Wasserfall und Regenbogen:
Ein Motiv reicht nicht

Auch Urlaubsbilder verdienen mehr als den schnellen Druck auf den Auslöser. Gerade bei durchaus sehenswerten Motiven lässt sich mit ein paar fotografischen Aufwändungen der simplen Art der spätere Dia-Abend für die Nachbarn etwas erträglicher gestalten…

Michael Studer
Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Michael Studer). – Leider keine Exif-Daten vorhanden

Profi Douglas Abuelo meint zum Bild von Michael Studer:

Ein Regenbogen und ein Wasserfall, nicht unbedingt die originellsten Dinge, die man fotografieren kann. Aber für eine visuelle Urlaubserinnerung wohl gut genug. Analysieren wir dieses Bild, dann können wir viele Dinge lernen:

Es hat einen extrem hohen Rauschwert, was vom Gebrauch höherer, sensibler Empfindlichkeit (ISO) kommt. Allgemein sollte man in jeder Situation die geringstmögliche Empfindlichkeit wählen. Jede Kamera ist bezüglich der Rauscherzeugung verschieden, aber als Faustregel könnte man sagen: Je kleiner der Sensor, desto mehr Rauschen produziert er. Das Bild wurde an einem strahlend sonnigen Tag aufgenommen, es gab also keinen Grund, einen höheren ISO-Wert zu benutzen.

Fotografiert man Wasser und Regenbögen, ist es immer gut, einen Polfilter zu gebrauchen. Ein Polfilter nimmt die Reflektion von der Wasseroberfläche, vertieft die Farben des Himmels und des Regenbogens, sodass sie brillanter erscheinen. Hast Du den Filter an Deinem Objektiv angebracht, drehe ihn, bis Du den erwünschten Effekt erreicht hast. Er wird erhebliche Veränderungen bewirken.

Mit einem Stativ hättest Du in dieser Situation das Foto bei einem geringeren ISO-Wert und mit der kleinsten Blendenöffnung immer noch absolut scharf gekriegt. Ein Stativ hätte Dir auch die Möglichkeit gegeben, eine längere Belichtungszeit zu wählen. So hättest Du Bewegung des Wassers nutzen können, um einen verwischten Effekt zu erzielen.

Außerdem versuche, Dein Foto nicht in drei gleichgroße, getrennte Bereiche zu teilen. In diesem Fall hättest Du Deine Kamera nur ein wenig anwinkeln müssen, um etwas mehr vom Himmel und weniger Wasser in Deine Komposition zu bekommen.

In der Rubrik «Bildkritik» analysieren Profi-Fotografen im Auftrag von fokussiert.com montags bis freitags jeweils ein Foto aus der Leserschaft.
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1 Antwort
  1. Zippo says:

    Bei vielen Fotos, ist man schon froh, wenn sie überhaupt ein Motiv haben. Interessanterweise kommen motivlose (und damit überflüssige) Fotos hauptsächlich bei ambitionierten Foto-Amateuren vor, weniger bei absoluten Fotolaien.

    Viele Grüße von Zippo!

    Antworten

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