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Kamera-Hightech
für Stasi-”Sonderzwecke”

Von Wolf-Dieter Roth am 4. Oktober 2007 um 16:06 Uhr Kommentare (2)
Kategorien: Hingehen

“Die versteckte Kamera” ist nicht nur eine mitunter mäßig witzige Fernsehsendung, sie war auch Teil eines Instrumentariums aus dunklen Zeiten. Im Stasi-Museum in Berlin sind auch einige aus heutiger Sicht kuriose “Foto-Apparate” zu sehen.

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Der feinmechanisch und optisch bereits anspruchsvolle Klassiker: Die Knopflochkamera, die von außen nicht zu erkennen war, solange der Mitarbeiter der Staatssicherheit nicht seinen Mantel ablegen musste (Bild: W.D.Roth)

Heute ist es fast vergessen, das Zeitalter des Kalten Kriegs, mit Spionage und Gegenspionage, “Wanzen” hinterm Bilderrahmen, als Oliven getarnten Minispionen im Martini-Glas, der besonders kleinen und dennoch scharfen Minox-Kamera - und auch einigen Modellen, die gar nicht als Kamera in Erscheinung traten.

Doch nicht nur der Westen bespitzelte den Osten und der Osten den Westen. Mitunter wurden auch die eigenen Bürger abgehört und beobachtet - auch im Westen, doch noch viel mehr im Osten. “Beruhigend war, dass wir immer nur unsere eigenen Geräte empfingen”, so ein ehemaliger Abhörspezialist.

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In der DDR musste sich niemand einsam fühlen: er hatte die Chance, sich von unermüdlichen Staatsbürgern beobachten zu lassen (Bild: W.D.Roth)

Nun war die Technik jener Tage nicht auf dem heutigen Niveau, Videokameras waren noch nicht in akzeptabler kompakter Bauform verfügbar, Filmkameras hätten sich durch ihr Geräusch verraten. Und auch der normale Fotoapparat musste mit geräuscharmen Spezialverschlüssen versehen werden, um sich nicht durch Klicken zu verraten.

Hinzu kam das Problem der Notwendigkeit kleiner Bauformen, solange man die Kamera nicht in Autotüren verstecken konnte - bei Infrarotaufnahmen war dies durchaus möglich, da Kunststoff oft für Infrarot durchlässig ist… Also gab es Kameras in Blumentöpfen, Vogelnestern und Zigarettenschachteln. Je kleiner, desto geringer auch der Filmvorrat - schlecht für beispielsweise in Lampen versteckte Modelle.

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Um mehr als drei Zigaretten durfte man den Herrn vom Ministerium für Staatssicherheit nicht anschnorren, um ihn nicht in Verlegenheit zu bringen: Der Rest des schicken Etuis belegte Spionage-High-Tech (Bild: W.D.Roth)

Neben anderen Dingen aus jener Zeit, wie den endlosen Aktenreihen und dem tristen Arbeitszimmer des MfS-Chefs Erich Mielke kann man im Stasi-Museum in der Normannenstraße in Berlin (Öffnungszeiten: Mo-Fr: 11.00 - 18.00 Uhr, Sa, So, Feiertag: 14.00 - 18.00 Uhr) auch einige Beobachtungs- und Abhörtechnik der Stasi besichtigen - oft genug aus dem Westen zugekauft. Bei der Kameratechnik war man allerdings im Lande selbst weit genug - Optik aus Jena war ja einer der Exportschlager der DDR. Die Spezialmodelle für die Stasi verließen das Land natürlich nicht.

Videokameras waren noch viel zu teuer, es gab in der DDR nicht die heute in Hunderten üblichen Videokameras für Verkehrs- oder Sicherheitsüberwachung. Gab es allerdings anhaltende Probleme mit öffentlicher Randale, beispielsweise durch Punkfeiern mit lauter Musik in öffentlichen Grünanlagen, so wurden auch in der DDR zur Abhilfe Video-Überwachungskameras aufgestellt.

Diese waren jedoch lediglich gewöhnliche leere Starenkästen mit einem ganz besonders auffällig hervorlugenden Objektiv darin. Technisch hatten sie keinerlei Funktion, doch selbst im Vollrausch konnten diese kostengünstigen und wartungsfreien ganz und gar nicht getarnten Tarnkameras nicht übersehen werden: es herrschte schlagartig wieder Ruhe im Stadtpark.

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“Kommt das Vögelchen bald raus?”. Sicher nicht: Weder Vogel noch Kamera enthielt diese kostengünstige und doch erschreckende Attrappe. (Bild: W.D.Roth)


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