Perfektes Bild:
Anpassungen möglich

Jörg Bühlmann: Hamburger Speicherstadt

Jörg Bühlmann: Hamburger Speicherstadt


Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Jörg Bühlmann). – Leica Digilux2 – 1/125s – f/6 – ISO 100 – 14.4mm

Kommentar des Fotografen:

Speicherstadt im Herbst. Hamburg 2007

Profi Douglas Abuelo meint zum Bild von Jörg Bühlmann:

Dies ist ein sehr schönes Bild. Ich nehme an, der Fotograf kannte den Ort und wartete darauf, dass die Boote den Kanal entlang kommen. Entwerder das, oder er hatte einfach Glück und war zu rechten Zeit am rechten Ort. Wie dem auch sei, auf jeden Fall hat er auf hervorragende Weise sein Bild komponiert, und ein ausgewogenes und perspektivenreiches Foto kreiert:

Eine Sekunde später, und die Boote hätten sich in einer weniger «perfekten« Position befunden.

Ansonsten rührt die Stärke des Bildes vom Gefühl des feuchten Herbstnachmittags her, das durch das dunkle Wasser und den Nebel hervorgerufen wird. Wenn wir Veränderungen vornehmen wollen, müssen wir sehr vorsichtig sein, damit wir es nicht übertreiben und damit die Stimmung ruinieren.

Im Grunde ist es ein recht simples Foto mit nur wenigen Elementen und keinen Menschen. Dieses Spartanische, der Nebel und die Schlucht der Gebäude geben dem Bild etwas Surreales. Wollen wir etwas an diesem Bild verändern, dann sind es vielleicht die Farben und Töne. Wird dies richtig gemacht, kann das erzeugte Gefühl sogar intensiviert werden. Wie das genau erreicht wird hängt von Dir ab.

Jörg Bühlmann, bearbeitet

Jörg Bühlmann, bearbeitet

Jörg Bühlmann bearbeitet

Jörg Bühlmann bearbeitet

Die beiden Beispiel zeigen, wie unterschiedlich die Ergebnisse sind, wenn man das Foto einfach erhellt oder verdunkelt und die Farben dezent verändert.

Mir gefällt das dunklere wegen der düsteren Stimmung, die es erzeugt. Das hellere ist meiner Meinung nach zu 08/15, zu normal, ohne geheimnisvolle Atmosphäre. Aber das ist nur ein Beispiel dafür, wie selbst bei einem Foto, das mit guter Komposition und viel Gespür für den richtigen Moment aufgenommen wurde, fast immer Raum für Verbesserung ist, wenn wir nur genau hinsehen. Und seien es individuelle Anpassungen.

Mach Dir Gedanken darüber, was für ein Gefühl Du erzeugen willst, welche Botschaft Du senden willst, was Dir der Moment bedeutet und finde heraus, wie Du das am besten fotografisch umsetzen kannst und dabei Deine eigene Stimme und Meinung mit einfließen lässt.

In der Rubrik «Bildkritik» analysieren Profi-Fotografen im Auftrag von fokussiert.com montags bis freitags jeweils ein Foto aus der Leserschaft.
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5 Kommentare

  1. Also mein erster Eindruck war nicht, dass das Bild düster ist; vielmehr dachte ich sofort: ja, so ist das Wetter in Hamburg. Irgendwie gehört dieses Wetter zu Hamburg und damit auch zu dem Bild.

  2. Ist Hamburg so düster…? Ich finde die Symbolkraft, das neblige Licht, den Wellenbruch des gespiegelten Himmelllichtstreifens dieser Aufnahme umwerfend, die Schlucht der Speicher, die fast vorsichtig dahingleitenden Schiffe – tatsächlich muss das nicht bedrückend interpretiert werden, aber mir gefällt die dunkelste Version auch am besten. Und sie fände grossformatig Platz an einer Wand meiner Wohnung.

  3. Tja, Geschmackssache…in der dunklen Version ist es halt einfach dunkel…da sieht man die Wände und den Nebel nicht mehr…einfach unterbelichtet…Gegenteil von HDR…

    (In HDR müßte das mit dem Nebel extrem werden!)

  4. Wolf, du musst offensichtlich mal wieder Deinen Bildschirm kalibrieren. ;-P

    In der dunklen fassung kommen die vertikalen Regenrinnen links und die wagerechte Glanzreihe auf dem Vordach rechts besonders gut zur Geltung.

  5. Ist wie gesagt eine Stimmungsfrage, keine Technikfrage. Technisch besser, weil kontrastreicher, mag das dunkle Bild erscheinen. Der Nebel, der den Kanal durchwabert, ist da aber weniger, und der gefällt mir an dem Bild. Auf anderen würd er mich vielleicht stören, z.B. wenn alles im Nebel liegt…

Ein Pingback

  1. [...] Speicherstadt in Hamburg kenne ich lediglich aus Bildern. Und auch wenn ich inzwischen der Meinung bin, dass ich sie erkennen würde, staune ich über die [...]

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