Kuhtränke:
Mensch gegen Natur

Gegenstände, die der Weite der Natur gegenübergestellt werden, können ein aussagestarkes visuelles Statement sein.

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Marc Hauser).

Kommentar des Fotografen:

Gefrorener „Wassertank“ für Kühe.

Profi Douglas Abuelo meint zum Bild von Marc Hauser:

Stellen wir uns vor, wir sind an einem kalten Tag wandern und kommen an diesen Ort. Das Feld und die Bäume sind mit frischem, weißem Schnee bedeckt. Es ist ruhig und entspannt. Die einzige Störung in dieser natürlichen Umgebung ist ein Wassertank, der inmitten des Feldes feststeckt. Wie würden wir uns an diesem Ort, mit kalten Händen und Füßen und dieser Ruhe ringsherum, fühlen? Wenn wir uns entschließen würden, ein Foto zu machen – wie könnten wir den Ort adäquat darstellen?

Wenn ich mir das Foto anschaue, weiß ich nicht, was die Absicht des Fotografen war, außer den Betrachtern einfach nur zu zeigen, dass er an einem Wintertag einen Wassertank auf einem Feld gefunden hat.

Juhuu! Wen interessiert’s?

Die einzigen Leute, die dieses Foto interessant finden könnten, sind Sammler alter Militärwassertanks oder vielleicht noch Grundstücksmakler. Ansonsten ist das Bild langweilig. Es ist einfach zu schlicht und eindimensional. Die Komposition ist nicht überwältigend oder kreativ und die dargestellte Szene lässt sich auf den ersten Blick erschließen. Das langweilige Schwarz-Weiß, das eher wie eine graue Suppe aussieht, macht die Sache nicht besser.

Wassertank, mit Kontrastverstärkung durch Senkung der dunklen Tonwerte.

Erstens: ich würde dir empfehlen, an den Tonwerten zu arbeiten, wie in dem Beispiel. Das hilft meist schon etwas.

Zweitens: Du standest an einem winterlichen Ort in der Natur, im Zentrum der Tank als einzige Erinnerung an den Menschen. Anstatt mit dieser direkten, porträtartigen Aufnahme des Tanks, hättest du vielleicht mit einem weiteren Winkel die Weite und Schönheit der Natur besser ausgedrückt. Der Wassertank, umrahmt von Feld und Bäumen, wäre dann ein interessanter Kontrast zu der natürlichen Welt; ein kleiner Trümmer, den jemand zurückgelassen hat.

Solche Gegenüberstellungen können sehr ausdrucksstark und vielsagend sein.

In der Rubrik “Bildkritik” analysieren Profi-Fotografen im Auftrag von fokussiert.com montags bis freitags jeweils ein Foto aus der Leserschaft.
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3 Antworten
  1. Marc Hauser says:

    Ich bin ein Sammler alter Militärwassertanks.
    Scherz beiseite, danke für den Tonwert-Tipp. An diesem zappendusterkalten Tag fand ich leider weder die Weite noch die Natur schön. Nur der Wassertank versprühte Gastlichkeit.

    Antworten

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