Strukturlandschaft:
Konzentration aufs Objekt

Muster, Linien und Strukturen in der Landschaft sind beliebte und dankbare Motive. Sie müssen aber so stark wie möglich betont werden und dürfen in der Aufnahme nicht zum Nebenaspekt verkommen.

Johannes Treeck: Einfach Niederrhein
Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Johannes Treeck). – Sony DSC-R1 – 1/40s – f/16 – ISO 160 – 71.5mm

Kommentar des Fotografen:

Aufgenommen in Kranenburg/Niederrhein am 21.05.2008. Titel „einfach Niederrhein“. Auf der Suche nach interessanten grafischen Strukturen in den Feldern fand ich diesen Ort; das Foto sollte einen möglichst hohen Schärfentiefenbereich bekommen, daher die maximale Blende (f16) der Sony-DSC-R1, die bei dieser Belichtungszeit(1/40) auf das Stativ kam. Mir gefällt das spannungsvolle im Bildaufbau. Gerne geändert hätte ich die Lichtverhältnisse, aber das stand nicht in meiner Macht. Versuch in SW habe ich gemacht, allerdings nicht so erfolgreich, dass ich die Version einsenden könnte.

Profi Douglas Abuelo meint zum Bild von Johannes Treeck:

Die grundlegende Idee, die hinter diesem Bild steckt, ist nicht schlecht, aber die Umsetzung leidet unter zu viel grüner, offener Fläche:

Die Reihen der Jungpflanzen auf dem Feld direkt vor der Kamera dienen als interessante, grafische Struktur. Das Problem ist, dass diese Linien erdrückt werden von der restlichen offenen Fläche, und dass es von ihnen abgesehen keine weiteren interessanten Objekte oder Formen gibt, die unseren Blick auf sich ziehen.

Das erste, was dieses Bild gestärkt hätte, wäre das Weglassen der uninteressanten Fläche gewesen, indem näher an die Pflanzreihen und Kühe im Hinterrund herangezoomt wird, wie im Beispiel gezeigt. Dies hätte unserer Blickführung Struktur gegeben, mit einer direkten Linie durch die Reihen zu den Kühen als Objekte.

Eine zweite Option wäre gewesen, den unteren Bereich Deiner Komposition durch die weißen Blumen am Fuß des Bildes zu fotografieren, mit den Pflanzreihen und den Kühen im Hintergrund. So hättest Du sowohl die grafische Struktur, die Du wolltest, als auch eine interessante Komposition mit Tiefe.

Mit Hilfe von Photoshop hättest du zudem ein wenig an den Farben arbeiten können, wie ich es getan habe, und so Deinem Bild einen gewissen «Ommph« geben können.

Johannes Treeck 2

Hier habe ich die Selektive Farbkorrektur, Farbton/Sättigung und Tonkorrektur benutzt, um die Farben und Töne aufzuwerten. Außerdem habe ich das Bild ein wenig schärfer gemacht, indem ich den «Unscharf-maskieren-Filter« eingesetzt habe, und zwar mit folgenden Einstellungen: Stärke: 73, Radius: 1.3 & Schwellenwert: 1.

Der «Unscharf-maskieren-Filter«, der in Photoshop unter Filter, Scharfzeichnungsfilter, Unscharf maskieren zu finden ist, ist ein ausgesprochen tolles Werkzeug, wenn Deine Fotos ein bisschen unscharf sind. Aber übertreib es nicht, denn das kann auch durchaus negative Effekte auf die Qualität Deines Fotos haben.

Oft ist ein besseres Foto schon „innerhalb des Fotos“ zu finden, das man im Sucher eingerahmt hat. Statt es später im Ausschnitt zu suchen – schau Dich vor Ort kritisch um, und Du wirst es immer öfter und schneller finden.

In der Rubrik «Bildkritik» analysieren Profi-Fotografen im Auftrag von fokussiert.com montags bis freitags jeweils ein Foto aus der Leserschaft.
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