Ralph Mecke:
Unter der schönen Oberfläche

Uli Eberhardt, 9. Juli 2008 17:00 Uhr, 0 Kommentare Kommentare

Weil wir gerade bei den Rencontres d’Arles waren, wo Modeschöpfer Christian Lacroix für den fotografischen Schwerpunkt sorgt: In Berlin ist derzeit Modefotografie von Ralph Mecke zu sehen, die unter die schöne Oberfläche geht.

Ralph Mecke: Luca in Barbados
Ralph Mecke: Luca in Barbados

“Einen jungen Meister der Modefotografie” zeigt nach ihren eigenen Angaben die Galerie Camera Work jetzt bis zum 26. Juli. Der in Berlin geborene und heute in Paris und New York lebende Ralph Mecke erlangte mit Veröffentlichungen seiner Portraits von Intellektuellen und Kultur-Ikonen in der französischen Vogue Bekanntheit.

Dann wandte er sich verstärkt der Modefotografie zu, die heute seinen Schwerpunkt darstellt. Ralph Mecke inszeniert und interpretiert Mode auf eine Weise, die die teils düstere Essenz unter der schönen Oberfläche deutlich sichtbar werden lasse. Die gezeigten Arbeiten offenbaren Emotionen und Schönheit, aber auch mysteriöse, dunkle Wirklichkeiten. Seine Bilder findet man heute regelmäßig in Magazinen wie Harper`s Bazaar, Vanity Fair oder eben Vogue.

Ralph Mecke: Caroline Winberg
Ralph Mecke: Caroline Winberg

Die in der Ausstellung präsentierten Portraits, Modefotografien und Stillleben entstanden zwischen 1995 und 2007. Bei der Arbeit ist es Mecke wichtig, seinem Gefühl des unmittelbaren Eindrucks Vortritt zu gewähren. Wahre Schönheit, wie er sagt, “ist, wenn etwas Unerwartetes passiert, das dem Bild rohe, emotionale Kraft gibt.” Ein Perfektionist ist er auch, wenn es um das endgültige Produkt geht. Alle verwendeten Effekte entstehen – unter Verzicht auf digitale Manipulation – im Studio.

Ralph Mecke: Annas Eyes
Ralph Mecke: Annas Eyes

Ein Teil der in der Ausstellung präsentierten Farbfotografien ist im Dye-Transfer-Verfahren hergestellt worden. Durch den Tonwertreichtum, die Farbtiefe und die Brillanz, die von diesem Verfahren erreicht werden, ist die Dye-Tranfer-Methode einzigartig unter den fotografischen Druckverfahren (ein wenig Info dazu im englischsprachigen Wiki). Wegen ihrer Lichtbeständigkeit und ihrer Archivfestigkeit wird sie auch von Sammlern sehr geschätzt. Leider gilt dieses Verfahren heutzutage als fast ausgestorben.

Ralph Mecke
Galerie Camera Work, Kantstraße 149 . 10623 Berlin
Telefon +49 30 31 00 77 – 3, E-Mail info@camerawork.de
Geöffnet Di – Sa 11 – 18 Uhr

Galerie Camera Work
Ralph Meckes Website (derzeit leider “Under Construction”)

Weiterempfehlen

Mehr lesen

Swiss Press Photo 2009: Ist das die neue Bildsprache  im Zeitalter des Bürgerjournalismus?

26.11.2009, 2 KommentareSwiss Press Photo 2009:
Ist das die neue Bildsprache im Zeitalter des Bürgerjournalismus?

Der Schweizer Pressefoto-Preis soll zeigen, dass sich die Bildsprache im Internet-Zeitalter weiter entwickelt. Das gelingt 2009 nur teilweise.

Fotografisches Können (2/2): Wie gut ist mein ästhetischer Blick?

31.7.2009, 5 KommentareFotografisches Können (2/2):
Wie gut ist mein ästhetischer Blick?

Fotografie braucht neben Kamera-Beherrschung auch ein fotografisches Auge. George Barrs Level-System erlaubt eine künstlerische Selbsteinschätzung.

Der rote Punkt: Film-Standbild

7.5.2009, 0 KommentareDer rote Punkt:
Film-Standbild

Ein schönes Beispiel für ein fast-Filmstandbild: Menschen in einer spannenden Kulisse, zwischen denen sich etwas abzuspielen scheint. Technisch interessant, fehlt es ein wenig an Modell-Einsatz.

Gerda Taro: Die Fotografin als Kriegsheldin

12.2.2010, 0 KommentareGerda Taro:
Die Fotografin als Kriegsheldin

Gerda Taro war vielleicht die erste weibliche Kriegsreporterin und wurde zur Kriegsheldin. Lange stand sie im Schatten ihres Gefährten Robert Capa.

Lilian Bassman/Paul Himmel: Eine Fotografenehe

19.12.2009, 0 KommentareLilian Bassman/Paul Himmel:
Eine Fotografenehe

Lillian Bassman und Paul Himmel waren verbunden in 78 Jahren Ehe und der Leidenschaft zur Fotografie.

Juergen Teller: Der ehrlichere Fotograf

9.12.2009, 1 KommentareJuergen Teller:
Der ehrlichere Fotograf

Supermodels werden sorgfältig geschminkt in Szene gesetzt. Jürgen Teller fotografierte sie ungeschminkt und (scheinbar) ungestellt.

Diesen Artikel kommentieren

Wir sind sehr an einer offenen Diskussion interessiert, behalten uns aber vor, beleidigende Kommentare sowie solche, die offensichtlich zwecks Suchmaschinenoptimierung abgegeben werden, zu editieren oder zu löschen. Mehr dazu in unseren Kommentarregeln.