Toscanis neueste Realitätskampagne

Uli Eberhardt, 26. September 2007 16:34 Uhr, 3 Kommentare Kommentare

Mit den Benetton-Anzeigen wurde der italienische Fotograf Oliviero Toscani Anfang der 90-er Jahre international berühmt. Jetzt rüttelt er die Öffentlichkeit gegen die Magersucht auf – in einer Anzeigenserie für die Modemarke Nolita. Und das zum Beginn der Mailänder Modewoche.

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“No anoressia” – gegen die Magersucht. Model Isabelle Caro wiegt derzeit gerade 31 Kilogramm

Oliviero Toscani sagt dazu:

“Ich interessiere mich schon viele Jahre für das Problem der Magersucht. Wer ist dafür verantwortlich? Die Medien insgesamt? Das Fernsehen? Die Mode? So ist es sehr interessant, dass nun endlich eine Modefirma verstanden hat, wie wichtig das Problem ist und sich dessen bewusst wurde. Und dass sie sich mutig mit dieser Kampagne exponiert.”

Nach dem Hungertod eines Models hatten die italienische Regierung und die Macher der Modenschauen Ende letzten Jahres ein Manifest gegen die Magersucht verfasst. Es wurde festgelegt, dass auf den Schauen keine Models unter 16 Jahren mehr auftreten dürfen.

Die Models müssen außerdem mit Gesundheitsattesten nachweisen, dass sie nicht unter Essstörungen leiden. Die aktuelle Milano Moda beugt sich diesen Regeln.

Unterstützt wird die Kampagne von Oliviero Toscani und Nolita vom italienischen Gesundheitsministerium. Nach dem Auftakt mit einer doppelseitigen Anzeige in der Tageszeitung La Repubblica sollen weitere Veröffentlichungen in allen großen Tageszeitungen folgen und Plakate in vielen Städten italiens.

Oliviero Toscani fotografierte für Benetton das blutige Hemd eines Toten des Bosnienkrieges, einen sterbenden Aids-Kranken und einen Pfarrer, der eine Nonne küsst.

Er ist der Sohn des ersten Fotoreporters der Mailänder Zeitung Corriere della Sera. In Zürich studierte er Fotografie und Grafik. Sein Werk umfasst drei Jahrzehnte mit Bildern, Werbung, Fotografien, Film und Fernsehen. Es wurde mit vielen Preisen dekoriert, unter anderem mit vier Goldenen Löwen in Cannes. Toscani engagiert sich politisch und kandidierte 2006 allerdings erfolglos bei den Wahlen zum italienischen Parlament.

Sein jüngstes Projekt ist die Erforschung der Kreativität in der Sprache der Medien. Dazu gründete er zusammen mit der Region Toscana ein Forschungszentrum genannt La Sterpaia.

Alle Bilder der Nolita-Kampagne
Oliviero Toscani
Blog La Sterpaia (in italienischer Sprache)

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3 Kommentare

  1. schapka
    schrieb am 19. Oktober 2009 um 00:07 Uhr (#)

    hey,
    ich find es super, dass sich jetzt richtig gesorgt wird um diese krankheit…damit meine ich diese gesundheitsatteste usw.
    allerding ist es nicht nur die mode oder models,die zu dieser störung führen…bei mir gab es ganz andere bewegende gründe!!!
    trotzdem finde ich es super,dass sich überhaupt gedanken darüber gemacht werden!!!
    danke…

  2. Melina96
    schrieb am 28. Juli 2010 um 13:44 Uhr (#)

    es ist schlimm so auszusehen.
    ich hasse leute die meinen immer abnehemn zu müssen.Ich meine kapieren diese leute den gar nix die modefuzis denken sie wären das grösste mit ihren magermodels.klar gibt es andere gründe,aber ich finde meistens sind die leute schuld mit ihren modelagenturen.das zerstört doch total das selbstbewusstsein wenn man hört das man mit 1.80 m stolze 75-79 kg wiegt oder mehr und sich dann anhören muss von den modelagenturen tut mir leid du wiegst zu viel..da kann man nur den kopf schütteln.

  3. Melina96
    schrieb am 28. Juli 2010 um 13:45 Uhr (#)

    gut jett hab ich mich genung aufgeregt :D
    ich find es natrülich auch gut das ich dafür eingesetzt wird und ich meine nich das jede modelagentur so ist und man kein model mehr werden darf.klar darf man seine traum weiter leben,aber man sollte sich nich kaputt machen!!!

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