Babybild:
Effektive Einfachheit

Wer braucht schon ein teures Studio und teure Beleuchtung, um Babyfotos zu machen? Alles, was man braucht, sind ein Fenster, eine Kamera und ein lustiges Baby.


Sven Kellenberger
Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Sven Kellenberger). – Canon EOS 400D – 1/125s – f1.8 – ISO 400 – 50mm

Kommentar des Fotografen:

Dieses Bild ist eigentlich recht spontan zuhause im Wohnzimmer entstanden. Als Lichtquelle wurde nur das vorhandene Tageslicht, das durch die Fenster drang, genutzt. Mit dem Foto wollte ich die Freude und die Zufriedenheit meines Sohnes nach dem Spielen mit seiner Mutter festhalten.

Profi Douglas Abuelo meint zum Bild von Sven Kellenberger:

Ich denke, das ist Dir gut gelungen.

Hier haben wir ein großartiges Beispiel dafür, wie simpel es sein kann, gute Porträts zu machen, sei es von Babies, Pärchen, oder sogar Haustieren:

Dieses Bild wurde mit einer DSLR-Kamera und einem 50mm-Objektiv aufgenommen – und natürlich einem glücklichen Baby. Das ist alles. Sehr einfache Bedingungen, die ein sehr schönes Resultat hervorgebracht haben. Das Licht zu nutzen, das durch Fenster einfällt, wenn auch nicht immer perfekt, kann sehr effektiv sein. Weil es durch „ein Loch in der Wand“ hereinkommt, kannst Du dieses Licht so gezielt einsetzen, wie Du es mit Studiolicht tun würdest, um einen Teil oder eine Seite des Objekts zu beleuchten. Setzt Du Dein Porträtmodell an ein Fenster, ist eine Seite seines Gesichts ein wenig heller als die andere, so wie es oft mit Studiolicht gehandhabt wird.

Was an diesem Bild auch noch sehr schön ist, ist der farbige, nahe und gut ausgewogenen Hintergrund. Indem die richtige Blende gewählt wurde, um den Hintergrund etwas unscharf und so weniger vom Hauptobjekt ablenkend abzubilden, wird unsere Aufmerksamkeit mehr auf das Baby gelenkt. Weil wir das Gesicht der Frau nicht sehen können, bekommt das Bild etwas Geheimnisvolles.

Abgesehen von all dem, ist es der Gesichtsausdruck des Kindes, der dieses Foto so gut macht, wie es ist. Das ist etwas, das ziemlich häufig eine Portion Zeit und Glück benötigt.

Ein negativer Punkt ist, dass das Baby nicht richtig scharf ist. Ein Stativ, eine Bildstabilisator Objektiv, eine kürzere Belichtungszeit oder eine höhere ISO-Zahl hätten helfen können, um diese Unschärfe zu korrigieren. Dies ist eine kleine Sache, die einen großen Unterschied machen kann, wie im Beispiel zu sehen ist, das ich in der digitalen Dunkelkammer geschärft habe.

Während Einfachheit gute Resultate hervorbringen kann, vergiss nicht die Wichtigkeit der Grundlagen.

In der Rubrik «Bildkritik» analysieren Profi-Fotografen im Auftrag von fokussiert.com montags bis freitags jeweils ein Foto aus der Leserschaft.
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3 Antworten
  1. Peter Sennhauser says:

    Markus: Du hast in jeder Hinsicht recht. Ich liefere die 1:1-Vergleiche nach – war gestern mit dem medienlese.com-Redesign einfach nicht drin. Übrigens: Seht Euch das neue Design doch an – fokussiert.com wird demnächst einen ähnlichen Makeover verpasst kriegen. Und ausserdem gibt’s in den nächsten Wochen viel zu gewinnen bei Blogwerk.

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  2. Markus says:

    Das Beispiel mit dem Nachschärfen zeigt ein generelles Problem bei Schärfung und Rauschreduzierung: Am Monitor bei 100%-Ansicht sieht man den Qualitätsgewinn sehr gut. Im Druck, oder wie hier in der niedrigen Auflösung, fragt sich der Betrachter aber wohl, wovon schreibt der Autor, wenn dieser ein Vorher/Nachher-Bild gegenüberstellt und der Qualitätsgewinn in der Reduzierung der Auflösung flöten gegangen ist. Hier wäre es wohl besser gewesen, wenn der Autor einen 100%-Vorher/Nachher-Ausschnitt gezeigt hätte. Ansonsten: Schärfe und Rauschen nicht zu eng sehen. ;-)

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