4. Kasseler Fotofrühling:
Das gute (Foto)-Buch

Dem Foto-Buch als einer eigenständigen fotografischen Ausdrucksform widmet sich der 4. Kasseler Fotofrühling vom 30. Mai bis 1. Juni. Mit Gelegenheit für Fototalente, ihr Portfolio zu präsentieren.

Logo des Kasseler Fotofrühlings 2008

“Foto:Buch” – so lautet der Titel des vierten Fotofrühlings. Viele namhafte Fotobuch-Verlage auch aus dem Ausland sind an der Kasseler Kunsthochschule vertreten, zeigen ihre Programme und die Verleger referieren und diskutieren. Übrigens wird auch Martin Parr in Kassel sein, der – wie fokussiert.com kürzlich berichtete – eine eigene und umfangreiche Fotobuchsammlung besitzt (und derzeit in München ausstellt).

Das Kasseler Fotoforum teilt mit:

Abseits vom boomenden Markt für Originalabzüge hat sich das Fotobuch als ernstzunehmende und eigenständige fotografische Ausdrucksform etabliert. Das gedruckte Buch bietet Raum für eine ganze Serie, die in Layout und Ausstattung eine dem Inhalt entsprechende Form findet. Durch eine gegenüber Einzelabzügen, Editionen und Künstlerbüchern höhere, aber nicht beliebig hohe Auflage ist das Fotobuch ein relativ preiswertes, sozusagen demokratisches Mittel, sich mit künstlerischer Fotografie auseinanderzusetzen.

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Portfoliosichtungen – eine Gelegenheit für hoffnungsvolle, bisher unentdeckte Fotografen: Am Samstag, 31. Mai und Sonntag, 1. Juni wird es zwei Sichtungstermine geben, an denen sich neben den Verlegern Fotografen, Redakteure und andere Foto-Experten beteiligen. Zwei mal 20 Minuten mit zwei Experten kosten 80 Euro (Ermäßigung für Studenten) – eine vielleicht gute Investition (die zudem sehr an unsere Fotokritik durch Profis erinnert). Die Veranstalter bitten um schnellstmögliche Anmeldung über die Webseite des Kasseler Fotoforums per E-Mail – denn die Plätze sind begrenzt. Von der Anmeldeseite gibt’s auch einen Link mit Tipps zur Vorbereitung der Portfolios.

Zum Auftakt des Programms berichten am Freitag, 30. Mai, vier Fotobuch-Verleger über ihre Arbeit. Am Samstagnachmittag und Sonntagfrüh sind die Vorträge geplant, unter anderem eben Martin Parr. Ausstellungen von Fotobüchern, Workshops und Verkaufsstände der Verlage runden das umfangreiche Programm ab.
Die Programm-Planung hat sich in den letzten Tagen mehrfach kurzfristig verändert, deshalb empfiehlt sich vor der Anreise ein Blick auf die Webseiten des Kasseler Fotoforums.

Kasseler Fotoforum

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3 Kommentare

  1. Hans Kolpak
    schrieb am 4. Juni 2008 um 19:46 Uhr (#)

    Einmalig gedruckt: Online dupliziert
    Ein gedrucktes Fotobuch und eine Online-Galerie im Internet haben tatsächlich etwas gemeinsam: Fotos.

    Ein Verlag existiert mit der Absicht, Gewinne zu erzielen. Ein Berufsfotograf sorgt durch sein Handwerk für seinen Lebensunterhalt. Damit blende ich bewußt alle anderen Beweggründe aus, die ebenfalls für eine Veröffentlichung maßgebend sein können.

    Hierbei fällt mir auf, daß Online-Medien ohne die große Zeitverzögerung bei der Honorierung auskommen und ohne das höhere wirtschaftliche Wagnis, das mit der Herausgabe eines Fotobuches verbunden ist.

    Der Umfang und die Gestaltung eines Fotobuches liegen für jeden Auflage fest. Und die Vertriebsform “Book on Demand” ist kaum die optimale für ein Fotobuch. Aussehen und Inhalt einer Online-Galerie können täglich geändert werden. Neue Themen oder Motive können kurzfristig bedient werden.

    Somit erweitert das Internet die Chancen eines Fotografen beträchtlich, von einer Öffentlichkeit wahrgenommen zu werden. Er kann die tägliche Ausbeute seines Schaffens ebenfalls täglich online stellen.

    Denke ich darüber nach, dann finde ich wiederum einen Grund zu sagen: “Das Internet ist eine wunderbare Erfindung!”

    Hans Kolpak
    We illustrate the world.

  2. Schreibt hier auf dem Blog Peter Sennhauser
    schrieb am 4. Juni 2008 um 22:59 Uhr (#)

    @Hans: Als Schreiberling (und Gelegenheitsfotograf) beneide ich die Fotografen vor allem um eines: Die Qualität ihrer Arbeit ist immer auf einen Blick erfassbar, auch in einer kleinen Auflösung, auch oder grade auf einer Website – aber wirklich geniessen möchte man ihre Arbeit im Grossformat an einer weissen Wand oder in einem wunderbaren Fotobuch.

    Das Internet hat wohl vielen Stock-Fotografen das Geschäft mit Standard-Bildern kaputtgemacht, aber es hat auf der andern Seite eine Unmenge an Kunstfotografen gefördert, die bisher einfach Mangels Zeit und Geld keine Chance hatten, ein Publikum zu finden.

    Wenn jemand sich nicht vor den Auswirkungen des Internets auf seinen Beruf zu fürchten braucht, sage ich mal schnell dahin, dann sind es die ernsthaften Kunstfotografen – für sie ist das Web die wunderbarste Galerie, die sie sich wünschen konnten.

    Um auf den Anfangssatz zurückzukommen: Ich beneide sie darum, denn Schreibarbeit verlangt nicht nur Zeit und Aufwand vom Konsumenten, sondern verliert durch Copy/Paste eine Vermarktungsmöglichkeit.

  3. Schreibt hier auf dem Blog Wolf-Dieter Roth
    schrieb am 5. Juni 2008 um 00:16 Uhr (#)

    Peter, die Fotohonorare sind noch schlechter als die Texthonorare. Kein Grund zum Neid. Fotografen werden lediglich nicht so angegiftet wie Schreiber (von Paparazzi mal abgesehen, dem Äquivalent des Boulevardjournalisten) und mehr bewundert. Aber von Bewunderung kann man nicht leben. Und verkauft werden nur wenige Bilder.

    Du sagst es ja: Kunstfotografen. Kunst ist meist brotlos, außer man ist bereits tot. Oder, wie ein Freund von mir immer sage pflegt: “Warts nur ab, in 100 Jahren ist ein echter Sennhauser echt was wert!”.

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