Test Somikon Leuchtstoff-Fotolampen:
Hell, aber zerbrechlich

Wolf-Dieter Roth, 17. Juni 2008 13:25 Uhr, 4 Kommentare Kommentare

Wir hatten den Test der neuen Somikon Profi-Fotolampen von Pearl ja bereits angekündigt und nun zwei bestellt. Das muß man allerdings leider auch tun, damit wenigstens eine heil ankommt…

Somikon Fotolampe
Große Leuchtstofflampe in kleinem Stativ: Somikon Fotolampe (Bild: W.D.Roth)

Leistungsstarke Energiesparlampen, also mit kompakten Tageslicht-Leuchtstofflampen bestückte Fotoleuchten, sind der neue Trend: Sie verbinden die Einfachheit der Bedienung von Fotolampen mit der hohen Lichtqualität und der Erwärmungsarmut von Blitzanlagen.

Beim Fotografieren ist viel Licht besser als nur etwas Licht. Daher sind normale Energiesparlampen mit 8 bis 15 Watt zu schwach – und ihre Lichtfarbe ist mit 2700 Kelvin Warmton-Funzel-Rosa für Fotozwecke ungeeignet.

Foto Brenner begann als erster Versender, spezielle Foto-Energiesparlampen mit 20, 26 und 75 Watt zu importieren. Nun hat auch der Elektronikanbieter Pearl nachgezogen:

Für knapp 30 Euro bekommt man eine 35-Watt-Kompakt-Foto-Leuchtstofflampe samt Stativ, für knapp 50 Euro zwei davon. Die Leuchtstofflampe selbst kostet einzeln nur 6,90 Euro.

35 Watt ist kein schlechter Wert – er entspricht einer 150-Watt-Glühlampe. Mit zwei oder drei davon kann man kleinere Fotosets wie beispielsweise zur Aufnahme von Testgeräten ordentlich ausleuchten. Die Lichtfarbe ist etwas ausgeglichener als bei Foto Brenner: es ergibt sich kein Grünstich, dem man mit Magenta gegensteuern muß. Es reicht, Tageslicht mit 5400 oder 5500 K an der Kamera einzustellen.

Somikon Fotolampe nach dem Einschalten
Leuchtstofflampe kurz nach dem Einschalten: Die Spitze der Spirale hat noch nicht ihre volle Leuchtkraft erreicht. (Bild: W.D.Roth)

Doch haben die Pearl-Leuchten ein anderes Problem: Um hohe Effizienz zu erreichen, ist die Leuchtstofflampe hier als lange, dünne Spirale ausgebildet. Das schaut nicht nur zerbrechlich aus – das ist es auch! Von in zwei Lieferungen gelieferten insgesamt vier Leuchtstofflampen waren zwei bei der Ankunft bereits zerbrochen! Der Hersteller verpackt sie ohne weitere Polsterung in Klarsicht-Kunststoffblistern, die in Pappkartons gesteckt werden, worin sie trotz ordentlicher Verpackung in geradezu überdimensionalen Paketen seitens Pearl den Transport nicht zuverlässig überstehen.

Zwar leistet Pearl im Falle von Glasbruch Ersatz. Doch enthalten alle Leuchstofflampen Quecksilber – eine Quecksilberdampfentladung ist ja Basis ihrer Leuchtkraft. Das wird bei Glasbruch frei – wenn man Pech hat, erst beim Auspacken auf dem Küchentisch. Und das ist ungesund.

Zerbrochene Somikon Lampe nach dem Versand
Glasmehl, Leuchtstoffpulver und Quecksilber in Blister in Pappkarton: Das nimmt schon der Wertstoffhof nur ungern an. Zurückschicken darf man es auf keinen Fall! (Bild: W.D.Roth)

Pearl verspricht, vom Hersteller zukünftig eine brauchbarere Verpackung zu verlangen. Schließlich macht es keine Freude, den Käufern laufend Ersatz liefern zu müssen, der dann unter Umständen wieder zerbrochen ankommt.

Allerdings ist es sogar noch schlimmer, wenn die Leuchtstofflampen nicht unterwegs, sondern erst am Fotoset zerbrechen: Dann kullern die kleinen Quecksilberkügelchen auf dem Tisch herum. Also ist eine stabile, standsichere Fotoleuchte wichtig, in die die Leuchtstofflampen eingeschraubt werden müssen.

Und da ist die von Pearl angebotene Stativleuchte nicht wirklich geeignet. Diese ist sehr kompakt und durchaus gut geeignet, um eine kleine Reflektor-Glühlampe aufzunehmen. Doch die zerbrechliche Leuchtstoffspirale steht darin weit über. Es dürfte also nicht lange dauern, bis die Fotoleuchte vornüber kippt, was zum sofortigen Bruch der Leuchtstofflampe führt.

Die Somikon-Lampe ist warm
Warmgelaufene Foto-Leuchtstofflampe (Bild: W.D.Roth)

Wer diese Lampen benutzen will, sollte sie also unbedingt in eine stabil stehende und mit möglichst tiefem Reflektor ausgestattete Leuchte setzen. Einige Leuchten von Ikea sind hier geeigneter als die kleinen Stativchen von Somikon.

Allgemein ist allerdings das jetzige Design der Leuchtstofflampe als besonders dünne und lange Glasspirale ohne Schutz oder Verstärkung als Fehlkonstruktion zu betrachten, die eigentlich nur für ortsfeste, stabil montierte Leuchten geeignet ist, jedoch nicht für die typischen Stativleuchten eines Fotostudios.

Somikonlampe mit allem Zubehör
Komplettes Somikon-Fotolampenset (unzerbrochen) (Bild: W.D.Roth)

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4 Kommentare

  1. Jo
    schrieb am 4. Juli 2008 um 11:51 Uhr (#)

    Hab grad auf der Pearl Seite gesehen das es nur 25W sind und nicht 35W.

  2. Schreibt hier auf dem Blog Peter Sennhauser
    schrieb am 4. Juli 2008 um 14:20 Uhr (#)

    Ich würde behaupten, das ist ein Fehler auf der Website. Der Anwendungsprospekt auf dem einen Bild sagt deutlich 35W

  3. Rix
    schrieb am 8. Dezember 2008 um 20:27 Uhr (#)

    Moin. bin schon seit längerem am Überlegen ob ich mir die holen sollte… weil die von Walimex sind mir mit 170€ schlichtweg zu teuer…

    was empfehlt ihr ?

    Nur die Birnen bestellen ?
    habt ihr mal zu den walimex daylight verglichen ?
    qualität?

    ich brauche die lampen nur als fokus hilfe, und video beleuchtung für mein studio, da ich selber ne große blitzanlage habe…

    besten dank für info und tipps
    Rix

  4. Schreibt hier auf dem Blog Wolf-Dieter Roth
    schrieb am 9. Dezember 2008 um 22:13 Uhr (#)

    Die Leuchtqualität ist ok.

    Wenn Du die Lampen als Fokus-Hilfslicht zum Blitz benutzt, mußt Du natürlich bedenken, daß die nicht wie die Glühlampen in Profiblitzanlagen während des Blitz abgeschaltet werden können. Leuchtsofflampen müssen ja durchlaufen.

    Video? Da könnte es Probleme mit Stroboskopeneffekten geben, wegen der 50 Hz der Netzspannung, im Gegensatz zu Glühlampen könnte das sichtbar werden. Andererseits haben Energiesparlampen ja elektronische Vorschaltgeräte, flimmern daher weit weniger als normale Leuchtstofflampen.

    Die Lampen von Walimex kenne ich nicht. Die beiden Punkte dürften da aber ebenso gelten.

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