Der Fotograf Edward Weston:
Immer in Bewegung

Er fotografierte mit Plattenkameras, mit Blende 64 und in schwarzweiß. Heute klingt das wie Technik aus einer anderen Welt. Doch Edward Weston war einer der einflußreichsten Fotografen seiner Zeit. Heute im Porträt auf Arte zu sehen.

Edward Weston, Nude 1936, (Bild: Norddeutscher Rundfunk / Center for Creative Photography, Arizona Board of Regents)Das Leben des Edward Weston ist eine Spurensuche in Kalifornien. Eine Reise nach Carmel und Point Lobos, zu den Sanddünen von Oceano und durch die bizarren Felslandschaften des Death Valley. Und eine sehr persönliche Geschichte der modernen amerikanischen Fotografie.

Der Arte-Beitrag über Edward Weston zeigt nicht nur seine Fotos, sondern auch jene inspirierende kalifornische Landschaft, in der er lebte.

Edward Weston wurde am 24. März 1886 geboren und starb am 1. Januar 1958. Seine erste Kamera erhielt er 1902 als 16jähriger, gerade ein Jahr später wurden seine ersten Bilder bereits am Art Institute in Chicago ausgestellt.

Edward Weston, Shells, 1927, (Bild: Norddeutscher Rundfunk / Center for Creative Photography, Arizona Board of Regents)

Mit 37 Jahren geht Weston nach Mexiko. Für ihn ein Aufbruch in die Moderne: Er fotografiert Revolutionäre, Künstler, und immer wieder seine Geliebte Tina Modotti. Zurück in Kalifornien, kommt er im Dezember 1927 nach Carmel, eine kleine Künstlerkolonie unweit von San Francisco. Eigentlich will er hier nur den Winter über bleiben, daraus werden 30 Jahre.

Wildcat Hill bei Carmel an der Pazifikküste. Hier lebte Edward Weston bis zu seinem Tod. (Bild: Norddeutscher Rundfunk / Parnass Film)

Fasziniert von der eindrucksvollen Felsküste des Pazifiks richtet er hier sein Studio in einem einfachen Holzhaus ein, das heute noch im Besitz seiner Familie ist und in dem sein Enkel heute noch lebt. Einen Ort vor seiner Haustür wird Edward Weston sein ganzes Leben lang fotografieren: Point Lobos, von Gischt und Wellen umspült. Seine Schwarz-Weiß-Bilder sind Fotografie pur: sachlich, abstrakt und doch voller Poesie.

Weston war Mitglied der Gruppe „f/64„, die für eine besonders scharfe Fotografie stand, mit großen Plattenkameras von 8 x 10 Inch (Inch, nicht cm!) und einer nur bei solch großen Formaten realisierbaren Blende 64 – bei Kleinbild führen schon Blende 22 oder 32 wieder zu unschärferen Bildern…

Edward Weston, Nahui Olin, 1924 (Bild: Norddeutscher Rundfunk / Center for Creative Photography, Arizona Board of Regents)

Westons Spezialität waren Landschaften, Akte, Natur- und Pflanzendetails von großer Schärfentiefe. Der Film über ihn wurde 2004 auf dem Filmfestival in Karlsbad gezeigt.

Der Fotograf Edward Weston, 16:9 / 26 Min, Dokumentation, Deutschland 2004, NDR, Stereo, Regie: Sabine Pollmeier, Arte TV, Sonntag 28. September 2008, 20.15 Uhr

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  1. […] a comment » Stieß in dem Beitrag über Edward Weston auf fokkusiert.com auf die Gruppe f/64. Deren Postulate und ihre Gegnerschaft zu den Pictorialisten […]

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