AF DC-Nikkor 135 mm 1:2 D im Test:
(De-) Fokus aufs Detail

Wolf-Dieter Roth, 26. Dezember 2008 15:39 Uhr, 1 Kommentar Kommentare

Ein lichtstarkes Objektiv erlaubt es, insbesondere im Telebereich, die Schärfe sehr selektiv auf Bilddetails und einzelne Personen zu setzen. Das Nikon AF DC-Nikkor 135 mm 1:2 D bietet außerdem eine “Defocus-Control”. Ist diese in der Praxis von Nutzen?

Eine hochwertige, lichtstarke Kamera wie die Nikon D700 wird man nicht mit billigen, lichtschwachen und verzeichnenden “Superzooms” entwerten, sondern daran nur ebenso hochwertige und lichtstarke Zooms oder besser noch Festbrennweiten anschrauben.

In unserem Test der D700 waren dies das nur manuell fokussierende Zeiss Planar T* 1,4/50 mm, 1:1,4 für die Nachtaufnahmen, das immer noch lichtstarke Nikon AF Nikkor 35 mm 1:2 D für die Infrarot- und Gruppenaufnahmen und schließlich das AF DC-Nikkor 135 mm 1:2 D für die nun folgenden Portraits.

Die gesamte Ausrüstung hatten wir in dieser Zusammenstellung wieder von Lens Avenue gemietet. Das AF DC-Nikkor 135 mm 1:2 D war uns dabei als intelligentere, weichzeichnende Nikon-Alternative zum nur Wasserleichen erzeugenden Canon EF 135 mm 1:2,8 Softfocus empfohlen worden: Es bietet eine spezielle “Defocus-Control”, und zwar mit Betonung von Vordergrund (Front) oder Hintergrund (Rear).

Das Prinzip ist hier dargestellt, wobei die dortigen Testaufnahmen an einer Nikon D200 (DX-Format, kein Vollformat) mit äquivalent 225 mm Brennweite entstanden. Fährt man auf der dritten Seite mit der Maus über die entsprechenden Einstellungen, werden die Auswirkungen sofort dargestellt.

Im Gegensatz zum Canon-Objektiv handelt es sich bei der “Defocus-Control” des AF DC-Nikkor 135 mm 1:2 D also um keinen Weichzeichner, sondern um etwas Spielerei mit der Schärfentiefe: Man kann bei gegebener Blende bestimmen, ob eher der Bereich vor oder hinter der eingestellten Entfernung in Unschärfe verschwimmen soll.

Das könnte man natürlich auch manuell durch entsprechendes Verstellen des Fokus erreichen; wer allerdings auch mit Benutzung des Autofokus sicher sein will, daß die Nase des Modells scharf ist und nicht die Ohren, der mag dieses Feature schätzen. Es ist auch als sanfter Weichzeichner einsetzbar, da der Defokus nicht als klassische Unschärfe, sondern als weiche Unschärfe erscheint, doch ist die richtige Einstellung nicht gerade intuitiv.

Die Defocus-Control ist jedoch nur ein nettes Zusatzfeature – ansonsten ist das AF DC-Nikkor 135 mm 1:2 D ein an einer Vollformat-Digitalkamera klassisches Tele, beinahe schon etwas langbrennweitig für Portraits, aber noch akzeptabel, und für diese Brennweite ziemlich lichtstark. Damit kann man auch aus einer Gruppe einzelne Personen sehr exakt herauslösen, während ihr Umfeld in Unschärfe verschwimmt.

Das Nikon AF DC-Nikkor 135 mm 1:2D ist allerdings nicht billig, der handelsübliche Preis liegt über 1000 Euro, doch für den Nutzer von lichtstarken Festbrennweiten sinnvoll. Die optische Qualität ist über jeden Zweifel erhaben, das Gewicht mit 815 Gramm bereits im Bereich von Zooms, doch für diese Lichtstärke und Brennweite absolut akzeptabel.

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1 Kommentar

  1. Werner
    schrieb am 1. Mai 2009 um 23:42 Uhr (#)

    Wer hat Erfahrung mit dem F DC-Nikkor 135 mm 1.2 D
    Möchte es mit kaufen, wegen der geringen Tiefenschärfe aber mir kommt es zu umständlich vor mit der Einstellung.
    Ich finde auch keine Meinungen im Internet.

    Danke Werner

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