Troy Paiva – Lost America:
Die Magie der Dunkelheit

Juri Gottschall, 25. Oktober 2007 11:17 Uhr, 2 Kommentare Kommentare

“Lost America” zeigt anhand gelungener Nachtfotografie, dass in der Dunkelheit manchmal die besten Motive warten.

Lost America NAchtfotografie

Nachtfotografie ist ein bekanntes und normalerweise relativ beschränktes Feld. Fast jeder hat schon einmal in der Dunkelheit vorbeifahrende Autos fotografiert und sich über die Lichtkegel gefreut, die die Rücklichter hinter sich herziehen. Auch hat sich jeder halbwegs ambitionierte Fotograf auch schon einmal am Sternenhimmel oder Mond versucht und so die “klassischen” Nachtszenen irgendwie auf einer Fotografie verewigt. Meist beschränken sich unsere nächtlichen Fotografieversuche aber auch auf diese altbekannten Motive – Weitergehendes bleibt uns oft verborgen.

Nun ist Fotografie (“Lichtmalerei”) als Spiel mit dem Licht definiert – in Dunkelheit zu fotografieren ist demnach ein pardox. Aber grade die dunklen Szenen und zwielichtigen Beleuchtungssituationen geben oft hochinteressante Perspektiven und Stimmungen preis, die bei Tageslicht höchst unspektakulär gewesen wären.

Ein schönes Beispiel gelungener Nachtfotografie ist die Webseite Lost America . Der amerikanische Künstler Troy Paiva hat sich darauf spezialisiert, in Dunkelheit (oder Dämmerung) verlassene Gegenden, Gebäude und andere “zwielichtige” Motive zu fotografieren. So zeigt er auf seinen Seiten eine Vielzahl seiner interessanten Arbeiten.

Dabei hat er im Laufe der Jahre seine höchsteigene Technik entwickelt. Neben der bekannten (und notwendigen) Langzeitbelichtung setzt er durch gezielte Lichtimpulse Akzente im vorhandenen Licht. So wird der Mond als alleinige Lichtquelle abgelöst und farbige Blitzlichter bestimmen die Szenerie. Das Ergebnis sind strahlende, bunte Bilder, die nur noch durch ihre unwirkliche Stimmung erahnen lassen dass sie des nachts aufgenommen wurden.

Neben vielen Bildern beschreibt der Fotograf Paiva auf einer eigenen Seite auch detailliert die eingesetzten Techniken und Methoden. Er erklärt nachvollziehbar, welche Kameras und Blitze benutzt werden, wie man bei schlechten Lichtverhältnissen trotzdem gute Bilder schießt und warum trotz völliger Dunkelheit ein ISO 100 Film brauchbarer ist als hochempfindliches Material.

Da nahezu alle seiner neueren Arbeiten ausschließlich digitalen Ursprungs sind, zeigt die Webseite auch eindrucksvoll die Möglichkeiten der Digitalkameras, die auch in einem verhältnismäßig empfindlichen Einsatzgebiet wie der Nachtfotografie dem klassischen Film inzwischen in nichts nachstehen.

Die Webseite “Lost America” ist eine umfassende Auseinandersetzung mit dem spannenden Thema der Nachfotografie und zeigt anhand vieler beeindruckender Fotografien die Möglichkeiten, die uns bei Tageslicht oft verschlossen bleiben.

Webseite Lost America

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2 Kommentare

  1. Robin
    schrieb am 6. Januar 2008 um 18:05 Uhr (#)

    Wow, ich bin echt beeindruckt! Bis jetzt habe ich noch keinerlei Fotografien gesehen, welche auch nur annähernd an die Atmosphäre der “Lost America” Bilder herankommen würden. Die Stimmung, die Troy Paiva mit den Farbkontrasten und der Auswahl der Motiven erzeugt, ist wirklich beeindruckend und – zumindest für mich – fesselnd. Der Titel “Lost America” passt hier wohl wie die Faust aufs Auge: Alles scheint einsam, verlassen, abgeschieden. Doch trotzdem findet sich eine starke Energie in den Bildern. Respekt.

  2. Schreibt hier auf dem Blog Peter Sennhauser
    schrieb am 7. Januar 2008 um 03:38 Uhr (#)

    Gut gesagt, Robin. Freu mich, dass Du hier nicht nur reinguckst, sondern Dich auch zu Wort meldest.
    Ich schuld Dir noch ein paar Mails, ich weiss…

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