Peter Happel Christian Staub in der Fotografie

Uli Eberhardt, 8. November 2007 09:01 Uhr, 2 Kommentare Kommentare

Der Amerikaner Peter Happel Christian machte aus Staub – normalerweise ein gefürchteter Fein des Fotografen – eine Arbeit unter dem Titel “Kurze Anmerkungen zur Existenz”.

Peter Happel Christian Notre Dame
Peter Happel Christian: Notre Dame, Paris

Die Staubwolken-Bilder von peter Happel Christian sind Fotogramme nach dem Cyanotypie-Verfahren – deshalb die tiefe blaue Farbe des vermeintlichen Himmels. Die “Staubwolke” oben stammt aus Notre Dame in Paris.

Mit einer fiktiven Reinigungsfirma namens “Second Sight Art Services” verschaffte sich Peter Happel Christian in korrekter Arbeitskleidung Zutritt zu öffentlichen und privaten Räumen und fegte dort den Staub zusammen. So gegen 30 hat er sauber gemacht, ob’s das Bostoner Museum of Fine Art war, ein Fitness-Klub, ein Gebäude an der Grenze zu Mexiko oder das Pantheon in Rom. Die Wollmäuse wurden eingesammelt, die Aktionen fotografisch dokumentiert. Die Fotogramme entstanden später im Labor, aus denen wiederum als Einzelstücke Bücher entstanden sind. 28 Bände umfasst diese Bibliothek des Staubes derzeit.

“Staubflocken sind materielle Spuren der Zeit”, sagt Peter Happel Christian, “fast genauso wie eine Fotografie.” Die Wolken entstehen aus einer Staub-Mischungvon verschiedenen Orten und sie enthielten eine faszinierende Überschneidung menschlicher und geografischer Zeichen.

Peter Happel Christian fühlt sich bei seiner fotografischen Arbeit nämlich wie ein früher Kartograf und Geograf. Einer, der schaut, misst, sammelt, berechnet und dann Ausschnitte aus der natürlichen Welt und dem täglichen Leben vorzeigt. Zwischen Landkarten und Fotografien gebe es eine starke Verbindung, findet Christian.. Beide geben sich korrekt und sind doch ganz subjektiv. Beide stellen Analogien zur realen Welt dar. Sie sollen vorgeblich als “offizielles Abbild” erscheinen, sind aber doch nur “zusammengenäht” worden. Zwischen der beschreibenden und der konstruierten Wirklichkeit findet Christian den Raum, in dem er seine Arbeiten ansiedelt.

Auf seiner Website gibt’s neben den Staubwolken noch viel mehr dieser Bilder zu sehen, äußerst anregend und originell, wie ich finde – von der Idee bis zu den Ergebnissen.

Peter Happel Christian

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2 Kommentare

  1. A
    schrieb am 14. November 2007 um 23:50 Uhr (#)

    Da ist im lead wohl ein ‘D’ verloren gegangen… =)

  2. Schreibt hier auf dem Blog Peter Sennhauser
    schrieb am 15. November 2007 um 01:09 Uhr (#)

    Stimmt, aber die Doppeldeutigkeit macht sich doch ganz gut. Ich lass es mal stehen… ;-)

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