Gegenlicht:
HDR, Graufilter oder Schattenriss

Douglas Abuelo, 30. Juni 2008 09:07 Uhr, 0 Kommentare Kommentare

Mit nichts haben digitale Kameras mehr Mühe als mit Gegenlicht und den hohen Kontrasten, die es bringt. Abhilfe schaffen eine bewusste Schattenriss-Komposition, Graufilter oder HDR-Technik.

© Jasper Hahn
Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Jasper Hahn). – HP PhotoSmart R707 – 2/1000s – f/4.8 – ISO 100 – 8mm (39mm)

Profi Douglas Abuelo meint zum Bild von Jasper Hahn:

Dies ist kein richtig “schlechtes” Bild, aber wirklich interessant ist es auch nicht – und es hätte wohl viel besser werden können. Wenn wir es einen Moment lang betrachten, bemerken wir, dass es im Grunde aus drei Elementen besteht: der Brücke, dem Hügel und dem Himmel. Wir sehen auch, dass es einen großen Kontrast gibt zwischen dem Himmel, der Brücke und dem Hügel:

Dies ist eine Gegenlichtaufnahme aus dem Schatten. Gerade digitale Kameras haben mit dieser Art von hohem Kontrast ihre Schwierigkeiten.

Was Du hättest machen können, ist, die Belichtung auf den Himmel zu setzen (nutze den manuellen Modus, richte den Belichtungsmesser nur auf den Himmel, Speichere die Belichtung und gehe mit dem Sucher für die Fokussierung auf Dein Ausgangsmotiv zurück), und unterbelichte so den Hügel und die Brücke, was eine Silhouette ergeben hätte, ähnlich wie im Beispiel.

Eine zweite Option wäre gewesen, mehrere Belichtungen zu in Reihe durchzuführen (“Bracketing”), und sie dann mit hilfe eines HDR-Programms am Computer zusammenzusetzen. Eine dritte Möglichkeit wäre ein Farbverlauf-Graufilter gewesen. Den bringst Du am Objektiv so an, dass er die obere Bildhälfte verdunkelt, was es Dir erlaubt, die selbe Belichtungszeit für die gesamte Szene zu verwenden, obwohl ein Bildteil viel heller ist als der Rest.

Jasper Hahn, bearbeitet

Ich finde auch, dass die Komposition ein wenig hätte besser sein können. Im Beispiel kannst Du sehen, wie ich das Foto geschnitten habe, um die Brücke genau in der oberen rechten Bildecke zu platzieren. Damit nutzen wir die Dreieckskomposition, die das ganze Foto in drei Dreiecke einteilt. Lernt man die vorliegenden Techniken, dann gibt es so gut wie immer die Möglichkeit, aus nichts etwas zu machen.

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