Lowkey-Porträt:
Studie in Licht und Form

Nimmt man seine Umgebung aufmerksam wahr, dann kann man sehr interessante Elemente finden, die sich gut in eine Komposition fügen oder sogar das Licht lenken.

© Hans Jakob Rausch. - Canon EOS 400D - 1/60s - f/22 - ISO 800 - 21mm (31mm)

© Hans Jakob Rausch. - Canon EOS 400D - 1/60s - f/22 - ISO 800 - 21mm (31mm)


Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Hans Jakob Rausch). – Canon EOS 400D – 1/60s – f/22 – ISO 800 – 21mm (31mm)

Kommentar des Fotografen:

Dieses Bild entstand im Rahmen einer Protraitreihe. Interessant fand ich an dieser Aufnahme die starken Schwarz-Weiß Konstraste. Allerdings bin ich mir in Bezug auf die Komposition nicht ganz sicher. Was hätte ich besser machen können?

Profi Douglas Abuelo meint zum Bild von Hans Jakob Rausch:

Dies ist ein ziemlich interessantes, schön komponiertes und mit Vorstellungskraft gefülltes Porträt. Ich finde es recht beeindruckend, wie der Fotograf die kompositorischen Möglichkeiten erkannt hat, die in den Ecken des Daches und den Linien der Brüstung stecken:

Gebäude sind recht häufig die mit interessanten Umrissen, Formen, Winkeln und Mustern dekorierte Kunstwerke, die genutzt werden können, um ein Objekt im Bild zu rahmen oder Struktur und Gefühl hinzuzufügen. Ich übersehe normalerweise diese Dinge, wenn ich ein Bild mache oder nach einem Hintergrund Ausschau halte, darum habe ich viel Respekt für Leute, die das mentale Auge und die Voraussicht besitzen, um zu erkennen, welches Potential in solchen Dingen steckt.

Zusätzlich dazu, dass Du das Gebäude als Kompositionselement benutzt hast, brauchst Du das Dach als Mittel, um Licht auf das Objekt zu lenken. Weil das Dach das Licht von oben und von links abblockt, kommt es hauptsächlich von der rechten Seite, was darin resultiert, dass nur die Konturen des Gesichts hervorgehoben sind. Sehr schön gemacht.

Ein weiteres Element hier ist, dass das Sonnenlicht von hinten kommt, was der Fotograf nutze, um viel Kontrast zu erzeugen und den größten Teil des Bildes in eine Silhouette zu verwandeln. Die Belichtung hat er perfekt auf die hellen Bereiche auf dem Gesicht der Frau angesetzt, was dazu führt, dass die linke Hälfte des Fotos in tiefem Schatten liegt, die rechte jedoch hell erleuchtet wird.

Ich denke, das Foto ist sehr schön, so wie es ist, aber wenn etwas der Verbesserung hätte dienen können, dann wären es ein kleiner Schritt nach oben gewesen, um etwas mehr vom Gesicht der Frau einfangen zu können.

Außerdem hättest Du Deine Komposition so machen können, dass die Dachecke etwas mehr rechts wäre, vielleicht sogar über der Ecke des Geländers. Dies hätte mehr Ausgewogenheit erzeugt und etwas von dem leeren Bereich oben rechts eliminiert.

Man könnte sich darum streiten, ob man mehr von der Seele und von den Gefühlen der Porträtierten sehen wolle. Aber alles zu einer Zeit und an seinem Ort, ich denke, dass dieses Bild eher als eine Studie in Licht und Formen gesehen werden sollte, anstatt als Fenster in die Seele des Objekts.

Insgesamt finde ich, hast Du ein sehr gutes, originelles und aufsehenerregendes Foto gemacht.

In der Rubrik «Bildkritik» analysieren Profi-Fotografen im Auftrag von fokussiert.com montags bis freitags jeweils ein Foto aus der Leserschaft.
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Ein Kommentar

  1. also ich seh hier nur schwarz-weiss

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