Blattmakro:
Selektiver Fokus

Perfektes, diffuses Licht und ein brillantes Grün werden von nachteiliger Komposition überschattet.

Gregor Holzner

Gregor Holzner


Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Gregor Holzner). – Panasonic DMC-FX01 – 1/40s – f/2.8 – ISO 80 – 4.6mm (28mm)

Kommentar des Fotografen:

Nussbaumblatt, Macroaufnahme, Belichtung ISO 300, Sony Cyber-shot DSC H3,Multi-Fokus, 8 mPix;

Profi Douglas Abuelo meint zum Bild von Gregor Holzner:

In Tagen der digitalen Kamera ist es leicht, visuell ansprechende Fotos zu machen, sobald man das Haus verlässt. Ein großer Vorteil gegenüber Film ist, dass man sein Foto sofort betrachten kann, was Dich dazu befähigt, jedes Detail, das nicht Deinen Wünschen entspricht, sofort zu korrigieren.

Ein paar Dinge in diesem mit einer Digitalkamera aufgenommenen Foto hier hätten leicht verändert werden können, um ein aussagekräftigeres Bild zu erzeugen:

Wahrscheinlich an einem bedeckten Tag aufgenommen, ist die Beleuchtung hier ein gutes Beispiel für diffuses, gleichmäßiges Licht ohne harte Schatten. Diese Art Licht ist fantastisch für die meisten Sorten von Fotografie. Ich gehe wirklich gern an Tagen wie diesen raus, um Porträts zu machen. Es ist fast, als würde man in einem gigantischen Porträtstudio arbeiten, in dem perfektes Licht von fast allen Seiten hereinbricht, solange das Wetter nicht wechselt.

Ein weiteres auffälliges Merkmal dieses Bildes ist der selektive Fokus. Indem eine große Blendenöffnung gewählt wird, hier f2,8, sind nur bestimmte Bereiche des Fotos scharf.

Und hier haben wir das erste Problem: einige der scharfen Bildbereiche sind links, einige rechts, aber es gibt weder einen wirklichen Zusammenhang zwischen ihnen, noch leiten sie unseren Blick irgendwohin. Wir sehen uns lediglich verloren um und wundern uns, was wir ansehen sollen.

Was uns zu Problem Nummer 2 führt: aufgrund der Bildrahmung führt uns die Hauptader des Blatts von der unteren rechten Bildseite zur oberen Mitte, was den Anschein von Unausgewogenheit oder sogar Merkwürdigkeit erweckt. Dieser Mangel an Ausgewogenheit macht sich gut in bestimmten Arten von Fotos, aber nicht in diesem, wo eine harmonischere Komposition die Gesamtstimmung des Bildes stärken würde.

Während dies kein schlechtes Bild ist, sieh Dir nächstes mal Deine Fotos auf dem Display kritisch an, und nimm, wenn nötig, Veränderungen vor.

In der Rubrik «Bildkritik» analysieren Profi-Fotografen im Auftrag von fokussiert.com montags bis freitags jeweils ein Foto aus der Leserschaft.
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Wenn die Zeit hat, sollte man die richtigen kompositionellen Entscheidungen bei der Aufnahme treffen, damit man Korrekturen in der Nachbearbeitung auf ein Minimum beschränken kann.

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