Strandbild:
Wo sind die Farben?

Keine schlechte Komposition, aber oh weh, wo ist all die Farbe geblieben? Überlass es nicht dem Computer in der Kamera, wie Deine Fotos am Ende aussehen.

Leserfoto (© Martin Dotzauer). - Konica Minolta Dynax 5D - 1/1250s - f/5.6 - ISO 100 - 35mm

Leserfoto (© Martin Dotzauer). - Konica Minolta Dynax 5D - 1/1250s - f/5.6 - ISO 100 - 35mm


 

Kommentar des Fotografen:

Habe das Bild im Urlaub an der Ostseeküste auf dem Darß gemacht. Ich wollte damit den Eindruck festhalten, den ich hatte, als ich am Strand spazieren ging: Sonne, Sand und das Meer. Keine Nachbearbeitung am PC.

Profi Douglas Abuelo meint zum Bild von Dotzauer Martin:

Dies ist ein gutes Beispiel dafür, was passiert, wenn Du die Belichtung der Kamera überlässt: Moderne Kameras haben soviel Hightech eingebaut, dass es kaum etwas gibt, was sie nicht können.

Aber sie sind immer noch nicht so pfiffig wie wir Menschen, was die Wahl der Belichtungszeit angeht:

Das Problem ist, dass die Belichtungsmesser der Kamera gemacht sind, um sich auf eine Belichtungssituation mit 18% Lichtreflexion einzustellen. Dies kann zu vielen Szenen führen, die in einem mittleren Grau mit wenig Kontrast und ausgewaschenen Farben erscheinen. Oft spiegelt dies weder die eigentliche Szene wider, noch das, was der Fotograf ausdrücken wollte.

Weil die Ausgangsbelichtung einer Szene einen himmelweiten Unterschied im Ergebnis macht, nutzen professionelle Fotografen sie, um ihre Arbeit mit einer persönlichen Note zu versehen. Je mehr Übung Du hast, desto intuitiver wist Du mit der Wahl der Belichtung umgehen können.

Wie können wir also eine Belichtung hinkriegen, die dem näher ist, was wir wollen? Der erste Schritt dahin ist, Deine Kamera auf manuell umzustellen. So nimmst Du die Kontrolle von der Kamera in Deine eigenen Hände. Als nächstes solltest Du über die Szenen vor Dir nachdenken und überlegen, wie Du sie abbilden möchtest. Ist es ein Strand mit starken Kontrasten wie hier, oder ist es eine blaue, frühmorgendliche Szene mitten in einem Markt in Marrakesch?

In solchen Situationen mit starken Kontrasten bist Du gut beraten, eine Blendenöffnung oder so unterzubelichten. Das erzeugt brillantere Farben und dunkle, dramatische Schatten. In Situationen mit weniger Kontrast wirst Du, was natürlich davon abhängt, wie Du die Szene vermitteln möchtest, allgemein nicht so viel unterbelichten.

Abgesehen von den Farben ist dieses Bild, was Urlaubsfotos angeht, nicht schlecht.

In der Rubrik «Bildkritik» analysieren Profi-Fotografen im Auftrag von fokussiert.com montags bis freitags jeweils ein Foto aus der Leserschaft.
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Ein Kommentar

  1. Ersteinmal vielen Dank für die konstruktive Bildkritik und die Anregungen.
    Die Problematik der situationsabhängigen Belichtungskorrektur beschäftigt mich schon seit längerem. Das Problem ist für mich dann eine gute Korrektur vorab einzuschätzen. Wenn ich Probefotos mache, verwende ich zur Kontrolle gern die Vorschau oder die Histogrammanzeige. Die folgenden Bilder werden dann nach ermessen korrigiert. Machnmal lieg ich dann aber auch mit der Korektur daneben und ein anderes mal denk ich einfach nicht darüber nach ob die Automatik jetzt ungünstig ist oder nicht.
    Die Möglichekeit in einer solchen Form seine Fotos unter die Lupe nehmen zu lassen ist finde ich sehr gut. Mich regen die Bildkritiken immer dazu an; darüber nachzudenken wie man “bewusster” fotografieren kann.

    Mit freundlichen Grüßen
    Martin Dotzauer

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