Nachtaufnahmen:
Aufhellblitz oder Taschenlampe

Nächtliche Langzeitaufnahmen könnten häufig einen Aufhellblitz – meist auf dem Vordergrund-Objekt – vertragen. Alternative wäre die Lightbrush-Technik.

Oliver Raupach
Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Oliver Raupach). – Canon EOS 350D – 25s – f/13 – ISO100 – 18mm (27mm)

Kommentar des Fotografen:

Das Bild ist eine nächtliche Langzeitaufnahme und zeigt das Trojanische Pferd vor der Antikensammlung in München. Belichtungsdaten siehe EXIF. Das Bild ist als Teil einer Belichtungsreihe entstanden – hier plus 2/3.

Profi Douglas Abuelo meint zum Bild von Oliver Raupach:

Dieses Foto hätte sehr von einer etwas anderen Perspektive, einem grösseren Weitwinkel und einem Blitz, der das Holzpferd aufhellt, profitiert.

Die Perspektive des viel kleineren Pferdes im Vordergrund und dem viel größeren klassischen Gebäude im Hintergrund versehen das Bild mit einem interessanten Aspekt, aber ansonsten gibt es nicht viel, das uns zum Denken anregt oder visuell bemerkenswert ist.

Wäre der Fotograf etwas nach links gerückt und hätte so mehr von dem Gebäude ins Bild eingeschlossen, wäre meiner Meinung nach der proportionale Unterschied zwischen dem Pferd und dem Gebäude sichtbarer und auffälliger. Ein Objektiv mit noch mehr Weitwinkel hätte Dich näher an das Pferd herankommen lassen, während immer noch das Übrige seiner Beine und mehr vom Gebäude zu sehen wäre. So, wie das Foto jetzt ist, verliert sich der Kopf des Pferdes im Dunkel des Nachthimmels, was dem Foto nicht zuträglich ist.

Wäre das Pferd vor dem Gebäude abgebildet, könnten wir mehr von dem hier fast kopflosen Tier sehen. Ein wenig Blitz hätte das Pferd auch gut hervorheben können, und hätte eine Trennung zwischen beiden Objekten gegeben.

Die meisten Kameras heutzutage haben eingebaute Blitze, die, wenn sie korrekt gehandhabt werden, schöne Fill-Flash ergeben, jedoch das Foto meist flach erscheinen lassen. Für DSLRs gibt es separate Blitzgeräte, die wir entweder auf die Kamera stecken, oder von der Kamera entfernt mit einem Drahtauslöser oder einer Fernbedienung betätigen können.

In diesem Fall wäre viel mehr vom Pferd zu sehen, wäre es von links mithilfe eines Blitz’ auf einem Ständer oder sogar in den Händen eines Freundes beleuchtet worden, was auch eine viel interessantere Lichtsituation ergeben hätte. Wenn Du keinen separaten Blitz hast, kannst Du natürlich auch kreativ werden und eine Taschenlampe oder eine andere Lichtquelle benutzen – bei einer Belichtungszeit von 25 Sekunden eine echte Option.

In der Rubrik «Bildkritik» analysieren Profi-Fotografen im Auftrag von fokussiert.com montags bis freitags jeweils ein Foto aus der Leserschaft.
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