Test Canon 40D infrarot:
Fast ohne Stativ

Fünf Tage testete fokussiert.com die Canon 40D. An einem regnete es sogar einmal nicht und wir konnten die Infrarot-Tauglichkeit der Kamera überprüfen.


Statt Orange wie bei Olympus werden Bilder mit dem 715-nm-Infrarot-Filter bei der Canon 40D rosa… (EF 50 mm 1:1,2 L USM, 50 mm, Blende 1,2, 1/15 s, ISO 3200, Bild: W.D.Roth)

Für professionelle Infrarot-Fotografie benutzt man natürlich umgebaute oder Spezial Kameras, bei denen der Infrarot-Sperrfilter vor dem Bildsensor abmontiert ist. Für gelegentliche Experimente reicht es dagegen, ein Infrarot-Filter vor normale Digitalkameras zu schrauben. Der Preis: sehr lange Belichtungszeiten:


Umsetzung in s/w-Bild (Bild: W.D.Roth)

Am Mittwochmorgen, am letzten Tag der Leihfrist von Lens Avenue, schien endlich einmal die Sonne. Wie bei Nachtaufnahmen kann man nämlich bei Infrarotaufnahmen mit einem dicht bedeckten Himmel wenig anfangen – es ist dann einfach zu wenig Licht vorhanden.


Im Gegenlicht war die Optik mit Infrarotaufnahmen etwas überfordert… (EF 50 mm 1:1,2 L USM, 50 mm, Blende 1,2, 1/50 s, ISO 3200, Bild: W.D.Roth)

Da die Canon 40D Live View hat, schien sie für Infrarot-Fotografie geeignet zu sein, wenn dann auch noch der Sensor mitmacht.


Auf s/w umgesetzt und Kontrast angehoben (Bild: W.D.Roth)

Nun, die Belichtungszeiten sind ähnlich wie bei Olympus: im Sekundenbereich mit einem 850-nm-Infrarotfilter, im Zehntelsekundenbereich mit einem 715-nm-Infrarotfilter. Benutzt man ein lichtstarkes 1,2er-Objektiv und die höchste Empfindlichkeit (ISO 3200) der Canon 40D, kommt man für letzteres notfalls auch ohne Stativ aus.


Infrarot-Aufnahmen mit der Canon 40D und einem 850-nm-Filter (EF 135 mm 1:2,8, 1/2,8, 1/3 s, ISO 3200, Bild: W.D.Roth)

Die Belichtungsautomatik der Canon 40D kommt mit Infrarot allerdings nur noch bedingt zurecht: Bei 715 nm sind die Aufnahmen etwas zu hell und verwaschen, bei 850 nm viel zu dunkel. Der Autofokus ist bei 715 nm noch bedingt brauchbar, bei 850 nm nicht mehr. Dafür hat Canon auf seinen Objektiven noch eine Infrarot-Markierung, die aber für 850 nm nicht mehr paßt…


Auf s/w umgesetzt und Kontrast angehoben (Bild: W.D.Roth)

Was allerdings ebenso wie bei Nachtaufnahmen eine Enttäuschung ist, ist die Live View der 40D: Diese kann nicht wie bei Olympus höher verstärken – man sieht nichts auf dem Monitor und der Sucher ist bei Infrarot-Aufnahmen tabu. Damit ist das korrekte Scharfstellen nur per “Try and error” möglich.

Prinzipiell sind jedoch Canon-DSLRs für Infrarot-Experimente geeignet. Wir zeigen eine kleine Auswahl dieses sonnigen Julimorgens.


Die gleiche Aufnahme ohne Infrarot-Filter (ISO 100, Blende 1/16, 1/50 s, Bild: W.D.Roth)

Hier noch weitere Infrarot-Aufnahmen mit der Canon 40D, jeweils auch auf s/w umgesetzt:

Hier ist zu beachten, daß der rote Querbalken des Ortsausgangsschilds in Infrarot praktisch unsichtbar wird… (Bild: W.D.Roth)

 

 

 

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2 Kommentare

  1. alexander
    schrieb am 3. August 2008 um 14:32 Uhr (#)

    Warum ist der Sucher tabu?

  2. Schreibt hier auf dem Blog Wolf-Dieter Roth
    schrieb am 3. August 2008 um 23:00 Uhr (#)

    @Alexander:

    a) man sieht nichts. Die Filter sind im sichtbaren Licht dunkelrot resp. schwarz
    b) man riskiert Netzhautverbrennungen, wenn man durch den Sucher versehentlich und unbemerkt (denn man sieht dann immer noch nichts – aber auch nie wieder was…) in Richtung Sonne guckt.

    Deshalb sollte man es nicht mal versuchen, bei aufgesetztem Infrarotfilter duch den Sucher zu gucken.

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