Spiegelungsbilder:
Chaos verlangt Planung

Glänzende Objekte zu nutzen, um Reflektionen in Fotos zu erzeugen, kann viel Spaß machen und interessante Effekte hervorrufen. Die Resultate können allerdings sehr unvorhersehbar sein und verlangen viele Experimente.

Sandro Steinmann

Sandro Steinmann


Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Sandro Steinmann). – Leider keine Exif-Daten

Profi Douglas Abuelo meint zum Bild von Sandro Steinmann:

Bei diesem Foto ist mein größtes Problem, dass es einfach zu vollgepackt ist – nichts leitet unser Auge von einem Punkt zum nächsten. Der Blick wandert durch das Bild, ohne recht zu wissen, wo er hingleiten soll. Abstraktion kann eine gute Sache sein, aber sie sollte niemals im unbeabsichtigten Chaos enden. Zumindest nicht in der Fotografie. Eine deutliche Aussage ist deshalb mit der Abstraktion zu verknüpfen.

Spiegelungen sind eine dankbare Spielwiese für Bilder, die zum Nachdenken anregen und zuerst dem Auge, dann dem Gehirn des Betrachters etwas abverlangen:

Allerdings bergen sie just das Risiko, sich im Chaos einer ziellosen Abstraktion zu verstricken.

Einige Punkte, an die man sich dabei erinnern sollte, sind:

1. Nutze die Tiefenschärfe voll aus, indem Du entweder den Landschaftsmodus oder den manuellen Modus einstellst und eine möglichst kleine Blendenöffnung wählst.

2. Benutze einen Polfilter. So vertiefst Du die Farben und eliminierst unbeabsichtigte Refletxonen, ohne die Spiegelungen zu ruinieren, die Du im Bild haben möchtest. Versuche es einmal, Du wirst beeindruckt sein.

3. Wenn Du Dich nicht selber im Bild wiederfinden möchtest, dann mache einen Schritt zur Seite und benutze ein Teleobjektiv, um das Objekt heranzuzoomen.

4. Willst Du richtig kreativ und ein wenig impressionistisch werden, kannst Du ein Stück zerknitterte Alufolie oder einen anderen spiegelnden Gegenstand als Reflektor nehmen und indirekt fotografieren.

Hier hättest Du vielleicht versuchen können, das Foto von oben aufzunehmen, mit dem Trommelfell auf der rechten und den Instrumenten auf der linken Seite. Oder, wenn Du die Reflexion der Instrumente und den Schriftzug auf dem Trommelfell hättest loswerden wollen, dann hättest Du auch näher heranzoomen können.

Am Ende werden Deine Fotos nicht nur ihren Inhalt wiedergeben, sondern ebenso zeigen, wie viel Zeit und Mühe Du investiert hast, indem sie das vermitteln, was Du vermitteln möchtest.

In der Rubrik «Bildkritik» analysieren Profi-Fotografen im Auftrag von fokussiert.com montags bis freitags jeweils ein Foto aus der Leserschaft.
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Ein Kommentar

  1. Ich bin noch ziemlicher Neuling in der Welt der digitalen Fotografie und verfolge nun seit geraumer Zeit eure Sektion “Profi-Kritik”.

    Ich wollte sagen, dass ich es spitze finde, dass ihr eine solche Sektion habt, da ich so, als Leser, eine Menge über die Techniken der Fotografie lernen kann.

    Macht weiter so! Vielleicht traue ich mich auch mal ein Bild einzuschicken ;)

    Gruß,
    Gerrit

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