Leserbilder in der Profi-Kritik:
Ruhe am Grab

Grabesstimmung der besonderen Art. Leider erfüllt die rote Schleife keinen wirklichen Zweck im Bild und lenkt mehr ab.

Kai Müller
Leserfoto (Klick für Vollansicht) (© Kai Müller). – Keine Exif-Daten

Kommentar des Fotografen:

Das Foto entstand an einem sehr grauen Sonntag auf dem Kölner Melaten Friedhof. Ich habe mit dem Fotografieren erst vor ein paar Monaten begonnen und freue mich über konstruktive Kritik und Verbesserungsvorschläge von Profis.

Profi Robert B. Fishman meint zum Bild von Kai Müller:

Die Stimmung auf diesem Bild eines Grabs gefällt mir gut, vor allem weil das Grabkreuz teilweise bewachsen ist und die Pflanzen schöne Schatten auf den Grabstein werfen. Was ich gar nicht verstehe, ist das rote Teil im Bild.

Leider ist es sehr dominant, mächtig, groß und vor allem unscharf und nicht erkennbar. Es lenkt vom eigentlichen Bild ab, ohne dass es dem Bild eine zusätzliche Aussage gibt. Klar hätte das Rot einen schönen Kontrast zum grau-grün der Grabstätte ergeben können. Dafür ist es mir allerdings nicht kräftig genug und zu verschwommen. Für meinen Geschmack hätte es auch kleiner sein müssen, um diesen Effekt zu erzielen.

Du hast hier mit dem Autofokus auf das Grab scharf gestellt und anscheinend mit einer recht großen, weit geöffneten Blende fotografiert. Dies führt zur Unschärfe vorne (rotes Teil). Hättest Du auf das Rote scharf gestellt, wäre das Grab bei dieser Blendenöffnung unscharf geworden. Eine Hilfe: Überlege vor dem Auslösen, was auf dem Bild später scharf erscheinen soll. Wenn alles scharf werden soll, empfiehlt sich eine möglichst kleine Blende (ab ca. 16 – je größer die Zahl, desto kleiner die Blendenöffnung).

Ein bisschen störend finde ich auch das harte Licht auf der Grabstätte. Dies führt zu einem sehr harten Kontrast und dazu, dass das rechte obere Viertel des Bildes schwarz wird. Dort gibt es ja keine Struktur mehr. Um das Bild weicher zu gestalten (hätte mir besser gefallen), empfiehlt sich eine möglichst niedrige Filmempfindlichkeit (ISO-Zahl, die man auch bei den Digitalkameras einstellen kann). Weicher ist das Licht morgens und abends. Mittags ist es hart und produziert sehr starke Kontraste, die für mich nicht so gut zu einem Friedhof passen. Dennoch, ich denke Du bist auf einem guten Weg!

In der Rubrik „Bildkritik“ analysieren Profi-Fotografen im Auftrag von fokussiert.com montags bis freitags jeweils ein Foto aus der Leserschaft.
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2 Antworten
  1. Kai Müller says:

    Danke für die Kritik, Robert.
    Der Schärfeverlauf und auch die Blende waren schon bewusst manuell gewählt. Das rote Blatt wollte ich als „Störer“ integrieren um die typischen Klischees beim Fotografieren von Gräbern (Grufti, oder Spooky, Weichgezeichnet, am besten noch Nebelschwaden :)) zu vermeiden.

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  2. bluetime says:

    hmmm, also das rote etwas da find ich auch sehr störend.
    zudem hätte ich versucht das grabkreuz etwas zentraler aufzunehmen.
    allerdings gefallen mir die grün töne der umgebung gut.

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