James Nachtwey:
Kampf für das Leben

Uli Eberhardt, 1. März 2008 08:54 Uhr, 0 Kommentare Kommentare

Krieg, Tod und Krankheit sind die Themen von James Nachtwey. Das Pariser “Laboratoire” zeigt seine Bilder von Seuchenopfern aus aller Welt – Titel: “Combat pour la vie”, Kampf für das Leben.

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James Nachtwey: Hutu – befreit aus einem Todeslager, Ruanda. 1994

James Nachtweys schockierende Bilder vom Völkerschlachten in Ruanda sind weltweit bekannt geworden. Nicht weniger erschütternd die von Seuchen gezeichneten Kranken. “Ich möchte dem Schmerz ein Gesicht geben”, sagt Nachtwey.


Der amerikanische Fotojournalist und Kriegsberichterstatter James Nachtwey ist umstritten. Vorgeworfen wird ihm, dass seine Fotografie den Schrecken zu sehr ästhetisiere. Außerdem würden immer grausamere Darstellungen lediglich die Sensationslust des Publikums befriedigen – hier steht der Begriff “War Pornography” im Raum.

Nachtwey dagegen folgt der Regel von Robert Capa: “Wenn die Bilder nicht gut genug sind, warst du nicht nahe genug dran.” Deshalb verwendet er gerne Weitwinkel-Objektive und verzichtet auf Tele. Seit 1981 ist er in allen Kriegs- und Krisengebieten der Welt unterwegs. Sein Credo ist: Er möchte Mitgefühl mit den Opfern von Kriegen, Krankheiten und sozialer Ungerechtigkeit vermitteln und damit die Politik zum Handeln veranlassen.

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James Nachtwey: Kambodscha. Ein Arzt untersucht Yin Ron, 52. Tuberkulose

Mit seinen Bildern der Opfer von Infektionskrankheiten möchte er auf die weltweite Gesundheitskrise aufmerksam machen. Das “Laboratoire” im Herzen von Paris ist dafür der richtige Ort: Es ist im Herbst 2007 als ein Ort gegründet worden, wo Kunst und Wissenschaft, in diesem Fall die Medizin, zusammentreffen. “Artscience” nennt es sich mit einer eigenen Wortschöpfung selbst. Nachtweys dort gezeigte Bilder entstanden in Sibirien, Asien und Afrika.

James Nachtwey, Jahrgang 1948, studierte Kunstgeschichte und Politik und ist als Fotograf Autodidakt. Mit einer Reportage über Unruhen in Belfast, Nordirland, trat er erstmals in eine größere Öffentlichkeit. 1986 wurde er Mitglied bei der Fotoagentur Magnum. 2001 trat er dort aus und wurde Mitbegründer der neuen Agentur VII. Er wohnt, wenn er nicht gerade unterwegs ist, am Rand von Manhattan. So konnte er als Augenzeuge die Ereignisse vom 11. September 2001 dokumentieren.

James Nachtwey: Combat pour la vie
Le Laboratoire, bis 17. März
4, rue du Bouloi, 75001 Paris
info@lelaboratoire.org
Geöffnet Freitag bis Montag 12 bis 19 Uhr.

Le Laboratoire

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