Mare Magnum:
Nah am Wasser gebaute Fotos
In Kooperation mit der Fotoagentur Magnum, die von berühmten Fotografen gegründet wurde und viele Fotografen noch berühmter machte, hat die Meeres-Spezial-Zeitschrift Mare zu deren 60-jährigen Bestehen ein Sonderheft herausgebracht.

Mare selbst hat auch gerade das Zehnjährige erreicht und erscheint dabei meist pünktlich – im Gegensatz zu Mare TV, der Doku-Sendung im Norddeutschen Rundfunk, die wegen irgendwelche Tagesaktualitäten üblicherweise mindestens 15 Minuten verspätet gesendet wird, damit sie auch ja niemand aufnimmt…
Gegründet 1947 von Heroen wie Henri Cartier Bresson oder Robert Capa, steht MAGNUM für den Gipfel der Reportagefotografie. Nach über 35 gemeinsamen Projekten feiern Magnum und Mare die runden Geburtstage nun gemeinsam mit einer einmaligen Jubiläumsausgabe. Berühmte Einzelfotos und legendäre Bildstrecken von 26 Magnum-Fotografen sind mit Hintergrundinformationen zweisprachig in Deutsch und in Englisch kommentiert.
titelt Mare zur Sonderausgabe, die für 5 Euro statt der sonst bei Mare üblichen 7,50 Euro zu bestellen ist. Der Wechselkurs zum Schweizer Franken ist allerdings schwarzhandelsverdächtig: sFr 10,50 sind für dasselbe Exemplar in der Schweiz fällig – wohlgemerkt zuzüglich Porto. Dieser Umrechnungskurs nahe 2:1 zieht sich dabei durch das gesamte Mare-Lieferprogramm. Nunja, die Wege vom Meer bis in die Schweiz sind halt besonders weit.
Klar, daß die Sonderausgabe mit den Fotos vom D-Day von Robert Capa aufmacht. Danach vergißt man bei Fotos von 35 weiteren Magnum-Fotografen, daß sich das Thema der Zeitschrift auch hier auf Fotos zum Thema Meer beschränkt – so groß ist das künstlerische Spektrum.
Auch Martin Parr ist mit seinen Benidorm- und New-Brighton-Fotos vertreten und W. Eugene Smith, der – wie Capa – bereits Kriegsreportagen fotografiert hatte und dabei auch verwundet worden war, doch für seine Fotos aus dem quecksibervergifteten japanischen Minamata, die den Umweltskandal in den USA, Europa und eben auch Japan publik machten, vom Chemiekonzern Chisso zum Krüppel geschlagen wurde.
Eine lohnende Lektüre für Profifotografen und solche, die es werden wollen. Wobei erstere sich das Heft nicht kaufen müssen – sie haben es bereits zugeschickt bekommen.
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(21. Dezember 2007 11:33)
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