Leserbilder in der Profi-Kritik:
Blumen-Porträt

Douglas Abuelo, 9. April 2008 13:25 Uhr, 2 Kommentare Kommentare

Blumenbilder lassen sich genauso wie Porträts durch geringe Schärfentiefe in Vorder- und Hintergrund aufteilen. Regenwetter hilft ferner, die Blume in Szene zu setzen.

Julian Schrader
Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Julian Schrader). – Minolta DiMAGE A1 – 1/40s – f/3.5 – ISO 125 – 43mm

Profi Douglas Abuelo meint zum Bild von Julian Schrader:

Dies ist ein hübsches Foto. Schöne Farben und eine gute Blendenwahl ergänzen sich, um Aufmerksamkeit zu erregen. Der bedeckte Himmel erzeugt ein fast perfektes, diffuses und gleichmäßiges Licht, das keine harten Schatten wirft.

Durch die Wahl einer großen Blende ergibt sich wenig Tiefenschärfe, was ein gutes Beispiel dafür ist, wie man Objekte im Vordergrund vom Hintergrund trennen kann.

Diese Technik ist nicht nur geeignet für die Aufnahme von Blumen, sondern auch für Porträts. Es ist auch ein guter Trick, den Du benutzen kannst, wenn der Hintergrund wenig attraktiv ist.

Ich mag, wie Du die Blume eingerahmt hast, dass sie unterhalb der Bildmitte, an der unteren Seite des Goldenen Schnitte platziert ist. Zugleich frage ich mich, wie es wohl ausgesehen hätte, wenn Du die Kamera gedreht und statt eines horizontalen ein vertikales Bild gemacht hättest. So sieht es fast aus, als wäre es an der Unterseite abgeschnitten, vielleicht wäre ein wenig mehr vom Stängel gut gewesen.

Julian Schrader (bearbeitet)

Trotzdem gibt es einige Dinge, die ein hübsches Bild noch besser hätten machen können. Als erstes hätte der Fotograf vermeiden sollen, dass die ablenkende herunterhängende Blüte an der unteren Kante mit ins Bild kommt. Dies stört die Ausgewogenheit des Fotos und verhindert einen sauberen, starken Kontrast mit dem Hintergrund.

Meiner Meinung nach wäre eine kürzere Belichtungszeit besser gewesen, etwa um eine halbe bis ganze Blende. Dies hätte die Farbe brillanter, und die Blume vielleicht noch schärfer erscheinen lassen. Mit Photoshop habe ich einige Veränderungen vorgenommen, die im Beispiel gesehen werden können: Ich habe das Ablenkende Blüte herausgenommen, indem ich «Kopierstempel-Werkzeug« und «Reparaturpinsel-Werkzeug« verwendet habe. Auch den Kontrast und die Farben habe ich etwas verändert, wobei ich «Farbbalance«, «Tonwertkorrektur« und «Farbton/Sättigung« benutzte. Dies sind alles ziemlich leichte Dinge, die Du mit ein bisschen Übung auch problemlos in Deiner digitalen Dunkelkammer anwenden kannst.

In der Rubrik «Bildkritik» analysieren Profi-Fotografen im Auftrag von fokussiert.com montags bis freitags jeweils ein Foto aus der Leserschaft.
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2 Kommentare

  1. Julian Schrader
    schrieb am 9. April 2008 um 20:09 Uhr (#)

    Vielen Dank für die Kritik und die hilfreichen Vorschläge!

    Der herunterhängende Teil der Blüte ist mir beispielsweise mit dem Vergleichsbild als unglaublich störend aufgefallen — werde in Zukunft ein wenig genauer hinschauen und auch ruhig mal korrigierend mit Photoshop eingreifen.

  2. Schreibt hier auf dem Blog Peter Sennhauser
    schrieb am 10. April 2008 um 05:54 Uhr (#)

    Julian: Ich bin vielleicht ein Purist, aber ich finde, solche Dinge sollten nur im äussersten Ausnahmefall in Photoshop geschehen. Ich glaube, auch Douglas wollte lediglich zeigen, was man hätte vor Ort machen können. In der Kunst spielen solche Eingriffe vielleicht keine so grosse Rolle, dennoch finde ich, Manipulationen am Bild sollten sich auf das Retuschieren von Staub und all jene Dinge beschränken, die man auch in der Dunkelkammer bewerkstelligen konnte.
    Immerhin steht inzwischen der Ruf der Fotografie auf dem Spiel, und ich würde jedenfalls bei jedem Bild, an dem ich etwas am Motiv verändert habe, eine Deklaration der Manipulationen beistellen.

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