Käferbild:
Die Welt der Makrofotografie

Es gibt viele verschiedene Möglichkeiten für Fotografen, die daran Interesse haben, in die Welt der Makrofotografie einzutauchen

André Fröhlich

André Fröhlich


Leserfoto: Klick für Vollansicht (© André Fröhlich). – Fuji FinePix F30 – 1/60s – f/3.7 – ISO 400 – 14.1mm

Kommentar des Fotografen:

Hatte nur eine Kompakte zur Hand und wollte trotzdem ein paar Makros machen. Mich stören vor allem die “weissen Flecken” im Hintergrund. In Aperture etwas angepasst & crop.

Profi Douglas Abuelo meint zum Bild von André Fröhlich:

Diese Nahaufnahme eines Käfers und seiner Welt ist allein deshalb interessant, weil sie uns etwas zeigt, was wir nicht jeden Tag sehen. Das Fotografieren sehr kleiner Objekte wie in diesem Bild, das mit einer digitalen Kompaktkamera aufgenommen wurde, nennt man Makrofotografie:

Dieses Foto hier wäre besser gewesen, wenn der Fotograf näher herangezoomt, und so den ablenkenden Hintergrund ausgeblendet hätte, und natürlich, wenn der Käfer absolut scharf wäre.

Viele der modernen Kompaktkameras und SLR/DSLR-Objektive haben Makro-Einstellungen, die uns die Möglichkeit geben, kleinste Objekte von Nahem zu fotografieren.

Aber die Makrofotografie ist eines jener (wenigen) fotografischen Felder, wo das Werkzeug sehr schnell den ganz grossen Unterschied macht.

Einige grundlegende Dinge können uns helfen, Makroaufnahmen von hoher Qualität zu machen:

Nutz ein Stativ. So kannst Du sicherer sein, dass Dein Bild absolut scharf wird.

Als nächstes solltest Du Dich für ein Objektiv entscheiden. Wie ich oben schon erwähnte, haben viele der heutigen Objektive und die meisten Kompaktkameras irgendeine Art Makro-Einstellung, aber mit den meisten sind kaum hochwertigen Fotos zu erreichen.

Die beste und praktischste Option ist wahrscheinlich eine SLR/DSLR und ein Makroobjektiv ohne Zoom. Diese Kombination wird Dir sehr hochwertige Fotos bescheren, kann jedoch teuer werden.

Die nächste Option ist ein normales Zoomobjektiv mit Makro-Einstellung. Dies kann schöne Bilder ergeben, die allerdings im Allgemeinen nicht so scharf sein werden wie die oben erwähnten.

Zwei weitere simple und relativ günstige Optionen sind eine Nahlinse und ein Zwischen-Tubus, die häufig in Sets von 6x, 12x, 24x angeboten werden. Wie normale Filter werden diese Linsen auf das Ende Deines Objektivs geschraubt. Zwischen-Tubi passen zwischen den Body der Kamera und Dein vorhandenes Objektiv. Weil Makro-Nahlinsen nichts anderes sind als Lupen von geringer Qualität, wird die Qualität Deines Bildes auch nicht sehr hoch sein. Mit einem Tubus wird die Qualität so gut sein, wie die des verwendeten Objektivs an sich. Ein Problem mit diesen beiden Varianten ist jedoch, dass Du ziemlich häufig den Tubus oder die Linse wechseln musst, praktisch immer, wenn Du ein anderes Objekt ins Visier nimmst.

Makrofotografie kann neue, fremde Welten eröffnen, und mit diesen Werkzeugen in Deinen Händen kannst Du entscheiden, wie Du sie am besten einfängst.

In der Rubrik «Bildkritik» analysieren Profi-Fotografen im Auftrag von fokussiert.com montags bis freitags jeweils ein Foto aus der Leserschaft.
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