Reiher-Porträt:
Standard ohne Licht

Tierfotografie stellt hohe Ansprüche, weil die Modelle sich nicht zum Shooting zur Verfügung stellen. trotzdem sollte man sich nicht mit mittelmässigem Licht und der Standard-Pose des Motivs begnügen.

Peter Meier: Portrait eines Reihers

Peter Meier: Portrait eines Reihers


Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Peter Meier). – Canon EOS 400D – 1/50s – f/6.3 – ISO 200 – 300mm (450mm)

Kommentar des Fotografen:

Da ich sehr gerne Vögel usw. fote, wollte ich hier mal ganz schlicht ein fast Portrait eines Reihers ablichten.

Profi Jan Zappner meint zum Bild von Peter Meier:

Ein schönes Bild, dass technisch richtig gelöst ist. Natürlich wird in der Natur- Tierfotografie ein Teleobjektiv immer zur Standardausrüstung gehören, wer kann schon auf ein paar Meter an scheue Tiere heran:

Genau so hat es der Fotograf hier gemacht und mit einem 300 (450 mit Brennweitenverlängerung) den Kopf eines Reihers herausgearbeitet.

Durch die lange Brennweite verschwimmt der Hintergrund zu einer unförmigen grünen Fläche, die nicht mehr vom Tierkopf ablenkt. Das ist also auch inhaltlich sehr gut eingesetzt.

Beim Hintergrund stören mich allerdings die zwei hellen Flecken links oben und unten. Die lenken nicht unerhelblich vom hellen Gefieder ab. Vielleicht hätte ein anderer Standpunkt einen Vorteil gebracht.

Vor allem aber fehlt mir eindeutig ein schönes Licht. An diesem Tag war wohl diesiges Wetter. Aber man stelle sich den Vogel im Sonnenuntergang mit leuchtendem Gefieder. Wenn Sie, Herr Meier, aber gern Vögel fotografieren, dann haben sie doch sicherlich schon mal Vögel im Sonnenlicht fotografiert. Warum stellen sie solche Bilder nicht online? Da können sie noch wesentlich mehr rausholen.

Auch denke ich mir, dass diese Perspektive schon sehr häufig fotografiert, gesehen, gezeigt und bewertet wurde. Warum nicht mal was anderes? Schräg über den Schnabel z.B., der bei dieser Brennweite und Blende unscharf wäre und nur die Augen und der Kopf scharf wären.

Oder wenn der Vogel seinen Schnabel aufreißt oder etwas anderes spannendes macht. Ich bin mir sicher, dass sie da noch wesentlich bessere Bilder hinkriegen, die ein wirklicher Hingucker sind. Hier muss ich sagen, fehlt mir das Besondere.

In der Rubrik «Bildkritik» analysieren Profi-Fotografen im Auftrag von fokussiert.com montags bis freitags jeweils ein Foto aus der Leserschaft.
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