Robert Capas Negative:
Sensationeller Fund

Robert Capas zerstört geglaubten Negative aus dem spanischen Bürgerkrieg sind wieder aufgetaucht. Seit dem Einmarsch der deutschen Truppen in Paris während des Zweiten Weltkriegs galten sie als verschollen.

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Robert Capas Koffer mit den Negativfilmen aus dem spanischen Bürgerkrieg

Die New York Times deckte jetzt am Wochenende diese Sensation auf. Gemäss ihrem Bericht seien die Negative in einem guten Zustand in drei Koffern vorgefunden worden. Jetzt wird es spannend: Nach über siebzig Jahren könnte möglicherweise die Frage geklärt werden, ob Capas berühmtes Bild des fallenden Soldaten gestellt war oder tatsächlich traurige Wirklichkeit ist:

Robert Capa, Erfinder der Kriegsreportage und Mitbegründer der Agentur Magnum, musste 1939 aus Paris nach Amerika fliehen, als der Zweite Weltkrieg ausbrach. Die Koffer mit den Negativen aus dem spanischen Bürgerkrieg blieben in einer Dunkelkammer in der französischen Hauptstadt zurück. Capa selbst hatte angenommen, dass die Negative während der deutschen Besatzung verloren gingen. Das glaubte er bis zu seinem Tod 1954 in Indochina.

1995 erhielt Jerald R. Green, ein Professor am New Yorker Queens College, einen Brief aus Mexiko. Darin schrieb ihm ein Filmemacher aus Mexiko City, dass er drei Koffer von seiner Tante geerbt habe. Er habe den Inhalt als Capas Fotografien identifiziert. Unter bisher ungeklärten Umständen waren die Negative über Marseille in die Hände eines mexikanischen Generals und Diplomats gelangt, der sie wohl nach Mexiko mitnahm.

Erst Ende Dezember 2007 waren die Verhandlungen mit dem anonym bleiben wollenden Mexikaner von Erfolg gekrönt. Die drei Koffer traten „ihre letzte Reise“ an, wie die New York Times schreibt: nämlich zum International Center of Photography in Midtown Manhattan. Dieses Zentrum wurde von Capas Bruder Cornell gegründet. Dessen Kurator Brian Wallis sagte: „Das ist wirklich der heilige Gral von Robert Capas Werk.“

Die Negative werden nun fachgerecht konserviert und katalogisiert. Konservations-Experten von Kodaks George-Eastman-Haus in Rochester, NY, konnten schon feststellen, dass die Qualität des Filmmaterials nach über siebzig Jahren immer noch bemerkenswert gut ist: „Es sieht aus, als wären die Bilder erst gestern gemacht worden.“

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Robert Capa: The falling Soldier, 1936

Dabei könnte es einige Überraschungen geben. Etwa zu dem Bild, mit dem Capa seinen Weltruf begründete: „The falling Soldier“ von 1936. Dessen Authentizität wurde immer wieder angezweifelt. Würde das Negativ in den Koffern entdeckt, könnte diese Frage wohl endlich beantwortet werden.

Auch über die Rolle von Gerda Taro, der ersten weiblichen Kriegsberichterstatterin weltweit, könnten die Negative mehr Aufschluss geben. Taro und Capa arbeiteten eng zusammen – auch im spanischen Bürgerkrieg. Bilder, die bisher Capa zugeschrieben werden, könnten auch von Gerda Taro stammen.

Slideshow

der New York Times zum sensationellen Fund

Robert Capa bei Wiki

4 Antworten

Trackbacks & Pingbacks

  1. […] es gleich zu sagen: Das Geheimnis um Robert Capas berühmtestes Bild “Falling Soldier” konnte nicht gelüftet werden. Diese Negative fanden sich nicht in den Schachteln. Dafür […]

  2. anonym sagt:

    […] Leica und Filme für 36 Aufnahmen, die Bewegung in die Bilder brachten. Mit einer Leica machte Robert Capa 1936 sein berühmtes Foto “The Falling Soldier” im Spanischen Bürgerkrieg; auf Bildern wirkt der Krieg “wie ein Gruppenausflug von […]

  3. […] dagegen folgt der Regel von Robert Capa: “Wenn die Bilder nicht gut genug sind, warst du nicht nahe genug dran.” Deshalb […]

  4. […] Seiten aus der New York Times in Originalsprache beigelegt, darunter auch der Bericht über die Wiederentdeckung der Negative des Fotografen Robert […]

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