Leserbilder in der Profi-Kritik:
Aus 23 mach EINS

Diese Aufnahme gefällt auch, aber nicht nur, weil sie mit der neuen Technik von High Dynamic Range (HDR) aus 23 einzeln belichteten Bildern zusammengesetzt wurde. Ein geglücktes Bild ist es noch dazu.

Copyright Benjamin Hesser: HDR-Aufnahme
Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Benjamin Hesser). – Nikon d70s – f/11 – 24mm (36mm) – ISO200

Kommentar des Fotografen:

Entstand Ende August 2007 bei einem Versuch, mit Hilfe von HDR + Tonemapping die Stimmung und das Licht besser einzufangen: HDR (high dynamic range) aus 23 Aufnahmen

Profi Jan Zappner meint zum Bild von Benjamin Hesser:

Ein grandioses Landschaftsbild, das nicht nur aufgrund seiner Aufteilung, sondern auch wegen der technischen Herangehensweise überzeugt:

Komposition

Der Fotograf hat es sehr schön verstanden, dem Bild einen Vordergrund und einen Hintergund zu geben. Gleichzeitig wird aber auch die Fläche dazwischen durch die vielen Strohrollen gefüllt und der Betrachter in den Hintergrund geleitet.

Durch den tiefen Kamerastandpunkt wirkt der erste Strohballen schön dominant, ohne dem Himmel, der den überwiegenden Teil des Bildes ausfüllt, seine Strahlkraft zu nehmen.

Eine schönes Anschauungsbeispiel für einen gelungenen „Goldenen Schnitt“. Thema Spätsommer, Ernte, Sonnenuntergang, Idylle, Dramatik, Dorf. All das sind thematische Ansätze, die in dem Bild sehr organisch aber vor allem deutlich verbunden wurden. Es passt einfach alles zusammen.

Technik

Der Fotograf hat hier eine relativ neue Technik (HDR) verwendet, um die Kontrastunterschiede in einzelnen Bereichen des Bildes auszugleichen und so zu einem perfekt belichteten Bild zu kommen. Dafür wird, grob gesagt, für jede Belichtungssituation ein eigenes Foto gemacht, welche später am Rechner automatisch zusammengefügt werden.

Dadurch wird jeder Fotograf in die Lage versetzt, zu schwarze oder zu helle Bereiche in einem Bild zukünftig zu vermeiden. Voraussetzung ist erstens ein Stativ und zweitens Zeit.

Schon früher haben sich die Fotografen mit dem Problem der Belichtung auseinandergesetzt und Lösungen gefunden. Anselm Adams (1904-1984), der Meister der s/w Fotografie, hat schon früh sein „10-Zonensystem“ für eine perfekte Belichtung eingeführt. Die HDR Fotografie setzt diesem Ansatz jetzt die technische Krone auf.

In der Rubrik «Bildkritik» analysieren Profi-Fotografen im Auftrag von fokussiert.com montags bis freitags jeweils ein Foto aus der Leserschaft.
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6 Antworten
  1. Benjamin Hesser says:

    Erstmal vielen Dank für die ausführliche Kritik und die Kommentare!

    Ich stimme euch voll und ganz zu. In den meisten Fällen genügen für HDR und DRI zwischen 3-6 Aufnahmen. Ich habe mich davor allerdings nur mit DRI beschäftigt und bei meinem ersten Versuch mit HDR einfach eine Blendenreihe, von total unterbelichtet bis total überbelichtet, gemacht.
    Der einzige Effekt, der durch die vielen Aufnahmen, speziell bei diesem Bild erzielt wird, ist dass die Wolken dynamischer wirken, weil sie sich durch die Verzögerung der einzelnen Aufnahmen weiter bewegt haben.

    Weitere Kommentare, sowie Kritik sind weiterhin gerne gesehen!!

    Antworten
  2. David says:

    Ein schönes Bild!

    Aus technischer Sicht sind 23 Aufnahmen – zumindest für die Schärfe – sogar eher abträglich, da jede Messung (Aufnahme) auch Fehler mitbringt. Ich denke auch nicht, dass 23 nötig sind um die erforderliche Auflöung in den den Helligkeiten hinzubekommen.

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Trackbacks & Pingbacks

  1. […] erfreulich ist der Kontrastumfang: Er beweist, dass bei gutem Licht ein “HDR-Effekt” ohne Tricks und Vielfachbelichtung erzielt werden kann – ideal ist leichte Bedeckung des Himmels […]

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