Leserbilder in der Profi-Kritik:
Porträt im Auge

Jan Zappner, 8. Januar 2008 07:45 Uhr, 0 Kommentare Kommentare

Ein Porträt in technisch und stilistisch hervorragender Umsetzung. Die Betonung der Augen gefällt, die Pseudo-Ringblitzbeleuchtung funktioniert.

Michael Schmid Porträt mit Ringleuchte
Leserfoto (Klick für Vollansicht): “Porträt mit Ringleuchte” (© Michael Schmid). – Canon EOS-1D Mark II; 1/80s, f4, ISO 200, 70mm.

Kommentar des Fotografen:

Fotografiert mit einer runden Leuchtstoffröhre. Sonst keine Beleuchtung.

Profi Jan Zappner meint zum Bild von Michael Schmid:

Herzlichen Glückwunsch Michael, ein ausgezeichnetes Porträt. Es ist technisch als auch inhaltlich hervorragend umgesetzt. Die Dame ist frisch gepudert, damit die Poren auf dem Foto nicht so hervorstechen.

Außerdem unterstreicht ein dezentes Makeup die braunen Augen. Die runde Leuchtstoffröhre wirkt wie ein Ringblitz, der das Gesicht sanft und gleichmäßig ausleuchtet. Zusätzlich verschafft die Röhre den Augen ein interessantes Spitzlicht, das den Blick des Betrachter noch zusätzlich auf die Augen lenkt.

Dort liegt natürlich schon der Schwerpunkt des Bildes, der durch die geringe Schärfetiefe auf dem linken Auge klar definiert ist. Dass dieses Auge auch noch auf dem Schnittpunkten des goldenen Schnitts liegt, dürfte wohl kein Zufall sein.

Technisch hervorragend

Durch die (richtige) Wahl eines leichten Teleobjektivs (70mm) ist es Ihnen gelungen, die Nase nicht überproportioniert festzuhalten. Es ist ein Porträt, das den Betrachter deshalb vor allem durch seine klare Aussage und hervorragende technische Umsetzung in seinen Bann zieht.

Das Einzige, was mich nach längerem Hinsehen zu stören beginnt, sind die etwas lieblos abgeschnittenen Haare links. Dort deutet sich ein interessantes Löckchen an und wird trotzdem gnadenlos entfernt, ohne konsequenterweise ganz weggeschnitten zu werden. Ich nehme an, das Bild ist ein Ausschnitt eines größeren Fotos – und durch mehr Platz links hätte sich die Gesamtkomposition unvorteilhaft verändert. Vielleicht hätte man aber auch das Löckchen ein wenig mehr ins Gesicht schieben können. Oder eben ganz wegnehmen.

Außerdem hätte ein wenig mehr Sorgfalt bei den aufgeklebten Wimpern gut getan.

Aber das sind fast Spitzfindigkeiten.

In der Rubrik “Bildkritik” analysieren Profi-Fotografen im Auftrag von fokussiert.com montags bis freitags jeweils ein Foto aus der Leserschaft.
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