Eva Leitolf:
Deutsche Bilder

Seit den neunziger Jahren beschäftigt sich Eva Leitolf mit fremdenfeindlichen Gewalttaten in Deutschland. Ihre „Deutschen Bilder“ sind in München zu besichtigen.

Eva Leitolf: Wohnraum nach dem Brandanschlag vom 20. April 1994, Bielefeld-Senne © alle Bilder: Eva Leitolf

Für ihre Spurensuche ging Eva Leitolf zu den Tatorten von Anschlägen, fotografierte das Umfeld mit Sympathisanten und mehr oder weniger beteiligten Zuschauern.

Nach der ersten Serie von 1992 bis 1994 nahm Eva Leitolf diese Arbeit 2006 wieder auf. Sie reduzierte dann die Bildinhalte auf die Orte des Geschehens und verbindet sie mit Texten zum Tathergang und ihrer Aufarbeitung – sei es in Justiz, Medien oder Politik.

Eva Leitolf: Lichtenhagen, Rostock, 1993

Zum Bild aus Schöna schreibt Eva Leitolf auf ihrer Website (wo wir die ganzen „deutschen Bilder“ sehen können):

„In der Gemeinde Reinhardtsdorf-Schöna erhält die NPD bei der Landtagswahl 2004 23,1% der Stimmen. Sie pflegt laut Presseberichten enge Verbindungen zur verbotenen SSS (Skinheads Sächsische Schweiz), einer Gruppe, die sich zum Ziel gesetzt hat, die Gegend ‚ausländerfrei‘ zu machen.“

Eva Leitolf: Schöna, Sächsische Schweiz.

Unter dem Titel „Deutsche Bilder – eine Spurensuche“ wurden Leitolfs Arbeiten zusammen mit ihren Texten als Buch veröffentlicht – bei Snoek in Köln. Bei der Ausstellung in der Münchner Pinakothek der Moderne gibt es das Buch für günstige 24 Euro statt zum Buchhandelspreis von 34 Euro.

Eva Leitolf, Jahrgang 1966, wurde in Würzburg geboren. Sie lebt und arbeitet in München und im Bayrischen Wald. Auf ihrer Website gibt es auch eine ganze Reihe weiterer Arbeiten von ihr zu sehen.

Eva Leitolf – Deutsche Bilder – Eine Spurensuche
Bis 19. Oktober
Pinakothek der Moderne, Barer Str. 40, 80333 München
+49 (0)89 238050, info@pinakothek.de
Geöffnet Dienstag bis Sonntag 10 bis 18 Uhr, Donnerstag 10 bis 20 Uhr

Pinakothek der Moderne
Eva Leitolf

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