Image Engineering in Frechen bei Köln. Das ist ein unabhängiges Testlabor für digitale Kameras, das unter anderem die Tests für die Zeitschriften Color Foto und c’t durchführt.
Seit einiger Zeit beobachten wir, dass die Bildqualität der digitalen Kameras schlechter wird anstatt besser
schreiben die Fachleute. Grund:
Die Bildsensoren in der Kamera werden in immer mehr und damit kleinere Pixel aufgeteilt.
Nun haben sie kürzlich die Aktion “6Megapixel!” ins Leben gerufen. Credo: Der beste Kompromiss für eine Kompaktkamera ist ein Sensor mit 6 Millionen Pixeln, oder besser: eine Pixelgröße von mehr als drei Mikrometern.
Der Grund, warum wir sie (die Aktion) ins Leben gerufen haben, ist die Spirale, in der wir uns derzeit befinden und aus der wir ausbrechen müssen. Die meisten Menschen haben gehört, dass viele Pixel eine gute Kamera ausmachen und kaufen deshalb die Kameras mit den meisten Pixeln. Die Hersteller produzieren also Kameras mit immer mehr Pixeln, damit sie sich gut verkaufen. Was auf der Strecke bleibt, ist die Qualität der Bilder.
Auf der Webseite werden die technischen Hintergründe von vielen und zu vielen Pixeln auf unterschiedlich großen Chips anschaulich erklärt. Berechnungen zeigen, wieviele Pixel für die jeweiligen Pixelgrößen gut sind.
Für digitale Spiegelreflexkameras gelte diese Betrachtung so nicht, schreiben die Leute von Image Engineering dort auch, weil der Sensor dieser Kameras und damit jedes Pixel sehr viel größer ist. Dadurch werden die Kameras lichtempfindlicher und zeigen geringeres Rauschen. Die hochwertigen Objektive liefern die notwendige Auflösung und die Kameras sind auf große Datenmengen ausgelegt.
fokussiert.com unterstützt diese Initiative. Welchen Sinn sollte es machen, hunderte Euro für eine “Neue” auszugeben, wenn die Bildqualität schlechter ist als bei der “Alten”?
An den Kompaktkameras gäbe es für die Hersteller viele andere Dinge zu verbessern – die Objektive zum Beispiel. Von der ästhetischen Bildqualität reden wir an dieser Stelle erst gar nicht.
Vorheriger / nächster Artikel
| << Mut, Frechheit, Offenheit |
Wenn Kamerahersteller Autos bauen würden… >> |
8 Kommentare
[…] mit dem geunke - nein, diesen noch: Acht Megapixel sind zu viel. Wer das nicht vesteht, soll zuerst hier nachlesen und dann bei unserer […]
neuerdings.com » Blog Archiv » Fett und schnell
schrieb am 17. Oktober 2007, 01:46 Uhr (Permalink zum Kommentar)[…] Auflösung der Winzkameras vielleicht nötig, auch wenn man über den Sinn des Megapixelwahns streiten […]
fokussiert.com » Blog Archiv » Nikon D3: Rauschfreie ISO-Orgien
schrieb am 7. Januar 2008, 13:57 Uhr (Permalink zum Kommentar)[…] die Nikon D3 die Empfindlichkeit in schwindelerregende Höhen. Zwischen den beiden Grössen besteht ein direkter Zusammenhang: Je weniger Sensorpunkte auf der Fläche des Chips untergebracht werden müssen, desto […]
fokussiert.com » Blog Archiv » BenQ DC X800: Rauschender Flachmann
schrieb am 27. Januar 2008, 09:36 Uhr (Permalink zum Kommentar)[…] Spiegelreflexkameras gerade versucht, von übermäßig kleinen Pixeln in den Sensoren wegzukommen, wie sie der Megapixelwahn bei Kompakt-und Taschenkameras erzeugt hat, geht der taiwanesische […]
neuerdings.com » Blog Archiv » Toshiba Camileo Pro HD: Highdef-Pocket-Videocam
schrieb am 25. Februar 2008, 10:07 Uhr (Permalink zum Kommentar)[…] in MP4 (auf 128MB integrierten und derzeit bis zu 32GB SDHC-Karten), Fotos bis zu 11 Megapixel (was viel zu viel ist für den kleinen Sensor), spielt MP3 mit ID3-Tags ab und lässt sich via […]
neuerdings.com » Blog Archiv » Sony DSC-W30013,6 Megapixel für die Handtasche
schrieb am 6. März 2008, 16:37 Uhr (Permalink zum Kommentar)[…] hat. Unter dem Strich ist so der qualitative Vorteil zu Modellen mit geringerer Auflösung bekanntermaßen eher gering. Dafür rauscht es dann besser. Der 2,7 Zoll große Monitor ist ebenfalls kein wichtiges […]
neuerdings.com » Blog Archiv » Canon Ixus 970 IS: Weitsicht oder Durchblick?
schrieb am 18. März 2008, 17:17 Uhr (Permalink zum Kommentar)[…] zwei Megapixel auf dem winzigen Sensor anrichten, bleibt abzuwarten. Die Botschaft der 6-Megapixel-sind-genug-Kampagne scheint bei den Konsumenten längst angekommen; die Hersteller nutzen dennoch jede technische […]
neuerdings.com » Blog Archiv » Sony Cyber-Shot T77 und T700: Hauchdünn-Kameras
schrieb am 8. August 2008, 01:09 Uhr (Permalink zum Kommentar)[…] mit rund 15mm Dicke und innen liegendem 4-fach-Zoom haben nur 10 Megapixel Auflösung. Warum das positiv ist, steht bei fokussiert.com. Der Unterschied zwischen den beiden Flundern: Die Cyber-Shot T77 ist vor […]
Einen Kommentar schreiben
Hinweis: Wir sind sehr an einer offenen Diskussion interessiert, behalten uns aber vor, beleidigende Kommentare sowie solche, die offensichtlich zwecks Suchmaschinenoptimierung abgegeben werden, zu editieren oder zu löschen. Mehr dazu in unseren Kommentarregeln.




















neuerdings.com » Blog Archiv » “Dünnste” Digicam der Welt
schrieb am 28. September 2007, 09:03 Uhr (Permalink zum Kommentar)