Thomas Hoepker:Sein Lebenswerk

Uli Eberhardt, 14. Juni 2008 10:03 Uhr, 0 Kommentare Kommentare

Thomas Hoepkers Lebenswerk gibt es vom 14. Juni an den ganzen Sommer über in Oberhausen zu sehen: Fotografien aus fünf Jahrzehnten.

hoepker_japanw.jpg
Thomas Hoepker: Mädchen mit dem japanischen Nationalsymbol auf der Stirn, Tokio, Japan, 1977

Thomas Hoepker, 1936 in München geboren, zählt international zu den bedeutendsten deutschen Fotografen. Neben seiner jahrzehntelangen Tätigkeit als Fotojournalist für die Illustrierten “Kristall”, “Magnum”, “twen” und “Stern” hat er auch die Zeitschrift “Geo” als Fotograf und Executive Director der amerikanischen Ausgabe wesentlich mitgeprägt. Von ihm stammt das schöne Zitat: “Das wichtigste Werkzeug des Fotografen sind seine Füße.”

Die Ludwig Galerie Schloss Oberhausen zeigt in Kooperation mit Magnum Photos, Paris und dem Fotomuseum im Münchner Stadtmuseum die Ausstellung “Photographien 1955 – 2008″. Aus mehreren tausend Originalabzügen, die Thomas Hoepker dem Münchner Fotomuseum überlassen hatte, entstand mit Magnum Photos und dem Verlag Schirmer/ Mosel eine Retrospektive von 200 Aufnahmen aus fünf Jahrzehnten, die für sein Gesamtwerk repräsentativ ist.

Eigens für die Ausstellung in Oberhausen aktualisiert Thomas Hoepker die Ausstellung mit Arbeiten bis 2008.Die Retrospektive umfasst fünf Jahrzehnte und beinhaltet Themen wie USA 1963 – 2003 und Ost-Deutschland 1959 – 1990. Dazu kommen Fotoreportagen und Reisen nach Süd-Amerika, Asien und Afrika. Künstlerportraits aus den USA und Deutschland sowie Landschaftsfotografien spiegeln Hoepkers breit angelegte Arbeitsweise. Die Ausstellung wird ergänzt durch originale Illustrierte «Kristall« und «Stern« sowie durch Ausschnitte aus Hoepkers Dokumentarfilmen, die in Zusammenarbeit mit Christine Kruchen entstanden sind.

Thomas Hoepker
Thomas Hoepker: Eine norwegische Touristengruppe auf Kamelen bei den Pyramiden von Gizeh, Ägypten, 1962

Hoepkers Aufnahmen spiegeln ein sozial engagiertes, humanistisch geprägtes Weltbild. Sie sind oft eingesetzt worden im Kampf gegen Hunger, Analphabetismus und Krankheiten in Afrika, Asien und Südamerika. “Ich möchte versuchen, mit meinen Bildern zu provozieren, ohne Sensationen künstlich zu schaffen und ohne die Wahrheit zu entstellen. Aber ich möchte hin und wieder etwas in Bewegung bringen, um zu helfen”, so Thomas Hoepker 1964.

Nach langjährigem Aufenthalt in Ostberlin, Hamburg und München lebt Thomas Hoepker heute in New York. Von 2003 bis 2006 leitete er als Präsident die Foto-Agentur Magnum. Seit 1972 wirkt er auch als Autor, Kameramann und Produzent von TV-Dokumentationen. In jüngster Vergangenheit arbeitet er mit seiner Frau, der Filmemacherin Christine Kruchen, vor allem für den Südwestrundfunk und Arte.

Das Begleitbuch zur Ausstellung: Thomas Hoepker – Photographien von 1955 bis 2005, Schirmer/Mosel, München 2005, 39,80 Euro.

Zeitgleich zeigt die Ludwig Galerie im Kleinen Schloss Oberhausen die Ausstellung «Metamorphosen – Europäische Landschaften zwischen Industrie und Natur – Fotografien von Thomas Wolf«, die den Strukturwandel von Industriemetropolen wie Amsterdam, Barcelona, Manchester, Leipzig und dem Ruhrgebiet zum Thema hat.

Also: Nichts wie hin nach Oberhausen!

Thomas Hoepker: Photographien 1955 – 2008
14. Juni bis 14. September 2008
Ludwig Galerie Schloss Oberhausen, Konrad-Adenauer-Allee 46, 46049 Oberhausen
Telefon +49 (0)208 4124928, E-Mail sekretariat.ludwig-galerie@oberhausen.de
Geöffnet Di – So 11 – 18 Uhr

Ludwig Galerie Oberhausen
Thomas Hoepker bei Wiki

Weiterempfehlen

Mehr lesen

Autofoto: Lack, Form und Licht

19.3.2010, 3 KommentareAutofoto:
Lack, Form und Licht

Bilder einer Ausstellung: Faszinierende Motive in schwierigen Lichtsituationen, zum Beispiel Autos in Schauräumen.

Gerda Taro: Die Fotografin als Kriegsheldin

12.2.2010, 0 KommentareGerda Taro:
Die Fotografin als Kriegsheldin

Gerda Taro war vielleicht die erste weibliche Kriegsreporterin und wurde zur Kriegsheldin. Lange stand sie im Schatten ihres Gefährten Robert Capa.

Lilian Bassman/Paul Himmel: Eine Fotografenehe

19.12.2009, 0 KommentareLilian Bassman/Paul Himmel:
Eine Fotografenehe

Lillian Bassman und Paul Himmel waren verbunden in 78 Jahren Ehe und der Leidenschaft zur Fotografie.

Foto-Essay: Geschichten konzise erzählen

5.1.2010, 3 KommentareFoto-Essay:
Geschichten konzise erzählen

Reportage- oder Strassenfotografie muss vor allem eines: In jeder Aufnahme eine Geschichte erzählen.

Fredrik Marsh: Dresden im Übergang

2.10.2009, 2 KommentareFredrik Marsh:
Dresden im Übergang

Der Amerikaner Fredrik Marsh hat die Wende und ihre Auswirkungen auf Dresden dokumentiert.

Krisenfotograf Emilio Morenatti: Kontraste

26.8.2009, 5 KommentareKrisenfotograf Emilio Morenatti:
Kontraste

Emilio Morenatti ist Newsfotograf mit künstlerischem Flair. Seine Bilder leben von subtil inszenierten Kontrasten.

Robert Capa: Die Geheimnisse  des mexikanischen Koffers

11.6.2009, 0 KommentareRobert Capa:
Die Geheimnisse des mexikanischen Koffers

Robert Capas geheimnisvoller mexikanischer Koffer ist ausgewertet worden. der Inhalt überraschte.

Gisèle Freund: Wiedersehen zum Hundertsten

19.12.2008, 0 KommentareGisèle Freund:
Wiedersehen zum Hundertsten

Gisèle Freund wäre am 19. Dezember 100 Jahre geworden. Grund für eine ganze Reihe an Ausstellungen.

Steve McCurry: Diese leuchtenden Augen

5.12.2008, 0 KommentareSteve McCurry:
Diese leuchtenden Augen

Steve McCurrys Porträt des afghanischen Mädchens können wir uns in Iserlohn anschauen, bei der weltweit ersten Retrospektive des Magnum-Fotografen.

Porträt ohne Gesicht: Der Tube-Pianist

11.1.2010, 10 KommentarePorträt ohne Gesicht:
Der Tube-Pianist

Porträts - auch oder grade Strassenporträts - sollten Antworten auf Fragen zu einer Person geben.

Foto-Essay: Geschichten konzise erzählen

5.1.2010, 3 KommentareFoto-Essay:
Geschichten konzise erzählen

Reportage- oder Strassenfotografie muss vor allem eines: In jeder Aufnahme eine Geschichte erzählen.

Walter Schels/Beate Lakotta: Begegnungen mit Sterbenden

5.12.2009, 1 KommentareWalter Schels/Beate Lakotta:
Begegnungen mit Sterbenden

Mit dem Tod umgehen, sterbende Menschen fotografieren? Der Walter Schels und Beate Lakotta begleiteten Kranke in ihren letzten Tagen.

Pingbacks

Pingbacks anzeigen...

Diesen Artikel kommentieren

Wir sind sehr an einer offenen Diskussion interessiert, behalten uns aber vor, beleidigende Kommentare sowie solche, die offensichtlich zwecks Suchmaschinenoptimierung abgegeben werden, zu editieren oder zu löschen. Mehr dazu in unseren Kommentarregeln.