S/W-Blume:
Nachbearbeiten

Erfolgreiche Fotografen visualisieren stets das Endergebnis ihrer Arbeit, das heisst, sie stellen sich das Foto vor, das später in der Dunkelkammer oder am Computer entstehen wird, anstatt der Szene, wie sie sich vor der Kamera befunden hat.

Kommentar des Fotografen:

Dieses Bild ist eines meiner ersten Bilder, die ich mit einer ordentlichen Kamera (EOS 400D) gemacht habe. Es entstand in meinem Garten und zeigt eine Biene, die über einer Blüte fliegt. Zur Belichtung ist zu sagen, es war ein heller sonniger Tag mit leichten Wolken. Ich habe versucht mit dem goldenen Schnitt zu arbeiten.

Profi Douglas Abuelo meint zum Bild von Sebastian Müller:

Die Nachbearbeitung spielt in der Fotografie eine größere Rolle, als viele Amateure wahrhaben wollen. Kameras sind Werkzeuge, mit denen Szenen festgehalten werden, aber für die meisten Fotografen spielen die nächsten Schritte – sei es die Entwicklung des Films, das Scannen des Fotos oder die Bildbearbeitung am Computer – eine fast so große Rolle wie die Komposition der Szene und das Drücken des Auslösers.

Natürlich bedeutet das nicht, dass das Originalbild nicht so gut komponiert und belichtet sein sollte wie möglich. Bei richtiger Handhabe wird dieser erste Schritt bessere Resultate erzielen und Dir viel Mühe bei der Nachbearbeitung ersparen.

Obwohl es nichts bahnbrechendes oder dramatisches an diesem Foto gibt, hat der Fotograf eine ansprechende Komposition dieser stillen Szene kreiert, indem er die Blüte in der unteren rechte Bildecke des Goldenen Schnitts platziert hat.

Dies ist an sich nicht schlecht. Aber wenn wir uns nun das Beispiel ansehen, dann bemerken wir, was für einen himmelweiten Unterschied eine Nachbearbeitung machen kann.

Das größte Problem hier war, dass es zu viel Kontrast zwischen der reinweißen Blüte und den dunklen Blättern gibt, als dass die Kamera alles perfekt belichten könnte. Dies hat dazu geführt, dass die weißen Blütenblätter überbelichtet sind, und die korrekt belichteten Pflanzen im Hintergrund in einem langweiligen Grau erscheinen.

HDR wäre hier ein Option gewesen, aber weil in solchen Situationen der Wind irgendetwas unvorhersehbar bewegen wird, vielleicht nicht die beste Wahl.

Sehen wir uns das Beispiel an, so können wir sehen, was für einen Unterschied ein paar Minuten Nachbearbeitung machen können. Dies kann in der traditionellen Dunkelkammer geschehen oder am Computer. Nun gibt es an den hellsten Stellen Details zu sehen, und die Pflanzenteile wurden verdunkelt, was das Bild viel dramatischer macht.

So kann die Blüte von den Pflanzenteilen auseinander gehalten werden, das Foto erhält mehr Tiefe.

In der Rubrik «Bildkritik» analysieren Profi-Fotografen im Auftrag von fokussiert.com montags bis freitags jeweils ein Foto aus der Leserschaft.
Mehr über die Profi-Bildkritik erfahren / Eigene Bilder zur Kritik einreichen.

Mehr lesen

Studioporträt: Allzu weich ist ungesund

14.9.2011, 12 KommentareStudioporträt:
Allzu weich ist ungesund

Ein wunderschönes Gesicht und ein weiches Beautylicht sind die Basis für ein klassisches Beautyporträt. Wenn allerdings mit der Weichzeichnung so stark eingegriffen wird, verliert das Gesicht seine Persönlichkeit.

Porträt mit Vignettierung: Technik und Aussage

14.4.2011, 4 KommentarePorträt mit Vignettierung:
Technik und Aussage

Oft sind wir begeistert von der Kraft eines Motivs, vernachlässigen dann aber vielleicht die technischen Aspekte der Aufnahme. Wieweit lässt sie sich mit Bildbearbeitung korrigieren?

TuneUp Utilities 2010: Bildbearbeitung beschleunigen

25.10.2009, 3 KommentareTuneUp Utilities 2010:
Bildbearbeitung beschleunigen

Das Werkzeug TuneUp ist ein ideales Programm für Windows-Benutzer, die ihren PC für die Bildbearbeitung beschleunigen wollen.

Naturfotografie: Blumen mit Wasserkraft

26.10.2011, 0 KommentareNaturfotografie:
Blumen mit Wasserkraft

Es scheint paradox: Blumen zu fotografieren sollte sehr einfach sein. Aber gelungene Blumenbilder sind eine Herausforderung. Hier wurde die Blume in einem Zustand fotografiert, den nicht jeder Fotograf sofort nachmachen kann.

Bunte Blume: Schön, aber auch gut?

28.4.2011, 0 KommentareBunte Blume:
Schön, aber auch gut?

Bunte, glänzende Farben ziehen unseren Blick magisch an und verleiten und zum Fotografieren. Sind aber solche Motive auch eine gute Voraussetzung für gute Bilder, oder braucht es mehr dazu?

Blumenbild: Amaryllis ganz nah

16.3.2011, 0 KommentareBlumenbild:
Amaryllis ganz nah

Schlicht, aber wirkungsvoll. Wichtig bei Blumenfotos ist die Nähe und die Augenhöhe, um die feinen Details einer Blüte gut herausarbeiten zu können.

TuneUp Utilities 2010: Bildbearbeitung beschleunigen

25.10.2009, 3 KommentareTuneUp Utilities 2010:
Bildbearbeitung beschleunigen

Das Werkzeug TuneUp ist ein ideales Programm für Windows-Benutzer, die ihren PC für die Bildbearbeitung beschleunigen wollen.

Entsättigter Wald: Effekte brauchen eine Begründung

17.9.2009, 4 KommentareEntsättigter Wald:
Effekte brauchen eine Begründung

In der digitalen Dunkelkammer lässt es sich trefflich mit Effekten herumspielen. Die machen allerdings aus einem Bild niemals eine erstklassige Fotografie.

Vignettierung: Strahlende Menschen

4.6.2009, 6 KommentareVignettierung:
Strahlende Menschen

Statt Vignettierung zu korrigieren, kann man auch eine künstliche anwenden, um Bilder aufzuwerten.

HDR-Landschaftsaufnahme: Zuviel des Guten

20.4.2012, 0 KommentareHDR-Landschaftsaufnahme:
Zuviel des Guten

Nachbearbeitung ist die Pflicht des Fotografen - aber man kann es sehr leicht übertreiben.

Stilleben: Antik und schön

16.4.2012, 4 KommentareStilleben:
Antik und schön

Ausgetretene Schuhe, verstaubte Töpfe, abgesessene Polster, verwittertes Holz... Antiquitäten eignen sich wunderbar als Fotosujets.

Strandbild: Kontraste wollen bewältigt werden

4.4.2012, 1 KommentareStrandbild:
Kontraste wollen bewältigt werden

Sonnenuntergänge sind sicherlich die beliebtesten Urlaubsmotive, doch mitunter auch die schwierigsten.

Pingbacks

Pingbacks anzeigen...

Diesen Artikel kommentieren

Wir sind sehr an einer offenen Diskussion interessiert, behalten uns aber vor, beleidigende Kommentare sowie solche, die offensichtlich zwecks Suchmaschinenoptimierung abgegeben werden, zu editieren oder zu löschen. Mehr dazu in unseren Kommentarregeln.