Häusliche Einfachheit:
Interessant durch Komposition

Douglas Abuelo, 1. August 2008 11:46 Uhr, 4 Kommentare Kommentare

Sich zuhause nach scheinbar langweiligen, alltäglichen Objekten umzuschauen kann zu großartigen Kompositionen führen.


Leserfoto: Klick für Vollansicht (© André Bax). -
f/4 – 1/25s – ISO 100 – 7,4mm (Kamera unbekannt)

Kommentar des Fotografen:

Mangels menschlicher Modelle lichte ich oft meinen Hund ab. Dabei verfolge ich durchaus ganz gezielte Stimmungen im Licht. Ich versuche hier eine kleine Geschichte zu erzählen. Ob oder wie mir das gelingt würde ich gern von Euch hören ;)). Mein “Hundeumgebungs” Portait sollte meinen Hund hier in seiner charakteristischsten Eigenschaft zeigen. Denn er ist sooooo verfressen :)) Die Geschichte:

Golden Retrievern wurde das Sättigungsgefühl abgezüchtet. Traurig, werden jetzt viele denken. Für den Hund als Apportierer in seiner Tätigkeit aber durchaus gewollt und nützlich. Schade nur, das die meisten Goldis Heute nur so als Spielzeug oder Familien Tier, so ganz ohne jede Aufgabe gehalten werden. Denn–>> das ist sooooooo langweilig. Desweiteren habe ich mich in SW geübt und frei Hand im Gegenlicht belichtet. Ungeschönt soll meine Aufnahme auch den Lebensraum zeigen. Titel : Im Reich der Sinne

Profi Douglas Abuelo meint zum Bild von André Bax:

Dies ist ein schönes Foto eines sehr simplen alltäglichen Objekts. Es ist ebenfalls ein gutes Beispiel dafür, dass wir, wenn wir der Umgebung unseres täglichen Lebens genug Aufmerksamkeit schenken, interessante Objekte genau vor unserer Nase finden. Und wird das Objekt wie hier auf ungewöhnliche Weise in Szene gesetzt, können monotone Alltagssituationen zu aufsehenerregenden Fotos werden.

Dies Foto verbildlicht schön einen normalen, ruhigen Tag zu Haus und zeigt, wie das Leben an der häuslichen Front ist. Aber zugleich ist es, trotz der alltäglichen Einfachheit, ein Foto, das je nach betrachter verschiedene geschichten erzählen kann. Ich könnte mir vorstellen, dass dieses Bild als Werbung für eine Anzahl von Produkten dienen könnte, z.B. für Lebensversicherungen, Bodenreiniger, Haustierartikel oder sogar Immobilien.

Der Fotograf hat die vorhandenen Linen gutgenutzt, um unseren Blick durch das Bild zu führen. Indem er die Kamera auf dem Boden platziert, hat er eine ungewöhnliche Perspektive gefunden und bewegt sich damit weg von der normalen, tristen menschlichen Augenhöhe, die wir so oft sehen.

Ein Fotograf sollte beim Komponieren des Bildes nicht faul werden. Außerdem hat er die Linien der Dielen und der Schranksockel rechts und links genutzt, um unseren Blick von vorn durch das ganze Bild bis nach hinten zum schlafenden Hund zu leiten.

Eine Sache, die ich störend finde, ist das Stuhl-oder Tischbein rechts. Dass es da ist, trägt nichts zum Foto bei, im Gegenteil, es zieht unseren Blick aus der ansonsten ausgewogenen Komposition zur rechten Seite.

Aber abgesehen davon denke ich, hast Du ein aufsehenerregendes Foto geschaffen aus einer Situation, die weniger inspirierend hätte sein können.

In der Rubrik «Bildkritik» analysieren Profi-Fotografen im Auftrag von fokussiert.com montags bis freitags jeweils ein Foto aus der Leserschaft.
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4 Kommentare

  1. Lazerte
    schrieb am 1. August 2008 um 14:24 Uhr (#)

    Um mit einem Golden als Motiv ein hässliches Bild zu machen, muss man sich wirklich sehr anstrengen ;)

    Aber in der Tat: Sehr schöne Perspektive und Linien.

  2. André Bax
    schrieb am 1. August 2008 um 18:17 Uhr (#)

    Sorry, Link zu meiner Website falsch getippt

    Vielen Dank für die Bildbesprechung und Eure Bildkritik.

    André Bax

  3. Schreibt hier auf dem Blog Peter Sennhauser
    schrieb am 1. August 2008 um 23:46 Uhr (#)

    @Lazerte: Lass mich raten – du besitzt einen Hund, und zwar…

    @André: Link geflickt.

  4. André Bax
    schrieb am 3. August 2008 um 14:08 Uhr (#)

    Danke Peter Sennhauser für das Flicken des Links.
    :)

    Ich besitze übrigens zwei Hunde :))

    LG.André

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