Studio-Porträt:
Keine Ablenkung

Auch bei einem Studio-Portrait sollte der Mensch im Vordergrund stehen und nicht die Technik. Hier ist das hervorragend gelungen.

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Yanick Nangeroni). - Canon EOS 20D - 1/100s - f/18 - ISO 100 - 53mm (80mm)

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Yanick Nangeroni). - Canon EOS 20D - 1/100s - f/18 - ISO 100 - 53mm (80mm)

Kommentar des Fotografen:

[Edit Redaktion: Liebe Fotofreunde, Ihr wertet die Kritiken massiv auf, wenn Ihr mehr mit uns teilt als die technischen Daten des Bildes - zum Beispiel Absicht, Umstände der Aufnahme, Interpretation, etc. Danke!]

Profi Jan Zappner meint zum Bild von Yanick Nangeroni:

Ein wunderschönes Portrait. Ich habe es jetzt wirklich lange angeschaut und hin- und herüberlegt, was ich dazu sagen kann. Was mir zunächst eingefallen ist:

symmetrisch, sympathisch, ruhig, schön, intim, nah, ausgewogen, natürlich und leuchtend.

Dann habe ich festgestellt, dass das alles sehr wenig mit der Technik zu tun hat. Und das hat mir dann noch besser gefallen.

Denn bei einem Portrait sollte der Betrachter nicht auf die technische Seite eines Bildes achten, sondern eben auf den fotografierten Menschen. Hier hat es der Fotograf geschafft, die Aufmerksamkeit auf den Menschen zu ziehen und die Technik damit in den Hintergrund zu drücken.

Mit gefällt auch der Zusammenschnitt beider Fotos, da es die Ruhe, die auch durch den schwarzen Hintergrund ausgeht, noch verstärkt.

Zur Technik ist mir dann doch noch was aufgefallen: Mir ist die rechte Seite des Körpers und des Gesichts ein wenig zu hell. Da fehlt ein bisschen die Zeichnung der Haut (das kann aber auch an meinem Monitor liegen, den habe ich hin- und hergeschoben). Sehr schön finde ich die Schattenbildung auf der linken Seite. Fast einem Halbkreis ähnlich schiegt sich der Schatten an die Konturen des Gesichts und verstärkt damit diese Form. Nur auf dem linken Auge könnte ein wenig mehr Licht sein.

Auch unter der Nase fehlt mir ein Hauch Licht, der diesen Schatten beseitigt und damit den Mund stärker zeigen würde. Die Nase ist aber leider ein natürliches Hindernis bei einer Seitenlichquelle – und deswegen nicht so einfach auszutricksen. Vielleicht das Gesicht ein wenig höher nehmen. Oder ein wenig von der linken Seite das Licht reflektieren. Wunderschön auf jeden Fall.

In der Rubrik «Bildkritik» analysieren Profi-Fotografen im Auftrag von fokussiert.com montags bis freitags jeweils ein Foto aus der Leserschaft.
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2 Kommentare

  1. Ich würde die beiden Fotos durch etwas Weißfläche voneinander trennen. Dann sehen die Schultern nicht so aneinandergeklebt aus.

    Viele Grüße von Zippo!

  2. Finde das portrait schön. links finde ich es bei den augen etwas dunkel. was mich wundert dass mit blende 18 gearbeitet wurde bei einem portrait. lg peter

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