Leserbilder in der Profi-Kritik:
Fluchtpunkte nicht vergessen

Grafisches und farbliches Muster, Perspektive, Grafikwirkung – und eine Person, die dem ganzen eine Geschichte verleiht: Sehr gelungene Mixtur. Der einbezug des Fluchtpunkts allerdings verliehe dem Bild noch mehr Tiefe.

Copyright Nina Liesegang

Copyright Nina Liesegang


Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Nina Liesegang). – Canon – CanoScan 4400F
;-)

Kommentar der Fotografin:

Ich weiß leider Brennweite, Blende und Verschlusszeit nicht, da ich das Bild mit analoger Kamera und Zoomobjektiv gemacht habe.

Profi Jan Zappner meint zum Bild von Nina Liesegang:

Ein schönes Bild, das Ruhe durch seine klare Anordnung und Perspektive ausstrahlt. Die scheinbar endlosen Stuhlreihen sind dabei wirkungsvoll als perspektivisches Element genutzt, die dem Foto eine Tiefe und damit Dreidimensionalität verleihen.

Durch die einzelne Person im Vordergrund wird schließlich noch eine Geschichte von einem sehr wahrscheinlich bald beginnenden Theaterstück oder Konzert angedeutet, ohne sich zu sehr auf den Menschen zu konzentrieren (Rückansicht), was die Ruhe des Bildes verstärkt.

Auch farblich überzeugt der Ausschnitt, da konsequent nur die gelben Stuhlreihen gewählt wurden und darüber hinaus nichts zu sehen ist.

Um die perpektivische Wirkung noch zu erhöhen, hätte man sich noch auf die Suche nach Fluchtpunkten begeben können. Also verschiedene Linien, die sich in einem Punkt innerhalb oder ausserhalb des Bildes treffen und damit das Bild dynamisieren. Hier ist zwar ein Fluchtpunkt angedeutet (die Linien der Stuhlreihen mittig und aussen laufen natürlich irgendwo zusammen), jedoch ist dies nicht so offensichtlich.

Für Klarheit diesbezüglich hätte vielleicht gesorgt, die Stuhlreihen schräg und in einer Beugung aufzunehmen. Damit wären die Linien stärker zueinander gelaufen und hätten einen klareren Fluchtpunkt gebildet. Die Person hätte immer noch im Vordergrund sitzen können, nur eben eine wenig seitlich. Damit wäre dann auch die Stimmung eines Amphietheaters stärker hervorgetreten.

Ein leichtes Teleobjektiv jedenfalls ist genau die richtige Wahl, wenn die Ebenen eines Bildes zusammengerückt werden sollen.

In der Rubrik «Bildkritik» analysieren Profi-Fotografen im Auftrag von fokussiert.com montags bis freitags jeweils ein Foto aus der Leserschaft.
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