Hubert Becker:
Alles ganz anders

Bei Hubert Beckers Fotoarbeiten ist man nur vermeintlich auf einer “richtigen” Spur. In Wirklichkeit ist alles ganz anders.

In seiner Bildserie “La condition humaine” zum Beispiel arbeitet Hubert Becker mit den Methoden von René Magritte. Wie der surrealistische Maler zwingt uns Becker, unser Bild der Wirklichkeit zu überdenken und Denkgewohnheiten zu durchbrechen. Die Leipziger Galerie b2_ zeigt uns aktuelle Beckers Arbeiten unter dem nämlichen Titel “La condition humaine”.

Hubert Beckers Ausgangspunkte sind vorgefundene Bilder, die er nach seinem Interesse auswählt: zum Beispiel eine Ansicht seines Heimatdorfes, ein Zeitungsfoto eines Asteroiden, eigene Fotografien oder Reproduktionen von Kunstwerken. In manchmal jahrelangen Prozessen entstehen daraus seine eigenen Werke. Die Vorspiegelung falscher Tatsachen verleugnen sie dabei nicht.

Die Arbeit “Che” etwa zeigt Guevaras weltbekannte Silhouette, aber in schwarzer Kleidung auf einem weißen Doppelbett ausgelegt und spiegelverkehrt zum “Originalbild”.
Becker spielt mit unserem guten Glauben, dass ein Abbild eines Kunstwerkes im Zeitalter der technischen Reproduzierbarkeit auch dasselbe zeigt. Er baut, was ihn beschäftigt, als Modell nach, fotografiert es ab und zerstört es dann wieder. Ergebnis sind diese irritierenden Fotowerke.

Hubert Becker, Jahrgang 1954, lebt und arbeitet in Köln. Seit 1991 ist er Assistent des Malers Gerhard Richter. Die Ausstellung in der Leiziger Galerie b2_ zeigt einen Überblick der Arbeiten von 1992 bis zu den neuesten. Auch online zeigt die Galerie eine ganze Reihe von Beckers Bildern.

Hubert Becker – La condition humaine
Noch bis 20. Dezember
Galerie b2_, Spinnereistraße 7 – Gebäude 20, D-04179 Leipzig
+49 (0)341 4784747, info@galerie-b2.de
Geöffnet: Mittwoch bis Freitag 13 – 18 Uhr, Samstag 11 – 17 Uhr

Galerie b2_

Mehr lesen

Peikwen Cheng: Traumwelten in der Wüste

10.3.2012, 0 KommentarePeikwen Cheng:
Traumwelten in der Wüste

Peikwen Chengs Traumwelten in der Wüste erscheinen zu fantastisch, um wahr zu sein. Er fotografierte sie beim "Burning Man"-Festival in Nevada.

Road Atlas: Spurensuche und Anregung

4.3.2012, 0 KommentareRoad Atlas:
Spurensuche und Anregung

Was macht die Faszination der Straßenfotografie aus? Der Bildband «Road Atlas - Straßenfotografie von Helen Levitt bis Pieter Hugo» (Hirmer Verlag) widmet sich diesen Fragen, indem er 166 Arbeiten von 29 Fotografen mit ihren jeweils eigenen Sichtweisen präsentiert. «Road Atlas» liefert keine fertigen Antworten, aber Hinweise.

State of the Art Photography: Der Zustand der Fotokunst

29.2.2012, 0 KommentareState of the Art Photography:
Der Zustand der Fotokunst

Carlo d\'Orta: Spiegelverzerrtes

2.2.2012, 0 KommentareCarlo d'Orta:
Spiegelverzerrtes

Carlo d'Orta interessiert sich für Spiegelungen auf Glasflächen: Spiegelverzerrtes oder -verformtes entsteht daraus; spiegelverkehrt ist es ohnehin.

Spiegelbild: Täuschung durch Sehfehler

1.2.2012, 1 KommentareSpiegelbild:
Täuschung durch Sehfehler

Vermeintliche "Bildfehler" ergeben bisweilen spannende Fotografien. Das kann eine Spiegelung ebenso sein wie ein falsch eingesetztes Objektiv.

Fensterfront mit Fluchtpunkt: Der Sonne entgegen

27.1.2012, 10 KommentareFensterfront mit Fluchtpunkt:
Der Sonne entgegen

Wenn man mit perfekter Symmetrie spielt, muß man diese auch ein-/durchhalten.

Architektur-Schnappschuß: Funkturm in \

6.3.2012, 2 KommentareArchitektur-Schnappschuß:
Funkturm in "Anlehnung"

Der Blick nach oben und entsprechende Ausrüstung können aus bekannten Motiven immer noch Neues herausholen.

Strassen-Stillleben: Erinnerung an ein Gemälde

13.2.2012, 4 KommentareStrassen-Stillleben:
Erinnerung an ein Gemälde

Bilder können uns an Gemälde erinnern, die wir schon gesehen haben. Diese Aufnahme von Simone Naumann entwickelt einen sehr starken, fast malerisch wirkenden Ausdruck und erinnert so an ein Gemälde von Edward Hopper

Fotomontage: (Zu) perfekte Illusion

21.11.2011, 4 KommentareFotomontage:
(Zu) perfekte Illusion

Gut gemachte Bildmanipulationen verbinden perfekte Technik mit fotografischem Handwerk. Dies gelingt am besten, wenn realistische "Fehler" ins Bildwerk integriert werden.

Diesen Artikel kommentieren

Wir sind sehr an einer offenen Diskussion interessiert, behalten uns aber vor, beleidigende Kommentare sowie solche, die offensichtlich zwecks Suchmaschinenoptimierung abgegeben werden, zu editieren oder zu löschen. Mehr dazu in unseren Kommentarregeln.