Elliott Erwitt:
Großmeister zum Anfassen

Juri Gottschall, 19. November 2008 18:20 Uhr, 0 Kommentare Kommentare

Die Galerie Stephen Hoffmann in München zeigt zum 80. Geburtstag des Magnum-Fotografen Elliott Erwitt eine Auswahl seiner Werke.

Bereits anfangs des Jahres berichteten wir über “Seen & Unseen”, eine Ausstellung neuer Fotografien Erwitts in Hamburg, jetzt wird eine Auswahl seiner Arbeiten in München präsentiert. Am Samstag wurde die kleine Ausstellung eröffnet – in Anwesenheit des Künstlers.

Für mich Grund genug mal wieder die alte Leica auszupacken und in klassischer Manier mal wieder einen Schwarzweißfilm zu belichten. Allerdings war ich mit dieser Idee nicht allein.

Was sich an diesem Nachmittag in der kleinen Galerie in Münchens Innenstadt darbot, wirkte wie ein Zusammentreffen fotografischer Nostalgiker. Selten konnte man in den letzten Jahren so viele alte Kameras im Einsatz sehen und inzwischen schon ungewohnten Szenen wie dem Messen der Belichtung (per Hand) oder dem Wechseln der Filme beiwohnen. Die Pressefotografen mit ihren Digital-Boliden wirkten fast ein wenig lächerlich in Anwesenheit der vielen kleinen analogen Kompaktkameras.

Erwitt selbst, gut gelaunt und nie um einen Scherz verlegen, ließ sich von dem ganzen Trubel nur wenig beeindrucken. Geduldig beantwortete er sämtliche Fragen zu seiner Arbeit und wurde nicht müde, Bücher und Fotos zu signieren.

Seit Jahrzehnten gehört Elliot Erwitt zusammen mit Robert Capa, Henri-Cartier Bresson und anderen Größen der Fotografie zum festen Bestandteil der Agentur Magnum. Als Fotojournalist prägte er die Erscheinung der Zeitschriften der Fünfziger- und Sechzigerjahre mit seinen stets ironischen und komischen Perspektiven. Erst im vergangenen Jahr erschien bei teNeues der Bildband “Unseen”, der erstmalig unbekannte Fotos aus dem umfangreichen Archiv Erwitts zeigt.

Die Ausstellung in München ist noch bis zum 17. Januar 2009 zu sehen.

Galerie Stephen Hoffmann
Prannerstr. 5
80333 München

Di-Fr: 11-13h, 14-19h, Sa: 11-16h

Weiterempfehlen

Mehr lesen

Autofoto: Lack, Form und Licht

19.3.2010, 2 KommentareAutofoto:
Lack, Form und Licht

Bilder einer Ausstellung: Faszinierende Motive in schwierigen Lichtsituationen, zum Beispiel Autos in Schauräumen.

Gerda Taro: Die Fotografin als Kriegsheldin

12.2.2010, 0 KommentareGerda Taro:
Die Fotografin als Kriegsheldin

Gerda Taro war vielleicht die erste weibliche Kriegsreporterin und wurde zur Kriegsheldin. Lange stand sie im Schatten ihres Gefährten Robert Capa.

Lilian Bassman/Paul Himmel: Eine Fotografenehe

19.12.2009, 0 KommentareLilian Bassman/Paul Himmel:
Eine Fotografenehe

Lillian Bassman und Paul Himmel waren verbunden in 78 Jahren Ehe und der Leidenschaft zur Fotografie.

Boris Becker: Der Bildfinder

30.12.2009, 0 KommentareBoris Becker:
Der Bildfinder

Der Kölner Fotograf Boris Becker bezeichnet sich selbst als Bildfinder. Die Bilder liegen sozusagen auf der Straße und warten darauf, fotografiert zu werden.

Fotografisches Können (1/2): Wie gut bin ich als Fotograf?

29.7.2009, 8 KommentareFotografisches Können (1/2):
Wie gut bin ich als Fotograf?

Das eigene Fotografische Können - aufgeteilt in Technik und Ästhetik - einschätzen mit George Barrs Level-System.

Hannes Kilian: Die kunstvolle Bewegung

13.5.2009, 0 KommentareHannes Kilian:
Die kunstvolle Bewegung

Hannes Kilian wurde bekannt als Ballett-Fotograf. Eine Rückschau auf sein Lebenswerk in Berlin.

László Moholy-Nagy: Der erste Multimedia-Künstler

26.10.2009, 0 KommentareLászló Moholy-Nagy:
Der erste Multimedia-Künstler

Beim Bauhaus-Künstler László Moholy-Nagy stehen die Medien gleichwertig nebeneinander: Fotografie und Skulptur, Malerei und Film, Bühnenbildentwurf, Zeichnung und Fotogramm.

Larry Strungs Jahresprojekt: Täglich ein neues Porträt

20.1.2009, 0 KommentareLarry Strungs Jahresprojekt:
Täglich ein neues Porträt

2008 hat Larry Strung jeden Tag einen anderen Einwohner von Hamilton fotografiert. Das Gesichter-Kaleidoskop einer Stadt.

28.5.2008, 0 KommentareAlec Soth:
Welt der Mode und der Hunde

Magnum-Fotograf Alec Soth ist derzeit mit zwei Ausstellungen in Berlin vertreten. Die eine: "Paris/Minnesota", Bilder aus der Welt der Mode. Die andere: "Dog Days, Bogotá", eine weniger schillernde Wirklichkeit.

U-Bahn \

10.11.2009, 7 KommentareU-Bahn "Straßenfoto":
Symmetrie muß Sinn ergeben

Perfekte Symmetrie in einem Foto kann sehr interessant wirken, wenn sie bewußt und wirkungsvoll eingesetzt wird.

Leica X1: Die (sucherlose) Leica für Arme

15.9.2009, 10 KommentareLeica X1:
Die (sucherlose) Leica für Arme

Mit der kompakten X1 mit APS-C-Sensor bringt Leica eine lichtstarke Festbrennweiten-Kompaktkamera

Test Nikkor DX AF S 18-200mm VR 3.5-5.6 (2/2): Von Nah bis Fern

17.5.2009, 8 KommentareTest Nikkor DX AF S 18-200mm VR 3.5-5.6 (2/2):
Von Nah bis Fern

Nikons DX 18-200mm VR 1:3.5-5.6 Superzoom bringt an beiden Enden seines langen Spektrums gute Bildresultate.

Robert Capa: Die Geheimnisse  des mexikanischen Koffers

11.6.2009, 0 KommentareRobert Capa:
Die Geheimnisse des mexikanischen Koffers

Robert Capas geheimnisvoller mexikanischer Koffer ist ausgewertet worden. der Inhalt überraschte.

Gisèle Freund: Wiedersehen zum Hundertsten

19.12.2008, 0 KommentareGisèle Freund:
Wiedersehen zum Hundertsten

Gisèle Freund wäre am 19. Dezember 100 Jahre geworden. Grund für eine ganze Reihe an Ausstellungen.

Steve McCurry: Diese leuchtenden Augen

5.12.2008, 0 KommentareSteve McCurry:
Diese leuchtenden Augen

Steve McCurrys Porträt des afghanischen Mädchens können wir uns in Iserlohn anschauen, bei der weltweit ersten Retrospektive des Magnum-Fotografen.

Nachtaufnahme: Die Lichter des Oktoberfests

15.2.2010, 4 KommentareNachtaufnahme:
Die Lichter des Oktoberfests

Nachts ist die Zeit des Lichtmalens, und was eignet sich besser dafür als ein Rummel?

Anna Peisl: Schiefe Whitebox

2.2.2010, 0 KommentareAnna Peisl:
Schiefe Whitebox

Die schiefe weiße Box der Münchner Fotografin Anna Peisl bringt unsere Sehgewohnheiten durcheinander. Die Perspektive verrutscht, der Mensch verliert gewohnten Halt.

Eva Bertram: Meine Tochter Herveva

24.11.2009, 0 KommentareEva Bertram:
Meine Tochter Herveva

Kindheit als sichtbarer Prozess: Die Berliner Fotografin Eva Betram hat von der Geburt an über elf Jahre das Aufwachsen ihrer Tochter Herveva festgehalten.

Pingbacks

Pingbacks anzeigen...

Diesen Artikel kommentieren

Wir sind sehr an einer offenen Diskussion interessiert, behalten uns aber vor, beleidigende Kommentare sowie solche, die offensichtlich zwecks Suchmaschinenoptimierung abgegeben werden, zu editieren oder zu löschen. Mehr dazu in unseren Kommentarregeln.