Steve McCurry:
Diese leuchtenden Augen

Steve McCurrys Porträt des afghanischen Mädchens mit den leuchtend grünen Augen ist in den Achtzigerjahren um die Welt gegangen. Nun können wir es uns in Iserlohn anschauen, bei der weltweit ersten Retrospektive des Magnum-Fotografen.

Steve McCurry: Afghanisches Mädchen,

Der Amerikaner Steve McCurry berichtet seit 30 Jahren aus den Krisengebieten weltweit, unter anderem über den Krieg zwischen Iran und Irak, den Zerfall des früheren Jugoslawien, aus Beirut, Kambodscha, Tibet, dem Jemen, den Philippinen und dem Golfkrieg. Er dokumentierte er die Ereignisse vom 11. September 2001 in New York und er reiste immer wieder – inzwischen 25 Mal – nach Afghanistan.

Afghanistan hat McCurrys Leben verändert. Seine Verbundenheit mit dieser geschundenen Nation machte ihn auch weltbekannt: Die bewegende Fotografie des damals zwölfjährigen „afghanischen Mädchens“, aufgenommen 1984 in einem Flüchtlingslager in der Nähe des pakistanischen Peshawar, war auf der Titelseite von National Geographic. Erst viel später fand man den Namen des Mädchens mit den leuchtend grünen Augen heraus: Sharbat Gula heißt sie und Ihr gleichermaßen von Traurigkeit und Stolz geprägtes Porträt wurde zu einem Symbol für menschliche Stärke im Angesicht von Not und Elend.

Für Steve McCurry macht ein gelungenes Bild die Seele sichtbar. „Ich warte auf einen unbeobachteten Augenblick, in dem sich die Seele zeigt, die Erfahrung, die sich in einem Gesicht eingeprägt hat“, sagt McCurry, „und ich versuche zu vermitteln, was es bedeutet, dieser Mensch zu sein, ein Mensch, der in bestimmten Lebensumständen steht.“ Steve McCurry legt Wert darauf, dass seine Bilder nicht gestellt oder inszeniert sind. Er will in der Tradition der Fotografen stehen, die die Welt so abbilden, wie sie ist, und dabei die Weltgeschehen dokumentieren. Damit folgt er dem Motto der Fotoagentur Magnum, deren Mitglied er seit 1986 ist: Er will ein glaubwürdiges Zeugnis des Lebens ablegen.

Steve McCurry: Bombay, Indien 1996

Steve McCurry, 1950 in Philadelphia geboren, studierte zunächst Geschichte und Filmwissenschaft. Nach dem Examen arbeitete er erst zwei Jahre lang für eine lokale Tageszeitung, bevor er sich als Fotograf selbstständig machte und durch Nepal und Indien reiste. Sein beruflicher Durchbruch gelang ihm 1979 im Zuge des Afghanistan-Konfliktes, als McCurry kurz vor der sowjetischen Invasion die Grenze zwischen Pakistan und dem von Rebellen kontrollierten Afghanistan überquerte. Seine Bilder aus der Krisenregion gehörten zu den ersten, die weltweit veröffentlicht wurden. Die belichteten Filme hatte McCurry in seine Kleidung eingenäht und brachte sie so unversehrt außer Landes.

Die Retrospektive in der Städtischen Galerie Iserlohn und anschließend im Stadtmuseum Schleswig blickt erstmals auf sein bisheriges Lebenswerk zurück. 80 Bilder wurden dafür ausgewählt – in Zusammenarbeit mit Magnum Photos. Wir können uns McCurrys Bilder auch online auf seiner Website oder in seinem Portfolio bei der Agentur Magnum anschauen.

Steve McCurry – Retrospektive
Bis 1. Februar 2009 in Iserlohn, ab 12. Februar 2009 Stadtmuseum Schleswig

Städtische Galerie Iserlohn, Theodor-Heuss-Ring 24, D-58636 Iserlohn
+49 (0) 2371 / 217-1970 und -1972, galerie@iserlohn.de
Geöffnet Mittwoch bis Freitag 15 – 19 Uhr, Samstag 11 – 15 Uhr, Sonntag 11 – 17 Uhr

Städtische Galerie Iserlohn
Steve McCurry
McCurry bei Magnum

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  1. […] deren Arbeiten uns fesseln und zum Nachdenken anregen. Sein wohl bekanntestes Werk ist die Fotografie eines jungen Mädchens aus Afghanistan, dessen Augen den geneigten Betrachter in den Bann […]

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