Fassaden-Stilleben:
Pastellfarbene Geometrie

Ein Blick nach rechts und links lohnt sich immer. Auch wenn man wegen etwas ganz anderem unterwegs ist.


Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Pascal Reis). – Canon EOS 400D – 1/80s – f/7.1 – ISO 100 – 31mm

Kommentar des Fotografen:

Auf einer Hochzeitsreportage in Italien habe ich auch die Aufgabe gefasst, das Heimatdorf zu portraitieren. Dieses alte Bergdorf hatte viele alte Häuser, aber diese Fassade hat es mir angetan. Der Wechsel der Farben, die abstrakt verlaufenden Treppen und die vielen Unstimmigkeiten (alle Fenster und Türen sind komplett verschieden) machen für mich das Bild interessant.

Profi Jan Zappner meint zum Bild von Pascal Reis:

Schöne Stilleben zu erkennen, ist gar nicht so einfach. Hier ist es gelungen: Nicht nur überzeugt die Symmetrie, sondern auch die ausgewaschenen Pastellfarben an den Wänden. Insgesamt ergibt sich dadurch ein sehr ruhiges, entspanntes Bild.

Die Treppen laufen überraschend ins Bild hinein und verleihen dem Foto dadurch Spannung. Die Türen und Fenster sind korrekt und ausgeglichen im Bild verteilt und nicht abgeschnitten. Jeder Gegenstand (ob Tür, Fenster oder Treppe) hat seinen Platz, und der Platz wirkt richtig! Das Bild ist sozusagen in dder richtigen Waage.

Hinzu kommt die Farbgebung. Die Pastelltöne unterstreichen ein mediterranes Gefühl und unterstützen die Ausgeglichenheit, da sie weder aufdringlich noch langweilig wirken.

Gleichzeitig hat das Bild etwas Spannendes: Die Kellertüren und -fenster sind aus dem Stein gehauen und nicht so schön in einen Rahmen gefasst worden wie die Türen und Fenster im ersten Stock. Das hat etwas Rohes, Urtümliches. Und das passt wiederum perfekt in ein Bergdorf, karg und ursprünglich.

Vielleicht könnte man den Kontrast im Bild ein wenig erhöhen, damit die Farben besser zur Geltung kommen: Einfach bei Photoshop im Gradiationkurvenmenü der Kurve eine S-Form geben, damit die hellen Bereiche heller und die dunkler dunkler werden, und schon leuchten die Wände und lassen das Bild strahlen. Den Grad der Kontraststeigerung muss jeder für sich selber entscheiden. Ich glaube, das ist eine persönlich Sache. Hauptsache, das Bild ist nicht grau ausgefressen.

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1 Kommentar

  1. Armin Kolb
    schrieb am 21. November 2008 um 11:38 Uhr (#)

    Na, der Bildaufbau ist nicht sooo überzeugend; von einem kompositorischen Farbausgleich kann man hier nicht sprechen. Störend finde ich vor allem den Betonblock im linken Bildeck (besser wäre es, man könnte auch hier “unter” die Treppe blicken), sowie den knappen Beschnitt am oberen Bildrand. Ich bin mir auch nicht sicher, ob dem Fotografen klar war, was er eigentlich zeigen wollte – die von Ihnen angesprochene Symmetrie etc., oder vielleicht eher diesen orginellen Eingang (links), den man von außen treppab (!) erreicht.

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