„Sonnig f/16“ – Regel

Faustregel, die besagt, dass bei normalem, sonnigem und gut beleuchtetem Motiv bei Aussenaufnahmen die Belichtung der Aufnahme bei Blende 16 und einer Verschlusszeit in Sekundenbruchteilen analog der ISO-Zahl korrekt ausfällt.

Bei einer Aufnahme mit ISO 100 bedeutet dies konkret f/16 – 1/100s

oder folgende Blenden/Verschlusszeitenkombinationen:

f/8 – 1/400s
f/5.6 – 1/800s
f/11 – 1/200s
f/22 – 1/50s

etc.

Solche „historischen“ Faustregeln sind angesichts der modernen vollautomatischen Kameras keineswegs obsolet.

Im Gegenteil: Der eingebaute Belichtungsmesser ist nicht nur ungenauer als ein externes Gerät, mit dem nicht die reflektierten Lichtwerte des Motivs am Kamerastandort, sondern der Lichteinfall direkt beim Motiv gemessen wird. Sie sind zudem auf Standard-Situationen mit einem durchschnittlichen Grauwert aller Farben (Normalgrau 18%) geeicht, auf eine gleichmässige Ausleuchtung des Motivs zum Beispiel, und scheitern deshalb bei Schnee oder an Sandstränden.

Als Notbehelf gegen die tumbe eingebaute Matrix- oder zentrumsgewichtete Belichtungsmessung lässt sich die Spotmessung mit manueller Korrektur einsetzen.

In der Kategorie „Fotolexikon“ erscheinen Erklärungen und Erläuterungen zu Fotografischen Begriffen und Techniken in loser Folge. Korrekturen, Zusätze, Tipps, Hinweise und Fragen bitte per Mail an: tipps Affenschwanz fokussiert punkt com.

4 Antworten
  1. Kai says:

    Ich als Neuling bin auch mit diesen Regeln bisher ganz gut gefahren. Was natürlcih nciht heißt, dass man nicht auch andere Einstellungen testen sollte.

    Antworten
  2. Martin says:

    Die Regel funktioniert tatsächlich.
    Und mit etwas Erfahrung auch ohne Sonne.
    Aber sie macht nur Sinn, wenn man eine Kamera ohne Belichtungsmesser benutzt.
    Sonst ist es im Zweifelsfall immer besser kurz das Histogramm anzuschauen (viele Kameras haben sogar ein Live-Histogramm) und wenn nötig die Belichtung zu korrigieren.
    Die Kombination von Kamerabelichtungsmesser (Objektmessung) und Histogramm ist durch nichts zu toppen!
    Lichtmessung alleine führt zu falschen Werten, wenn der Objektkontrast sehr hoch ist (Schatten + Sonne), und muss schon bei Seitenlicht und erst recht bei Gegenlicht kompensiert werden.
    Mit der digitalen Kamera muss man sich aber – wie beim Diafilm – für die Lichter entscheiden.
    Und das funktioniert mit Kombination Objeltmessung/Histogramm auf den Punkt genau.

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Trackbacks & Pingbacks

  1. […] Mond sollte so fotografiert werden wie ein in praller Sonne liegender Felsklotz. Warum? Weil es sich genau darum […]

  2. […] kann deshalb die “sonnig f16″-Regel angewandt werden. Sie besagt, dass die richtige Belichtung bei sonnigem Wetter bei Blende 16 dem […]

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