Microsoft SenseCam Der siebte Sinn

Juri Gottschall, 14. Januar 2008 14:22 Uhr, 2 Kommentare Kommentare

Die SenseCam von Microsoft schiesst Bilder ohne ein Eingreifen des Fotografen – gesteuert durch äußere Einflüsse.

Microsoft SenseCam
Gordon Bell, Foto-Dokumentator

Sie ist klein und handlich – obwohl sie eigentlich überhaupt nicht für die Hand gedacht ist. Die “SenseCam” hängt sich der Anwender einfach um den Hals, klemmt sie sich an die Hose oder befestigt sie sonstwo unauffällig an seinem Körper.
Was auf den ersten Blick nach Geheimagent und Spionage aussieht, ist Teil des “Microsoft Research”, wo Microsofts Wissenschaftler jenseits von Windows und Word an neuen Produkten forschen.

Bereits vor einiger Zeit hat “Microsoft Research” mit einem Projekt auf sich aufmerksam gemacht, welches das Leben eines jeden Menschen digital archivieren und für die Ewigkeit konservieren will. Inklusive sämtlicher Dokumente, Bilder und Erlebnisse, die für einen Menschen relevant sind. Selbstverständlich komfortabel zu durchsuchen und in einer gigantischen Datenbank abgelegt. Einer der Protagonisten dieses Spektakels ist der inzwischen 73-Jährige Gordon Bell, der auf seiner Homepage passenderweise auch gleich ein Exemplar der kleinen Spionagekamera um den Hals hängen hat. So ist nun auch geklärt, wie persönliche Eindrücke dokumentiert und gespeichert werden können.

Die “SenseCam” selbst ist relativ unspektakulär ausgestattet. So bietet sie Platz für eine Speicherkarte, die aufgrund der niedrigen Auflösung bis zu 30.000 Fotos speichern können soll. Außerdem ein Weitwinkelobjektiv, damit auch nichts im Blickfeld des Benutzers übersehen werden kann. Fotografisch ist die SenseCam also nichts anderes als ein besseres Fotohandy.

Spannender sind hingegen die Faktoren, die die Kamera überhaupt erst zum Fotografieren bringen. Angefangen mit Lichtsensoren, die registrieren sollen, wenn der Träger neue Räume bzw. das Freie betritt, einem Infrarotsensor, der die Körperwärme des Gegenübers erfasst, bis hin zu verschiedenen Temperatursensoren – all das soll die Kamera in die Lage versetzen, selbstständig sämtliche relevanten Aktivitäten ihres Trägers zu dokumentieren.

Wer Angst kriegt, er könne von nun an auf Schritt und Tritt von den neugierigen (Kamera-)Augen seiner Mitmenschen beobachtet werden, kann aber beruhigt sein. Noch ist das Ganze (glücklicherweise) nur Zukunftsmusik und existiert lediglich in der Forschung.

Webseite: SenseCam
Meldung zum 70. Geburtstag von Gordon Bell
Microsofts “MyLifeBits“-Projekt

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2 Kommentare

  1. Gabriel
    schrieb am 14. Januar 2008 um 20:02 Uhr (#)

    These include light-intensity and light-color sensors, a passive infrared (body heat) detector, a temperature sensor, and a multiple-axis accelerometer.

    Lichtintensitäts-, Lichtfarb-, Körperwärme-, Temperatur- und Beschleunigungssensor.

  2. Schreibt hier auf dem Blog Juri Gottschall
    schrieb am 14. Januar 2008 um 20:40 Uhr (#)

    Richtig. Fast wie der menschliche Körper. Alle Sinneseindrücke werden erfasst.

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