Schneelandschaft:
Die Essenz des Ortes suchen

In der Landschaftsfotografie geht es darum, zusammen mit der Schönheit die Einzigartigkeit eines Ortes auszudrücken. Dazu muss man seine optische Essenz ins Bild rücken.

Tobias Weber
Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Tobias Weber). – Olympus E-510 – 1/320s – f/8 – ISO 100 – 20mm (40mm)

Kommentar des Fotografen:

Ort: Schweden, Lappland, nahe Arjeplog. Das Bild wurde bei strahlendem Sonnenschein um die Mittagszeit aufgenommen. Das Bild soll die weitläufige Landschaft und den starken Kontrast zwischen Schnee und Bäumen zeigen.

Profi Douglas Abuelo meint zum Bild von Tobias Weber:

Deinen Angaben zu Folge wurde dieses Foto in Lappland gemacht. Nur: Wenn Du schon an einem solch schönen Ort bist, warum ist das am Bild kaum zu erkennen? Es könnte an fast jedem beliebigen Ort, an dem Schnee liegt, aufgenommen worden sein:

Warum nicht die Seele, die Atmosphäre des Orten einfangen, an dem man sich befindet? Ansonsten hast Du einfach eine weitere Schneelandschaft von irgendwo in der Welt. Versuche, ein Objekt, Menschen, Situationen oder Plätze zu finden, die spezifisch für den Ort sind, an dem Du Dich befindest. Dinge, die diesen Ort von anderen unterschieden und ihn zu etwas besonderem machen.

Dieses Bild wurde mit einer Olympus Evolt E-510 gemacht. Ich weiß nicht, wie die Einstellungen waren, aber wenn das Programm oder automatische Einstellungen benutzt wurden, dann würde ich sagen, der Belichtungsmesser der Kamera ist ziemlich beeindruckend. Denn was normalerweise passiert, ist, dass der Belichtungsmesser wegen der starken Reflektion von Licht im Schnee überkompensiert und das Foto unterbelichtet. Dies führt dazu, dass der Schnee im Bild grau anstatt weiß erscheint.

Tobias Weber 2

Natürlich müssen wir, besonders mit Digitalkameras, vorsichtig sein, damit wir nicht überbelichten. Bei Digitalkameras wird, wenn man ein wenig zu viel überbelichtet, nicht viel übrig bleiben, als eine leere weiße Stelle, wie hier an den eingebrannten Highlights zu sehen ist, die ich mit Pfeilen markiert habe.

Bei einer Unterbelichtung bleibt hingegen grade bei RAW-Fotos noch Material, mit dem später zu arbeiten ist.

Fotografiert man solche Szenen, ist dieses Tageszeit normalerweise nicht die geeignetste. Probier es einmal am frühen Morgen, wenn die Sonne gerade über den Horizont steigt, oder noch besser, unmittelbar bevor oder nachdem sie untergeht. Direkt vor dem Sonnenuntergang hast Du goldenes Licht, weshalb man auch «Goldene Stunde« sagt. Direkt nach dem Untergang wird ein schöner, kalter Blauton zu sehen sein. Morgens oder abends, sich die Mühe zu machen, zur richtigen Zeit am Ort zu sein wird aus gewöhnlichen Bildern herausragende machen.

In der Rubrik «Bildkritik» analysieren Profi-Fotografen im Auftrag von fokussiert.com montags bis freitags jeweils ein Foto aus der Leserschaft.
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