David Rubinger:
Das Auge Israels

Uli Eberhardt, 21. Mai 2008 07:35 Uhr, 0 Kommentare Kommentare

Der Staat Israel feiert 60. Geburtstag und David Rubinger war von Anfang an als Fotograf mit dabei. Seine Bilder aus 60 Jahren machen ihn zum “Auge” der Geschichte Israels.

David Rubinger: Blockade Jerusalem
David Rubinger, 1948: Wasser war eine sehr rare Ressource im belagerten Jerusalem. Zur Bildgalerie

Unter dem Titel «Israel. 60 Jahre – 60 Bilder. Aus David Rubingers Fotoarchiv« zeigt das Jüdische Museum Wien bis 26. Oktober in seiner Außenstelle am Judenplatz die Ausstellung. Jedes Jahr der 60-jährigen Geschichte wird mit ausgewählten Fotos schlaglichtartig beleuchtet. Alle Fotos stammen vom 1924 in Wien geborenen David Rubinger, einem der bedeutendsten Pressefotografen Israels. Rubinger war fotografischer Zeuge der Geburt Israels und begleitete den Staat auf seinem Weg in die Gegenwart.

David Rubinger arbeitete ebenso für lokale Zeitungen wie für das Time/Life-Magazin. Bei jedem bedeutenden Ereignis der israelischen Geschichte dieser 60 Jahre war er zugegen. Bei den Kriegen fand man ihn an vorderster Front.

David Rubinger: Der Sechs-Tage-KriegDavid Rubinger: Frieden zwischen Israel und Ägypten - Begin und Sadat
David Rubinger: 1967 – Der Sechs-Tage-Krieg (links), 1979 – Frieden mit Ägypten (rechts) – zur Galerie.

Seine Leidenschaft für die Fotografie und seine Besessenheit, die Ereignisse festzuhalten, ließ ein einzigartiges Bildarchiv entstehen, das die Erinnerung an die wechselvolle Geschichte Israels und seiner Menschen wach hält. Trotz seiner Liebe zum Land steht er den politischen Entwicklungen kritisch gegenüber und dokumentierte auch stets die Schattenseiten. 1977 wurde ihm der «Israel-Preis« verliehen, die höchste zivile Auszeichnung des Staates.

David Rubinger: Israelische Soldaten bewachen Gefangene im Sechstage-Krieg im Gaza-Streifen, 1967 (Keystone / David Rubinger)Drei Pioniere aus dem Sechstagekrieg, Zion Karasanti, links Yitzhak Yifat, mitte, und Haim Oshri, in der Altstadt Jerusalems, die am 7. Juni 1967 im Sechstagekrieg erobert wurde, und vierzig Jahre danach am 17. Mai 2007. Bilder Keystone / David Rubinger / Amit Shabi
Israelische Soldaten bewachen Gefangene im Sechstage-Krieg im Gaza-Streifen, 1967. Rechts: Drei Pioniere aus dem Sechstage-Krieg an der eroberten Klagemauer in Jerusalem und vierzig Jahre später (Bilder Keystone / David Rubinger / Amit Shabi).

Für viele ging ein Traum in Erfüllung, als David Ben-Gurion am 14. Mai 1948 unter einem Porträt von Theodor Herzl die israelische Unabhängigkeitserklärung verlas. Auch für David Rubinger, einen jungen Mann aus Wien, der als 24-Jähriger 1938 aus seiner Heimatstadt mit Hilfe der zionistischen Jugendbewegung HaShomer HaZair aus Österreich in das britische Mandatsgebiet Palästina fliehen konnte. Dort trat er 1942 in die Jüdische Brigade der britischen Armee ein und kämpfte an verschiedenen Kriegsschauplätzen gegen das nationalsozialistische Deutschland. Als er 1945 seine erste Kamera in Paris geschenkt bekam, markierte dies den Beginn einer Leidenschaft, die sowohl für ihn als auch für das visuelle Gedächtnis des Staates Israel große Bedeutung erlangen sollte. Sie hält bis heute an.

Weitere Infos und Bilder gibt’s beim Jüdischen Museum in Wien – leider eine sehr unübersichtliche Website. Wiki schweigt sich zu David Rubinger weitgehend aus. Eine kleine Online-Galerie gibt es zu finden, ohne die Erklärungen zu den historischen Situationen sind die Bilder aber meist kaum zu verstehen.

Israel. 60 Jahre – 60 Bilder. Aus dem Fotoarchiv David Rubingers

Museum am Judenplatz, Judenplatz 8, A-1010 Wien, bis 26. Oktober
Telefon +43 (1) 535 04 31, E-Mail info@jmw.at
Geöffnet Mo – Do, Sa, So 10 – 18 Uhr, Fr 10 – 14 Uhr

David Rubinger im Jüdischen Museum Wien
Eine kleine Online-Galerie über David Rubinger

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