Schweissfoto:
Vorbereitung bringt Perfektion

Je mehr sich der Fotograf mit seinem Thema auseinandersetzt, desto besser wird das Ergebnis.

© Udo Kiebele
Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Udo Kibele). – NIKON D2X – 1/250s – f/5.6 – ISO160 – 52mm

Kommentar des Fotografen:

Bin durch Zufall auf Eure Website gestossen und finde die Idee und den „Service“ der Bildbeurteilung durch Profis prima. Mein Foto stammt aus einer ganzen Serie von „Schweiss-Fotos“. Hintergrund war die umfangreiche Zusammenstellung von Fotos verschiedener Schweisstechniken. Bei diesem Foto handelt es sich um eine Aufnahme beim MAG-Schweissen. In meiner kleinen Fotoserie gäbe es dann auch noch WIG-, Autogen- oder Plasma-Schweissen.

Mit der Aufnahme wollte ich die Dynamik und die Farbevielfalt zeigen. Das große Thema bei der Aufnahme war die Problematik der Überbelichtung:

Grundsätzlich ist das Thema „Schweiss-Fotografie“ nicht ganz ohne. Fotograf und Ausrüstung sind gefordert. Die besten Ergebnisse lassen sich jeweils zu Beginn des Schweissvorgangs erzielen. Ist also etwas „Timing“ angesagt. Zwei, Drei und los – Zwei, Drei und los. Wobei „Los“ dann für beide gilt. Mit der Zeit hat man das dann raus. Dann können beeindruckende Bilder entstehen. So – Bin mal gespannt ob ich die Ehre habe und mein Foto ausgewählt wird. Vielen Dank. Schon mal fürs Lesen meines Kommentars und – wenn es denn klappen sollte – für die Kritik der Profis. Grüße und immer „bestes Licht“

Profi Jan Zappner meint zum Bild von Udo Kibele:

Ein Foto, das technisch hervorragend umgesetzt wurde. Die Belichtungszeit ist gerade so lang, dass die Funken „fliegen“ und ohne dass das Bild verwackelt. Der Ausschnitt zeigt gerade so viel wie der Betrachter sehen muss, um einen Eindruck des Menschen in Schutzkleidung und des Arbeitsvorgangs selber zu bekommen. Die einzige Lichtquelle läßt das Bild blau leuchten, und die Funken füllen auch das Bild schön aus. Ich habe sofort eine Vorstellung davon, wie es beim Schweißen so aussieht. Nichts lenkt den Blick von der Hauptsache ab.

Viel wichtiger als das Bild selber (Entschuldigung!) ist mir aber die Herangehensweise des Fotografen, die er zum Glück sehr ausführlich beschreibt:

Ganz offensichtlich ist er nicht per Zufall zu diesem Ergebnis gekommen, sondern durch Probieren, Überlegen, Ändern, Ergebnisse korrigieren, nochmals Verändern und so weiter. Das schließt eine gewisse Selbstreflexion und -kritik ein, die unbedingt nötig ist, um immer bessere Ergebnisse zu erzielen. Auch das Einbeziehen des Protagonisten in die Planung – je nach Standpunkt des Fotografen ein Tabu – ist nicht nur sehr aufschlussreich, sondern hier offensichtlich unabdingbar. Denn nur mit dieser Teamarbeit (1,2 und DREI) konnte der beste Moment eingefangen werden. Bei einem Arbeitsportrait ist dieses Einmischen meiner Meinung nach überhaupt kein Problem.

Insgesamt hat der Fotograf also durch die eigene klare Vorstellung und Kommunikation sein Ziel erreicht. Glückwunsch.

In der Rubrik «Bildkritik» analysieren Profi-Fotografen im Auftrag von fokussiert.com montags bis freitags jeweils ein Foto aus der Leserschaft.
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4 Antworten
  1. Udo Kibele says:

    Also das mit dem „verblitzen“ der Augen konnte ich auch noch nicht zweifelsfrei klären. Meine D2X besitzt kein Live View. Meine Methode. Einstellung besprechen, fixieren, Focus auf manuell, Auslösen mit Fernauslöser und Aufnahme mit Kontrollmöglichkeit direkt auf den Laptop. Man kann jede Einstellung sehr gut vorbereiten, da bei diesen Aufnahmen das Objekt ja komplett statisch ist.

    Antworten

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